S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln

Maitörn nach Vlieland und umzu

01. – 30.05.2019

Lemmer

Eigentlich wollen wir den ganzen Mai segeln, aber daraus wird zunächst nichts. Wir fahren zwar am 01. Mai nach Lemmer, segeln aber nicht. Und das trotz des neuen Großsegels, das wir immerhin schon beim Segelmacher abgeholt und angeschlagen haben.

Auch für Saubermachen,

20190502_144237 (Groß)

Montage der neuen Hecksitze

20190504_133842 (Groß)

und der provisorischen Plexiglastüren

20190504_133849 (Groß)

ist Zeit.

Dank der Heizung ist es trotz allem gemütlich.

20190502_205908 (Groß)

Da Freund Klaus mit seinem Boot bei uns unterschlüpft sind die Tage eben ein Vergnügen anderer Art.

20190503_183800 (Groß)

20190503_142020 (Groß)

Er hilft beim Anschlagen des neuen Segels und abends gibt es ein gemütliches Treffen mit anderen Seglern in Warns.

20190501_164121 (Groß)

20190504_182312 (Groß)

Es gibt viel Wind, dagegen ist ja nichts einzuwenden. Aber Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich müssen wir nicht haben.

20190504_103443 (Groß)

 

Frierhippen -Intermezzo

Nachdem unser Freund Klaus weiter gefahren ist entschließen wir uns spontan, ein paar Tage zu Hause zu verbringen und weniger kaltes Wetter abzuwarten. Vier kalte Tage haben uns gereicht. Eine gute Gelegenheit, die Fahrräder zu holen, die hatten bisher nicht ins Auto gepasst.

Ganz so einfach soll es aber nicht für uns sein. Unsere Wohnung lässt uns nicht rein! Offensichtlich ist das Türschloss kaputt. Natürlich habe ich die guten Stahlbohrer auf dem Boot, so dass keine filigranen Öffnungsversuche möglich sind. In der Garage finde ich aber noch eine Bohrmaschine und einen 8-er Bohrer, dem das Türschloss nicht lange standhält.

IMG-20190505-WA0008

Nett ist es zuhause, Kaminwetter.

20190506_131335 (Groß)

Aber natürlich juckt es und wir wollen endlich los.

Morgen früh fahren wir wieder zum Boot.

20190506_201502 (Groß)

Der Wetterbericht ist gedämpft optimistisch.

 

Lemmer – Stavoren

Mittags sind wir am Boot und schaffen es, alles zu verstauen, bevor die ersten Tropfen fallen. 12.25 segeln wir los, faules Genuasegeln bei S0 4. Immerhin lässt der vorhergesagte Regen noch auf sich warten.

20190508_144136 (Groß)

Kurz vor drei beginnt es dann zu regnen. Der Wind hat mittlerweile auf 5 zugelegt, ungemütlich.15.15 wird über Funk eine Windwarnung für S0 6 verbreitet, mit der Ergänzung, dass dies auch schon die aktuelle Windstärke ist. Dafür haben wir eigentlich zu viel Segel oben, aber so preschen wir zügig in Richtung Hafen.

20190508_205507 (Groß)

16.35 laufen wir im Stadthafen von Stavoren ein. Als erstes wird Landstrom gelegt und die nasse Kleidung zum Trocknen im Boot verteilt.

20190508_194903 (Groß)

Bald ist der Regen vorbei, es reißt auf und wir kommen noch zu unseren Spaziergang durch das Dorf.

20190509_073315 (Groß)

20190508_195158 (Groß)

Die Lämmer, die wir letztens mit Fräulein Kobold besucht haben, sind schon deutlich gewachsen.

20190508_204352 (Groß)

Schwärme von IJsselmeermücken tummeln sich überall.

20190508_210633 (Groß)

Leider auch auf dem Boot. Harmlos, aber lästig. Höchste Zeit, in salzige Gewässer zu kommen, wo es sie nicht gibt!

20190509_054614 (Groß)

 

Stavoren – Vlieland

Heute soll der letzte Tag mit südlichen Winden sein, das wollen wir ausnutzen. Wir müssen durch die Lorenzschleuse im Abschlussdeich, das ist zeitlich schlecht kalkulierbar. Man kann dafür zwischen10 Minuten und 2 Stunden brauchen. Der zweite Knackpunkt ist zweieinhalb Meilen weiter im Watt das Flach Zuidoostrak. Da kommen wir nur zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Hochwasser (heute gegen 13.00) drüber.

Screenshot_20190513-072651_OpenCPN

Um alle Eventualitäten abfedern zu können fahren wir also früh los, 08.10. Wieder faules Genuasegeln bei S 4, 10.45 sind wir vor der Schleuse und warten. Zunächst darf ein Frachter rein, der hat natürlich Vorrang. Drei große Yachten quetschen sich noch ziemlich chaotisch mit rein. Wir und ein paar andere Yachten werden in die kleine Schleusenkammer geschickt. Bis wir geschleust sind ist es mittlerweile11.35.

vlcsnap-2019-05-13-07h57m37s110 (Groß)

Wir sehen gerade noch, wie die Drehbrücke vor uns schließt. Über die führt eine Autobahn, deshalb wird sie nur in gewissen Abständen bedient.

vlcsnap-2019-05-13-08h00m42s271 (Groß)

Das ist immer eine Abwägung zwischen den Interessen des Autoverkehrs und des Schiffsverkehrs. Normalerweise klappt das, wie überall in Holland, mustergültig. Heute ist aber irgendwie der Wurm drin. Alles nicht plausibel wie sonst. Vielleicht wird gerade Nachwuchs ausgebildet, denn auch der Funkverkehr wirkt nicht so professionell wie sonst. Wir vertreiben uns die Zeit damit, zusammen mit den anderen Yachten zwischen Schleuse und Brücke neckische Kringel zu fahren oder uns treiben zu lassen. 12.10 geht es endlich weiter,

vlcsnap-2019-05-13-08h00m53s122 (Groß)

12.50 sind wir an Zuidoostrak und fahren bei Hochwasser darüber. Wir haben nirgendwo weniger als 2 m Tiefe. Es ist sonnig, aber frisch.

