S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln


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Lustsegeln

Fr., 30.08.2019, 10.20-15.00

Stavoren-Urk, 24 sm

Es soll ein Wochenende mit schönem Wetter werden. Das nutzen wir, um noch ein bisschen Segelspaß zu haben. Unsere Ziele richten wir einfach dem Wind.

Klaus ist schon früh aufgebrochen, für ihn ist es nur noch die Zielgerade.

Heute segeln wir nach Urk, mit SW 3-5 ein reines Vergnügen bei schönem Sommerwetter. Vorher haben wir noch eben getankt.

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Ein Kommentar

Latte-Cup

Auch dieses Jahr nehmen wir wieder am Latte-Cup teil. Das ist eine Regatta für Tourensegler, möglichst entspannt, nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen. Sie findet traditionell am Sonnabend nach Pfingsten statt.

Wir segeln schon am Freitagnachmittag ganz gemütlich nach Enkhuizen. Vormittags hatte es noch geregnet, nachmittags ist es schön mit sehr moderatem Wind.

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Eine gute Gelegenheit, dem Boot etwas Kosmetik zu gönnen.

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Es wird abends extrem moderat, man spürt den Wind gerade noch auf der Haut.

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Aber es ist so herrlich ruhig, die meisten sind schon in die Häfen motort.

Passend zu unserer Ankunft dreht der Wind, so dass wir bis vor den Hafen segeln können. Allerdings frischt er auch deutlich auf.

Ein halbes Dutzend Boote sind schon da, wir liegen in Päckchen an der Tankstelle.

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Nach und nach kommen weitere dazu.

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Nachts regnet es ordentlich und das hält bis Mittag an. Das Palaver findet deshalb unter dem Vordach statt. Erst dabei wird die zu segelnde Strecke bekannt gegeben.

Die rote Linie ist unser tatsächlich gesegelter Kurs.

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Schon beim Ablegen zwischen halb zwölf und zwölf merkt man, dass der Wind kräftig anzieht. Vor dem Hafen herrscht SW 7, deshalb wollten wir möglichst geschützt im Krabbersgat Segel setzen. Klappt aber nicht, da ist zu viel Verkehr.

Also fahren wir raus auf die gefühlt hohe See, wo sowieso der Startpunkt ist. Der gefühlte Sturm hat schon gefühlt haushohe Wellen aufgetürmt.

Tatsächlich hat es zwar nur kurz die sieben Windstärken gegeben, aber das reicht gerade an dieser Stelle für gischtnasses Segeln und unangenehmen Wellenhack. Der baut sich sofort auf. Die Wellen sind zwar nur einen Meter hoch, manche vielleicht anderthalb, aber extrem kurz. Das reicht für sehr hektische Bootsbewegungen. Ganz kleine Boote stampfen sich zwischen diesen Wellen einfach fest.

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Wir wollen erstmals das zweite Reff unseres neuen Großsegels ausprobieren. Das geht gründlich schief. Es gibt Kuddelmuddel mit den Leinen, die gehen nicht mehr vor und nicht zurück. Gleichzeitig ist die Reffleine dermaßen auf der Winsch angeknallt, dass sie nicht mehr zu lösen ist. Regine weigert sich, unter diesen Bedingungen an die Pinne zu gehen. Deshalb bleibt der ganze körperliche Einsatz mit dem Winschen an ihr hängen.

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Das Krisenmanagement klappt aber gut, in dieser Hinsicht sind wir zufrieden.

Leider meinen doch tatsächlich etliche regattafremde Boote aller Größen, ein- und auslaufen zu müssen. Das gibt dem Ganzen zusätzlichen Reiz und die Gelegenheit, Vorrangregeln unter verschärften Bedingungen zu beachten.

Schließlich haben wir das zweite Reff drin, alles ist wieder gut. Nun ist der Wind aber runter auf fünf, so dass wir zu wenig Segelfläche, sprich Vortrieb, haben.