20190509_085646 (Groß)

20190509_123505 (Groß)

Der Wind legt im Laufe des Nachmittags zu auf SW 5. Im Stortemelk, dem Seegebiet zwischen Vlieland und Terschelling, werden es auch 6. Wie immer dann, wenn man es überhaupt nicht mehr braucht. Aber dieses kleine Gebiet ist bekannt dafür, bei Wind und auch Wellen noch einen draufzulegen. Gegen die ablaufende Strömung vor Vieland anzukreuzen ist aussichtslos, sie ist mit 2-3 Knoten sehr ausgeprägt. An manchen Stellen ist es auch noch mehr und man steht fast auf der Stelle, während man am Strand entlang tuckert. Durch die Strömung ist die schmale Hafeneinfahrt etwas tricky, aber eher für Revierunkundige oder Skipper großer Schiffe. Letztere sind mit dem vorderen Teil des Schiffes schon im geschützten Teil mit stillem Wasser, während der hintere Teil des Schiffes noch der Querströmung ausgesetzt ist. Deshalb bildet die Hafeneinfahrt einen Schlauch, der beidseitig mit massivem hölzernen Bollwerk versehen ist, quasi als Leitplanken. Für die Zuschauer ist das immer wieder ganz großes Hafenkino, aber manchem Skipper beschert es beträchtliche Ringe unter den Achseln.

20190509_163409 (Groß)

Der Hafen ist fast leer, sehr ungewöhnlich für Vlieland.

vlcsnap-2019-05-13-08h01m30s909 (Groß)

Wir machen natürlich gleich einen Strandspaziergang. Eine der Besonderheiten von Vlieland ist, dass der Strand gleich am Jachthaven beginnt.

20190509_175557 (Groß)

vlcsnap-2019-05-13-08h01m47s010 (Groß)

Die Strandkneipe“Oost“ hat leider schon geschlossen.

Abends stöbern wir unseren Freund Klaus im Dorf auf. Er wähnt uns noch zuhause und so können wir ihn überraschen. Es wird ein schöner Abend.

 

Vlieland

Vlieland ist uns von den nahegelegenen niederländischen Inseln die liebste. Texel hat kaum und Terschelling (friesisch: Skylge) wenig Inselcharakter. Die sind einfach zu groß und buchstäblich nicht mehr übersichtlich. Es gibt jeweils mehrere Ortschaften und richtigen Autoverkehr, auch mit Touristenautos.

Vlieland kann man hingegen übersehen. Zum einen in den Katalogen der Reiseanbieter, besonders bekannt ist es nicht. Zum Glück. Zum anderen am besten vom alten Leuchtturm aus. Da wollen wir morgen hin. Für heute muss der Aussichtsturm im Kiefernwäldchen am Westende reichen. Obwohl direkt am Jachthaven gelegen kennen ihn viele Segler nicht. Er bietet einen schönen Blick nach Terschelling und über den Hafen und das Watt.

20190510_144431 (Groß)

20190510_143910 (Groß)

Auf der Seeseite sieht man das berüchtigte Untiefengebiet Westergronden. Schon bei den nördlichen Winden 4-5, die wir heute haben, sieht man die Gefährlichkeit und Unbefahrbarkeit des Gebietes.

vlcsnap-2019-05-13-08h02m17s633 (Mittel)

Zunächst kehren wir natürlich bei „0ost“ ein und schlemmen Coupe Vlieland. Traditionell sind wir erst damit richtig auf Vlieland angekommen.

20190510_151216 (Groß)

Wir machen lange Strandspaziergänge, es ist erstaunlich wenig los.

20190510_160444 (Groß)

S0JA0010000021X0 (Groß)

20190510_155352 (Groß)

vlcsnap-2019-05-13-08h04m08s926 (Mittel)

Seehunde tummeln sich in der Brandung, unbekümmert von Klaus Hund. Selbst ein Heuler lässt sich nicht beeindrucken und robbt erst nach einiger Zeit ganz entspannt ins Wasser.

S0JA0010000027X0 (Groß)

S0JA0010000029X0 (Groß)

Auch ein Rudel zweibeiniger Heuler sehen wir. Respekt, das IJsselmeer hatte 11° und hier stelle ich es mir ähnlich kalt vor.

vlcsnap-2019-05-13-08h03m39s292 (Mittel)

vlcsnap-2019-05-13-08h03m59s043 (Mittel)

Abends sind wir alle rechtschaffen platt. Regine schafft es gerade noch, uns mit ihrem legendären Labskaus zu verwöhnen.

 

Rettungsboottag

Heute ist Rettungsboottag auf Vlieland. Das bedeutet vor allem die Gelegenheit, auf den Booten der Seenotretter mitzufahren.

Zunächst sehen wir uns Demonstrationen der Feuerwehr an.

So sieht es aus, wenn man brennendes Öl mit einem Becher Wasser löschen will

vlcsnap-2019-05-13-08h05m34s960 (Mittel)

und so andere explosive Erfahrungen.

vlcsnap-2019-05-13-08h13m16s207 (Mittel)

Auch die Jüngsten dürfen an die Spritze.

20190511_115815 (Groß)

Aber das ist natürlich alles zweitrangig gegenüber der Fahrt mit dem Rettungsboot.

20190511_120953 (Groß)

20190511_121502 (Groß)

2 x 680 PS sorgen für eindrucksvolle Leistungen. Auch die Akustik ist imposant, Geräuschdämmung stand im Pflichtenheft für diese Boote weit hinten. Wenn ich im Wasser läge und würde schon von weitem dieses Röhren wahrnehmen fände ich es toll. Die Boote haben trotz ihrer Größe nur 75 cm Tiefgang und sind extrem wendig, was der Skipper beim Tanz um Bojen demonstriert. 35 Knoten, also über etwa 63 Stundenkilometer, überfordern jeden Haarfestiger.

vlcsnap-2019-05-13-08h06m36s472 (Mittel)

vlcsnap-2019-05-13-08h07m01s660 (Mittel)

vlcsnap-2019-05-13-08h07m54s794 (Mittel)

Es bleibt nicht aus, dass die eine oder andere Gischt ihren Weg zu den Mitfahrern findet…

vlcsnap-2019-05-13-08h09m43s286 (Mittel)

vlcsnap-2019-05-13-08h11m54s426 (Mittel)

vlcsnap-2019-05-13-08h12m05s311 (Mittel)

 

Es ist wieder so was von erträglich hier…

Es passt besonders gut zu Vlieland, dass so wenig los ist. Dann kommt der besondere Charme der Insel noch viel besser rüber als in der Saison. Selbst am Wochenende knubbeln sich die Tagestouristen nur an wenigen Stellen.

Der Weg vom Hafen zum Dorf zieht sich.

vlcsnap-2019-05-13-08h14m16s843 (Mittel)

Der kleine Ort ist schon aus dem Winterschlaf erwacht.

vlcsnap-2019-05-13-08h14m24s596 (Mittel)

vlcsnap-2019-05-13-08h14m34s193

20190512_122450

Der Leuchtturm ist leider wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet und nicht zugänglich. Aber auch unterhalb davon hat man in drei Richtungen gute Aussichten.

20190510_144431 (Groß)

20190512_123024

Es gibt relativ große Kiefernwälder, mein farblicher Lieblingskontrast zu See, Himmel und Wolken.

20190512_125353

IMG_2483

Im Umfeld eines Hotels auf der Düne liegt ein Ferienhaussiedlung, die sicherlich gehobenen Ansprüchen gerecht wird.

20190512_130451

,Am Strand findet man immer wieder diese originellen Reifenspuren mit Gedichten.

vlcsnap-2019-05-13-08h03m23s487 (Mittel)

Sie stammen von den schweren Gelände-Lkws des “Vliehors-Express”, mit dem man Ausflugsfahrten zum pur sandigen Westteil der Insel machen kann.

20190512_131155

20190512_131543

20190512_131352

Strandwanderungen werden wir einfach nicht leid.

20190512_132747

Ganz vereinzelt gibt es schon Badende, bei 12 Grad Wassertemperatur.

vlcsnap-2019-05-13-07h52m53s648.png

Der Abschluss solch eines Strandtages darf gerne ein Imbiss im “Oost” sein.

20190512_142802

Abends wird die Heizung mit klassischen maritimen Methoden unterstützt.

20190511_204344 (Groß)

Damit man in jedem Zustand den Weg zum Boot findet sind die Stege beleuchtet wie Landebahnen.

20190511_220938 (Groß)-2

Eines Tages laufen Plattbodenschiffe mit Gruppen von deutschen Jugendlichen ein. Plötzlich hört man am Strand heimatliche Laute: Ej, der Spast iss ja behindert, der geht echt ins Wasser! Wallah, ich schwör! Altersgerecht wabern Testosteronschwaden über Strand und Hafen, harmlos, aber ein wenig laut.

Am Horizont nähern sich weitere Plattbodenschiffe, welches Bundesland hat denn jetzt Ferien?

IMG_2502

Es wird ein wenig unruhiger in der Idylle, wir wollten sowieso weiter.

 

Express nach Den Helder

Heute fahren wir weiter, nach Den Helder.

Der Tag fängt schon schön an.

20190513_055202

20190513_060222

Die klassische Planung wäre, zwei Stunden vor Hochwasser auf Vlieland aufzubrechen. Das würde drei Uhr morgens oder halb vier nachmittags bedeuten. Beide Optionen finden wir nicht ansprechend und machen eine alternative Planung.

20190517_073059

Wir fahren eine gute Stunde nach Niedrigwasser auf Vlieland los, zunächst ein kleines Stück gegen Strom und Wind unter Motor. Dann können wir die Segel setzen und müssen sie erst sechs Stunden und 36 Meilen später vor Den Helder wieder runter nehmen.
Es ist zwar sonnig, aber der Wind ist unangenehm kalt. Mit Nordost 3-4, später knapp 5, kommen wir prächtig voran. Wir sind fast zu schnell, im flachen Bereich Omdraai finden wir erst 1.7 m Wassertiefe vor. Dort, wo es am engsten ist, haben wir natürlich Gegenverkehr.

P1010993 (Groß)

Bis dorthin haben wir Schiebestrom, danach Gegenstrom und abends vor Texel wieder Schiebestrom. So ist das um mal mit den Gezeiten, man muss sie möglichst geschickt ausnutzen.

Klaus segelt mit uns. Er hält sich mit seinem schnelleren Boot etwas zurück, so dass wir gute Gelegenheiten zum gegenseitigen Fotografieren haben. Dazu kommt man viel zu selten.

IMG_2520 (Groß)

P1010983 (Groß)

Es ist tolles Segeln heute! Mit etwas höheren Temperaturen wäre es perfekt. Das neue Großsegel ist sehr gut geworden! Die unorthodoxe Planung ist akkurat aufgegangen.

20190514_133409 1300

P1020002 (Groß)

vlcsnap-2019-05-17-20h56m06s998 1300

Der Königliche Marinejachthaven hat Flair, etwas das Marinas abgeht. Er wirkt ernsthaft und weltoffen, obwohl er auf Marinegelände liegt. Man könnte sich schon fast in Großbritannien wähnen, dazu passen auch die Hafenmeister. Kompetent, sprachgewandt, besonders freundlich und hilfsbereit, Eigenschaften die man anderswo manchmal vermisst.