Zum einen reicht die Zeit bis zum Start nicht mehr zum Ausreffen, zum anderen haben wir hinsichtlich der Startlinie die Orientierung verloren. Das war die gedachte Linie zwischen einer Boje (Tonne KG) und dem Startboot. Mir ist nicht ganz klar in welcher Richtung wir diese Linie korrekt überqueren müssen. Ich sehe mich nach einem vertrauenswürdigen Pfadfinder um und entdecke das Boot von Jens, der diese Regatta federführend mit organisiert hat. Also fahren wir hinter dem her und überqueren so die Startlinie gleich zweimal in der richtigen Richtung. Natürlich mit einiger Verspätung.

Schmankerl am Rande: hinterher erzählt mir Jens, dass es ihm genau so gegangen ist wie uns und er sich an unserer ersten Überquerung der Startlinie orientiert hat…

Egal, wir gehen erst mal auf Kurs und lecken unsere mentalen Wunden. Nachdem Regines Muskulatur wieder geschmeidig ist reffen wir aus. Mittlerweile wird es zunehmend sonnig.

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Bei komfortablem Wind (NW 4) können wir fast die nötige Höhe fahren, um den ersten Wendepunkt zu erreichen. Eigentlich sind wir überrascht, was wir an Höhe laufen können. Das muss wohl an dem neuen Großsegel liegen.

Es entwickelt sich ein interessantes Rennen, man lernt sein Boot im direkten Vergleich besser kennen.

Eine halbe Meile vor uns sehen wir den ganzen Tag Scampolo und Nexus. Wir kommen zwar etwas näher, mehr aber auch nicht.

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Nach so einem Start haben wir uns sowieso mit einem Platz im Mittelfeld abgefunden und so ist es recht entspanntes Fahren ohne ständiges Strippen zupfen und Trimmen. Immerhin können wir Thalatta überholen, Labsal für unsere zarten Racerseelen.

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Es ist den ganzen Nachmittag einfach tolles Segeln, so macht das Spaß.

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Das Ziel ist Stavoren. Dort liegt als Zielschiff Holger mit seinem riesigen Trimaran, unübersehbar schon von weitem. Er ist auch Startschiff gewesen und auf direktem Weg nach Stavoren gefahren.

Seit Stunden hatte Last Boyscout versucht, an uns ranzukommen und mit dem Blister experimentiert.

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Auf dem letzten Abschnitt klappt das endlich und wir haben ihn im Nacken. Aber ganz reicht es nicht mehr für ihn.

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In der Außenmarina haben wir alle beieinander liegende Boxen, so dass die notwendige Kommunikation gleich in Gang kommen kann.

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Von 20 Booten haben sieben das Rennen nicht begonnen, wegen des Wetters oder technischer Probleme. Die Ergebnisse sind etwas unklar, aber Holger hat sich die Mühe gemacht, jedes Boot beim Zieldurchgang zu fotografieren. So könnte man die Zeiten exakt nachvollziehen, das wird aber nicht bei allen gemacht. Es wird nach der Yardstick-Umrechnung erstaunlich eng. Das spricht dafür, dass das Yardstick-System tatsächlich funktioniert.

Mit dem zweiten Platz sind wir im Nachhinein zufrieden. Allerdings haben uns die Organisatoren auf den neunten Platz gerechnet, das merken wir erst später, weil diesmal nur die ersten Plätze verkündet werden.
Im Nachhinein werden wir von anderen Seglern auf weitere Ungereimtheiten aufmerksam gemacht, aber die sind bestimmt auch nur irrtümlich.
Die versprochenen Korrekturen von Liste und Ergebnissen hat es dann nie gegeben.
Als Sonderpreis gibt es eine Flasche Genever für die älteste Crew. Beim Alter haben sie sorgfältiger gerechnet…

Es war nach dem strubbeligen Start ein perfekter Segeltag und wir haben wieder etwas gelernt. Solche Probleme beim Reffen dürfen nicht passieren, gerade in kitzeligen Situationen muss technisch alles klappen. wir werden die drehbaren Umlenkböcke gegen starre austauschen.

Das anschließende Grillen geht für uns ungefähr bis eins, die letzten sollen bis drei durchgehalten haben.

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Dirk hat auch noch Geburtstag. Die Verkostungen seiner Genever-Empfehlungen und des Drambuie führen dazu, dass der nächste Tag ganz knapp vor Schädel ist…

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