20190515_103244 1300

Beim Verlassen und Betreten des Geländes muss man durch ein fernbewachtes Tor. Allerdings wird nur per Sprechanlage angefragt, was man möchte und dann, zu welchem Boot man gehört.

20190515_121756 1300

Der Hafen ist gezeitenabhängig. Deshalb macht man eine der Festmacherleinen an einem Ring fest, der an einer Stange dem steigenden und fallenden Wasserstand folgen kann. Spät abends kommt mir das Boot irgendwie unnatürlich unbewegt vor. Ich schaue nach und muss feststellen, dass die Stange für den Ring nicht weit genug nach unten reicht. Das Boot hat sich schon so fest in dieser Leine aufgehängt, dass ich sie nur noch durchschneiden kann. Für diesen Zweck haben wir ein Notfall-Messer direkt im Niedergang zugriffsbereit installiert.

Eigene Dusseligkeit, die Box war eigentlich etwas zu klein für unser Boot und der Abstand zum Pfahl dadurch zu gering für eine ausreichend lange Leine.

20190515_092926 1300

 

Den Helder

Auch hier ist ursprünglich Napoleon schuld. Er wollte mit Den Helder das Gibraltar des Nordens schaffen. Erlebt hat er es nicht mehr. Dafür haben die Niederländer den Gedanken dankbar aufgegriffen und eine maritime Garnisonsstadt gebaut. Man sieht das heute noch daran, wie Stadt und Umgebung angelegt sind.

vlcsnap-2019-05-18-07h36m30s097 1300

vlcsnap-2019-05-18-07h38m48s546 1300-2

Manche der alten Forts sind zu besichtigen,

vlcsnap-2019-05-18-07h35m40s017 1300-2

vlcsnap-2019-05-18-07h35m07s460 1300

vlcsnap-2019-05-18-07h35m31s714 1300-2

vlcsnap-2019-05-18-07h35m48s475 1300

allerdings nicht mit Hund. vlcsnap-2019-05-18-07h36m22s468 1300

So wichtig ist es uns auch nicht, eigentlich geht es einmal mehr um den langen Küstenspaziergang. Wieso wird einem das eigentlich nie langweilig?

vlcsnap-2019-05-18-07h42m27s937 1300

vlcsnap-2019-05-18-07h42m10s347 1300

Nach dem Ende des kalten Krieges war in Den Helder ein 40 Hektar großes ehemaliges Marineareal ungenutzt. Es gammelte ein paar Jahre vor sich hin und sollte dann zu einem Freizeitpark gemacht werden. Daraus wurde nichts, aus heutiger Sicht ein Glücksfall. Die Stadt entwickelte ein stimmiges Konzept für die Nutzung des Geländes. Die ursprünglichen Gemäuer wurden so weit wie möglich beibehalten.

An verschiedenen Orten wurde ein vielseitiges Marinemuseum aufgebaut.

In der Mitte entstand ein großer Yachthafen. Außerdem gibt es allerlei schön gelegene Restaurants und Cafés, ein Kino und mehr.

Die alten Trockendocks werden für fast ebenso alte Schiffe genutzt.

Das Raumschiff Schorpioen wird in dem einen der historischen Trockendocks renoviert. Sein normaler Liegeplatz wird derweil auch neu gestaltet. Das Schiff ist eine etwa150 Jahre alte militärische Kuriosität. Rammen als Waffe war damals schon überholt.

vlcsnap-2019-05-18-07h41m42s257 1300

20190517_112945 1300-2

Im zweiten alten Trockendock liegt das Dampf/ Segel-Kriegsschiff Bonaire. Auch das ist etwa150 Jahre alt und bietet einige schiffsbauliche Spezialitäten, die Liebhaber technischer Besonderheiten interessieren. Aber es sieht in dieser Umgebung stimmig aus.

20190515_123332 1300

20190517_113340 1300

Rundherum liegen noch etliche andere historische Schiffe.

vlcsnap-2019-05-18-07h39m12s838 1300-2

vlcsnap-2019-05-18-07h40m44s947 1300-2

vlcsnap-2019-05-18-07h41m32s671 1300-2

In einem Gebäude und dem davor liegenden Hafenbecken wurde ein Seenotrettungs-Museum eingerichtet. Das interessierte uns viel mehr als die militärischen Ausstellungen. vlcsnap-2019-05-18-07h40m28s118 1300-2

Als Donateure, also regelmäßige Spender, kommen wir sogar kostenlos rein. Die Ausstellung ist sehr interessant gemacht. Ihren Pathos haben die Niederländer besser im Griff als ich es bei vergleichbaren deutschen Darstellungen gesehen habe.

20190517_103412 1300-2

20190517_105945 1300

20190517_105949 1300

20190517_110046 1300-2

20190517_110400 1300-2

20190517_110510 1300-2

20190517_112458 1300-2

vlcsnap-2019-05-18-07h30m42s558 1300

Der einfache Simulator dürfte Menschen, die zur Seekrankheit neigen schon reichen.

vlcsnap-2019-05-18-07h31m07s825 1300

vlcsnap-2019-05-18-07h31m33s796 1300

vlcsnap-2019-05-18-07h31m45s502 1300-2

Auch Randaspekte der Thematik werden erwähnt. So wusste ich zum Beispiel noch nicht, dass man mutmaßlich Ertrunkenen Tabakrauch in den Darmausgang geblasen hat. Es gab sogar ein spezielles Klistier dafür in der Ausrüstung. Damit sollte festgestellt werden, ob die Person nur scheintot war. Falls nicht sollte sie das wieder munter machen. Über die Erfolgsquote der Methode ist nichts überliefert. So, Kopfkino wieder aus.

Außen neben dem Jachthaven ist der Liegeplatz des eindrucksvollen Schiffes Guardian.

vlcsnap-2019-05-18-07h43m02s136 1300-2

Es handelt sich um einen extrem seetüchtigen Schiffstyp, der zur Versorgung von Bohrinseln entwickelt wurde. Vor allem muss er auch in der Lage sein, die gewaltigen Anker der Bohrinsel zu handhaben. Dadurch hat er beträchtliche Talente als Hochseeschlepper bei jedem Wetter. Das Schiff wurde vom niederländischen Staat samt Mannschaft, Logistik usw. für zehn Jahre gechartert. Ab fünf Windstärken läuft es aus und nimmt eine strategische Position auf der Nordsee ein.vlcsnap-2019-05-18-07h37m41s112 1300-2

Ein vergleichbares Konzept gibt es auch im deutschen Teil der Nordsee. Den Schlepper Nordic kennen Norderney – und Langeoog- Urlauber als dauerhaften Anblicke am Horizont, die Mellum fällt eher Helgolandfahrern auf.

Den Besuch des Marinemeuseums haben wir uns diesmal geschenkt.

20190515_140248 1300

20190515_122806 1300

vlcsnap-2019-05-18-07h38m19s970 1300-2

Nicht unerwähnt bleiben darf das Restaurant des Jachtclubs, gleich daneben gelegen. Das wirklich leckere Essen ist, zumal für holländische Verhältnisse, besonders preiswert. Zur Abrundung ist Irish Coffee ein Anrater.
Die Aussicht ist traumhaft.

20190515_182540 1300

 

Texel

Die paar Meilen rüber nach Oudeschild auf Texel können wir auch gegen die Strömung kreuzen.

vlcsnap-2019-05-18-07h32m46s127 1300-2

Der Wind ist moderat und nicht mehr so kalt. Kurz vor dem Hafen kommt eine dunkle Wolkenwand auf, die uns nicht ganz trocken davonkommen lässt.

vlcsnap-2019-05-18-07h32m22s122 1300

Unterwegs sehen wir von See schon welche enormen Fortschritte die Arbeiten an der Küstenbefestigung gemacht haben.

vlcsnap-2019-05-19-20h08m00s720 1300

vlcsnap-2019-05-18-07h33m27s964 1300-2

vlcsnap-2019-05-19-20h08m56s570 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h09m20s253 1300

Der Hafen ist auch hier ziemlich leer.

vlcsnap-2019-05-18-07h34m21s376 1300-2

Die Fingerstege haben endlich vernünftige Auftriebskörper bekommen, so dass man keine spannenden Wackeltänze mehr absolvieren muss,

20190521_184912 1300

Im Ort haben noch nicht alle Geschäfte geöffnet, die Saison scheint sich dem Wetter entsprechend zu verzögern. Das meiste ist aber wie immer hier.

vlcsnap-2019-05-18-07h32m12s728 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h10m40s530 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h25m26s727 1300

Am nächsten Tag packen wir die Fahrräder aus, für Texel lohnt sich das. Das Radwegenetz ist gut organisiert. Hier haben nicht die Radwege Nummern, sondern die gut ausgeschilderten Knotenpunkte.

20190518_131217 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h18m38s747 1300

Es ist ein richtiger Sommertag, in diesem Mai bisher viel zu selten. Wir fahren nach Den Burg. Es ist deutlich belebt, aber noch kein Vergleich mit dem normalen Touristentrubel.

vlcsnap-2019-05-19-20h13m58s638 1300

Der Platz in der Ortsmitte wird gerade zugebaut. Schade, da gab es immer interessante Märkte.

vlcsnap-2019-05-19-20h11m04s000 1300

In dem kleinen Park neben der Kirche gibt es Livemusik der etwas anderen Art.

vlcsnap-2019-05-19-20h11m26s705 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h11m50s699 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h12m16s164 1300

Wir fahren weiter Richtung Nordseestrand und landen bei Paal 17. Hier tobt der volle Sommerbetrieb.

vlcsnap-2019-05-19-20h15m52s676 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h16m25s691 1300

Die Möwen sind schon im Raubvogelmodus, was Fischbrötchen und ähnliches angeht.

vlcsnap-2019-05-19-20h15m19s502 1300

Eine Hochzeit rundet die Eindrücke ab.

vlcsnap-2019-05-19-20h17m26s456 1300

Weiter geht’s nach De Koog

vlcsnap-2019-05-19-20h17m55s063 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h18m05s862 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h18m18s240 1300

und an die wattseitige Küste. Dort hat sich durch die Bauarbeiten viel verändert.

vlcsnap-2019-05-19-20h21m13s987 1300

Ein Mann erzählt uns, dass er von dieser Bank aus vor vier Wochen noch aufs Watt schauen konnte.

vlcsnap-2019-05-19-20h22m28s347 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h22m00s420 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h22m18s770 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h22m38s024 1300

Wir können erst kurz vor Oudeschild wieder über den Deich fahren.

vlcsnap-2019-05-19-20h22m55s623 1300

 

Prins Hendrikzanddijk

Die Deichbauarbeiten sehen wir uns zu Fuß ausführlich an. Mit Klaus und Hündin Meri wandere ich bis fast zum Fährhafen.

vlcsnap-2019-05-19-20h27m33s843 1300

Statt nur den Deich zu erhöhen und zu verstärken wird hier eine komplette Dünenlandschaft angelegt.

20190518_155007 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h26m03s501 1300

20190518_155012 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h26m17s260 1300

20190519_113243 1300

vlcsnap-2019-05-19-20h26m34s167 1300

Die Kombination der vorhandenen Landschaft mit dem neuen Projekt scheint harmonisch zu gelingen.

vlcsnap-2019-05-19-20h21m46s170 1300

Spazierwege und Radwege sowie Dünenübergänge , Strände für Menschen und Hunde sind berücksichtigt worden.

vlcsnap-2019-05-19-20h26m25s585 1300

Wie so oft in Holland wird mehr auf Angebote als auf Verbote gesetzt. Mensch und Natur werden nicht dogmatisch und sinnfrei getrennt wie im deutschen Wattenmeer. Natürlich dürfen die Belange des Naturschutzes nicht zu kurz kommen und die Aspekte des Hochwasserschutzes haben Priorität.

20190519_113247 1300

 

Museum Kaap Skil

Durch eine Vitrine vor dem Hafenmeisterbüro bin ich, mal wieder, auf das Museum Kaap Skil neugierig gemacht worden.

20190520_114644 1300

Es liegt mitten in Oudeschild, unübersehbar und doch noch nie besucht.

20190521_162745 1300

Hier wird vieles zur Geschichte Texels gezeigt. Man kann in den Niederlanden nicht unterwegs sein ohne ständig mit der Geschichte des Landes beschäftigt zu werden. Die Holländer leben viel mehr in einer geschichtlichen Kontinuität als die Deutschen. Solche Brüche wie bei uns fehlen. Dabei hilft das Talent, unerfreuliche Aspekte aus Kolonial- und Besetzungszeiten weitestgehend zu verdrängen. Wenn man nach der öffentlichen Darstellung geht scheint die niederländische Vergangenheit vor allem aus dem goldenen Jahrhundert zu bestehen. Damit ist das siebzehnte gemeint, die wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit der Niederlande. Schon durch die Altstädte mit ihren unendlich vielen Bauten aus dieser Zeit wird der Eindruck geprägt.

20190521_145724 1300

20190521_145901 1300

20190521_150021 1300

20190521_150623 1300

Anschaulich wird vermittelt, wie der Alltag in Texels früheren Zeiten war.

20190521_150308 1300

20190521_150539 1300

20190521_152331 1300

Einige typische Häuser,

20190521_153307 1300

20190521_150847 1300

20190521_150915 1300

Wohnungen

20190521_151150 1300

20190521_151308 1300

und Arbeitsplätze sind liebevoll dargestellt.

20190521_150954 1300

20190521_151812 1300

Außerdem gibt es Ausstellungen zu Unterwasserarchäologie

20190521_160936 1300

20190521_161039 1300

20190521_161224 1300

20190521_161329 1300

und Strandfunden. Jutter nennt man auf Texel die Strandläufer, je nach Perspektive auch als Strandräuber bezeichnet. Sie sammeln alles, was sich am Strand so findet. Eine altehrwürdige Tradition hier.

20190521_153848 1300

20190521_153952 1300

20190521_154012 1300

20190521_154212 1300

20190521_154309 1300

Auch die Mühle kann teilweise besichtigt werden.

20190521_155736 1300

20190521_155828 1300

20190521_155532 1300

Das Museum ist auf jeden Fall zu empfehlen, nicht nur bei schlechtem Wetter.

 

Harlingen

Seit Tagen wollen wir weiter, eigentlich.

S2960001 1300

Die Bauarbeiten am Deich, unmittelbar am und vor dem Hafen, sind eine permanente Geräuschkulisse, für die wir mittlerweile zu verwöhnt sind.

vlcsnap-2019-05-26-20h50m26s014 1300

vlcsnap-2019-05-26-20h53m34s188 1300

Es soll nach Harlingen gehen, selbstverständlich mit auflaufender Flut als Schiebestrom. Dadurch sind wir an den frühen Morgen als Starttermin gebunden.

Eine Planung nach der anderen

20190519_181523 1300

erübrigt sich wegen morgendlichen Nebels.

Mein Maßstab sind die Masten des 300 m entfernt liegenden Segelschiffes.

IMG_2566 1300

Bei solchem Wetter müssen wir nicht fahren. Schließlich haben wir keinen Zeitdruck wie offenbar einige andere.

IMG_2563 1300

Endlich ist uns das Wetter genehm und wir fahren los.

Es ist wenig Wind, von dem uns die Strömung noch einiges abknapst. Perfekte Bedingungen für Klaus mit seiner Maris, sie ist ein ausgeprägtes Leichtwetterboot.

20190522_082009 1300

Dank der mitlaufenden Strömung geht es zügig genug voran. Auf der 25 sm-Etappe von Texel nach Harlingen bekommen wir etwa sieben Meilen vom Strom geschenkt.

20190522_085305 1300

Die Fischer muss man immer gut im Auge behalten, sie fahren völlig unberechenbare Kurse.

vlcsnap-2019-05-26-20h55m54s287 1300

Beim Einlaufen in Harlingen werden wir von einem unerwarteten Geräusch begrüßt. Im Vorhafen wurde eine Pottwal-Skulptur installiert, die periodisch bläst.

vlcsnap-2019-05-26-20h57m38s679 1300

Wir wollen n den kleinen Vereinshafen gleich hinter der Tsjerk Hiddessluis.

Fast hätten wir sofort in die Schleuse gekonnt, aber dann müssen wir doch einem Frachter Vorrang lassen.

Nun wird die kleine Schleusenkammer geöffnet. Sie ist uns auch lieber, denn sie hat bequeme handliche Leinen zum Festhalten des Bootes.

vlcsnap-2019-05-26-20h56m40s978 1300

vlcsnap-2019-05-26-20h56m56s640 1300

Im Hafen werden wir schon von Klaus erwartet.

20190522_150337 1300

Auf einem ersten Rundgang zeigen wir ihm einiges von der Stadt.

vlcsnap-2019-05-26-20h58m23s588 1300

Wir waren ein paar Jahre nicht hier und sind angenehm überrascht, wie sie sich entwickelt hat.

20190523_121245 1300

20190524_112228 1300

Im Hafenbereich wurde offenbar ein überaus stimmiges Konzept umgesetzt.

vlcsnap-2019-05-26-21h10m54s748 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h11m13s457 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h12m29s175 1300

20190524_112819 1300

Dabei wurden alle Neubauten an die vorhandenen Bebauung geschickt und unserer Meinung nach geschmackvoll angepasst. Für so etwas scheinen die Stadtplaner und Architekten in Holland ein glückliches Händchen zu haben. Der thematische Schwerpunkt liegt bei der maritimen Vergangenheit und Gegenwart, das drängt sich ja förmlich auf.

Auch etwas kuriose Umsetzungen dieses Grundgedankens haben ihren Platz gefunden. Das hier wird ein kleines Hotel.

vlcsnap-2019-05-26-21h10m16s494 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h10m06s716 1300

Harlingen ist Heimathafen und Basis vieler Schiffe der „braunen Flotte“, also Traditionssegler. Besser als mit solchen Fahrzeugen kann man so eine Stadt gar nicht verzieren.

20190522_170823 1300

20190522_163546 1300

Ergänzt werden sie von einem alten Feuerschiff, das mal im Stil der früheren Piratensender Radio machen sollte. Das Projekt ist wohl trotz diverser Versuche nichts geworden, jetzt taugt es immerhin noch für Besichtigungen.

vlcsnap-2019-05-26-21h09m37s401 1300

Die „Holland“, einer der legendären Bergungschlepper und ein ehemaliges Minensuchboot runden den Schiffspark ab.

vlcsnap-2019-05-26-21h10m27s804 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h14m35s925 1300

Ein besonderes Projekt ist der Nachbau des Expeditionsschiffes von Willem Barentsz.

vlcsnap-2019-05-26-20h59m40s309 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h10m44s951 1300

Der nur etwa 20 m lange Dreimaster wird nur von Freiwilligen gebaut. Soweit möglich werden Materialien, Werkzeuge und Techniken wie am Ende des 16. Jahrhunderts verwendet. Das bedeutet beispielsweise die Verwendung von selbst maßgefertigten Holzzapfen in selbst gebohrten und genau passenden Löchern statt Eisennägeln. Für diese Mammutaufgabe ist ein einziger der Freiwilligen zuständig, bisher hat er 5600 Löcher und Nägel geschafft.

vlcsnap-2019-05-26-21h07m58s690 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h08m36s068 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h09m04s209 1300

Wenn das Schiff dieses oder nächstes Jahr fertig ist, sind auf eigenem Kiel Besuche in Amsterdam und St.Petersburg geplant. Auch von Spitzbergen, das Barentsz entdeckt hat, träumen sie.

vlcsnap-2019-05-26-21h08m10s733 1300

Als ich mir das Schiff von außen interessiert ansehe, werde ich von einem der Freiwilligen hereingebeten. Er zeigt und erklärt mir wirklich alles an diesem ungewöhnlichen Schiff. Das ist mit allen Details schon Hardcore für Liebhaber. Anschließend schickt er mich ins Besucherzentrum, wo ich von einem anderen Herren alles über die Expedition erfahre. Zum Abschluss geht es in die Werkstatt, wo gerade die Masten gemacht werden. Das erklärt und zeigt mir ein Dritter. Vor lauter Konzentration auf die Erklärungen in niederländisch denke ich gar nicht ans Fotografieren. Das will bei mir schon etwas heißen. Sicherlich wäre es auch auf deutsch gegangen, aber dann weniger detailliert und vergnüglich.

Rückwärts Einparken hat an den ungesicherten Grachten seinen besonderen Reiz.

vlcsnap-2019-05-26-20h58m34s002 1300

In dieser Stadt entdeckt man auch in unbedeutenden Seitenstraßen reizvolle Ansichten.

vlcsnap-2019-05-26-21h02m37s734 1300

20190523_145944 1300

.vlcsnap-2019-05-26-21h03m06s315 1300

20190522_170654 1300

20190523_155142 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h01m15s133 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h04m45s967 1300

Allmählich müssen wir an die Rückreise denken. Die drei Wochen Urlaub mit Klaus haben sich ungeplant und für alle überraschend ergeben. Na ja, auf Vlieland haben wir der Überraschung ein wenig nachgeholfen. Viel rumgekommen sind wir diesmal nicht. Dafür war es intensiv, vertraute Orte noch einmal aus dem Blickwinkel eines Neu-Gierigen zu sehen. Es hat einfach Spaß gemacht und wir hätten Klaus gerne noch weiter eskortiert, aber unser richtiger Urlaub kommt etwas später. So trennen wir uns hier und lotsen nur noch von ferne.

vlcsnap-2019-05-26-21h15m11s746 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h15m14s156 1300

 

Zurück ins IJsselmeer

Von der Tsjerk Hiddessluis aus haben wir einen letzten Blick in den Vereinshafen

vlcsnap-2019-05-26-21h15m40s103 1300

Fast wären wir auch wieder darauf hereingefallen. Beim Schleusen vom Süß- ins Salzwasser muss man zuerst achtern festmachen. Sonst haut es einen herum, wie diesmal das gelbe Boot. Van “zoet naar zout gaat fout” sagen die Holländer.

vlcsnap-2019-05-26-21h15m29s782 1300

Auch Fähren mit so einem charmanten Logo sieht man lieber von weitem und nicht an engen Stellen.

vlcsnap-2019-05-26-21h15m54s523 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h16m09s880 1300

Der kurze Segelschlag nach Kornwerderzand ist sichtlich vergnüglich.

vlcsnap-2019-05-26-20h54m18s032 1300

Im Schleusenkomplex Kornwerderzand geht es diesmal zügig, hier schließt sich die Drehbrücke der Autobahn unmittelbar hinter uns.

vlcsnap-2019-05-26-21h16m52s598 1300

vlcsnap-2019-05-26-21h17m28s789 1300

Schöner Segelwind pustet uns zügig nach Hindeloopen, diesmal nur zum Übernachten.

vlcsnap-2019-05-26-21h17m37s731 1300

20190525_083627 1300

 

Medemblik

Heute fahren wir gleich weiter nach Medemblik.

vlcsnap-2019-05-26-21h18m25s419-1300_thumb[8]

An solchen Tagen tummeln sich auch viele andere auf dem Wasser.

vlcsnap-2019-05-26-21h19m04s527-1300

Endlich der Urlaubsmodus, den wir uns eigentlich vorgestellt hatten. Na ja, ein paar Grad mehr dürfen es noch werden.

vlcsnap-2019-05-26-21h19m13s234-1300[2]

In Medemblik gibt es, wie oft, wassersportliche Veranstaltungen einschließlich Siegerehrungen und Feiern. Schließlich ist hier ein Regattazentrum.

vlcsnap-2019-05-26-21h22m03s582-1300

20190525_173513-1300_thumb

vlcsnap-2019-05-26-21h20m37s201-1300

vlcsnap-2019-05-26-21h21m05s909-1300[1]

Einen unserer Lieblingsplätze direkt am Kastell bekommen wir nicht mehr. Dort hängen Reserviert-Schilder, für uns eine Neuerung. Wir fragen den Hafenmeister. Er bestätigt, dass man im Ost- und im Pekelharinghaven jetzt Plätze und Boxen reservieren kann. Irgendwie gefällt uns das nicht, der Missbrauch durch finanzstarke Interessenten ist absehbar. Aber man wird sich damit arrangieren müssen.

vlcsnap-2019-05-26-21h21m31s220-1300[1]

vlcsnap-2019-05-26-21h22m26s834-1300

Eine Box mit Abendsonne tröstet uns, es ist noch richtig sommerlich warm geworden.

20190525_174021-1300_thumb

20190525_192831-1300_thumb

 

Enkhuizen

Weiter geht es mit W 5-6 nur eben um die Ecke, nach Enkhuizen.

vlcsnap-2019-05-28-06h34m07s259-1300[1]

Die Friesland war von 1956 bis Mitte der 80-er Jahre eine Fähre zwischen Harlingen und den Inseln Vlieland und Terschelling. Heutzutage wird sie liebevoll in Fahrt gehalten und macht vor allem Fahrten zwischen Enkhuizen und Medemblik.

vlcsnap-2019-05-31-07h28m29s510-1300

Fender und Leinen klarmachen vor Enkhuizen.

vlcsnap-2019-05-31-07h29m14s330-1300[1]

Wenig Betrieb auch hier.

vlcsnap-2019-05-31-07h28m11s560-1300[1]

vlcsnap-2019-05-31-07h29m26s853-1300[1]

Uns als alten erfahrenen Pommes-Essern passiert es doch tatsächlich, dass wir uns überfallen lassen. Noch nicht einmal von einer anständigen Seemöwe sondern von einer Lachmöwe und ein paar Dohlen.

vlcsnap-2019-05-28-06h37m27s285-1300[2]

Ungewohnt leere Straßen in Enkhuizen.

vlcsnap-2019-05-31-07h30m41s542-1300

vlcsnap-2019-05-31-07h31m01s300-1300

vlcsnap-2019-05-31-07h31m09s797-1300[1]

vlcsnap-2019-05-31-07h31m18s789-1300[2]

vlcsnap-2019-05-31-07h31m31s889-1300[2]

vlcsnap-2019-05-31-07h36m11s432-1300

vlcsnap-2019-05-31-07h37m00s888-1300

Trotz sechs Windstärken amüsieren sich die Jugendlichen mit einer einfachen Stahljolle, wie sie von den niederländischen Pfadfindern verwendet wird.

Abends und nachts zieht der Wind an auf 7-8, wir haben uns gut geschützt gelegt. vlcsnap-2019-05-31-07h35m36s909-1300[1]

 

Lustsegeln nach Lelystad

Enkhuizen kennen wir zu gut, wir wollen lieber noch etwas segeln. Also nach Lelystad, einfach aus Spaß am Segeln.

Ein wirklich interessantes Ziel ist das nicht, es ist einfach ein schöner Kurs. Der Wind ist wieder auf W 5-6 zurückgegangen.

20190527_112647-1300_thumb

Das neue Großsegel steht auch gerefft prima.

20190527_105649 1300_thumb

Wir mögen den Houtribhaven besonders und liegen fast immer dort.

Regine besucht das Outletcenter, ist aber wenig begeistert. Immer mehr Leerstände und immer weniger wirklich interessante Angebote.

20190527_141310-1300_thumb

Die Nationale soll etwas gekürzt werden. Das hat nichts mit der Europawahl zu tun, sie hakt sich zu gerne fest.

20190527_195100-1300_thumb

 

Hoorn

Am nächsten Morgen fahren wir gleich durch die Houtribschleuse und nach Hoorn. Da waren wir seit einigen Jahre nicht mehr.

Die Hafenmeisterin macht uns gleich darauf aufmerksam, dass ab 01.06.2019 zusätzlich zum Liegegeld zwei Euro Toeristenbelasting (quasi Kurtaxe) pro Person erhoben werden müssen. Glücklich ist sie damit sichtlich nicht. Wahrscheinlich wird die Umsetzung sich auch verzögern.

Wir machen auf der Parkseite des Stadthafens fest.

IMG_2573 1300

IMG_2578 1300

Von da hat man es zwar etwa weiter zu den Sanitäreinrichtungen, aber dafür gibt es Ruhe und den schönen Blick auf die alte Stadt.

IMG_2605 1300

IMG_2607 1300

In Hoorn ist es lauter und verkehrsmäßig knubbeliger als in manch vergleichbarer Stadt. Aus irgendwelchen Gründen bekommen es manche alten Städte gut in den Griff, die Innenstädte zu versorgen und die Geschäfte zu beliefern, andere weniger.

IMG_2690 1300

IMG_2703 1300

IMG_2698 1300

Dabei ist eindeutig noch keine Saison.

IMG_2751 1300

Hoorn ist trotzdem immer wieder einen Besuch wert.

IMG_2622 1300

IMG_2628 1300

IMG_2695 1300

IMG_2713 1300

IMG_2745 1300

Am Giebel dieser drei Häuser vom Anfang des 17. Jahrhunderts wird der Verlauf einer Seeschlacht dargestellt, die ein paar Jahre vorher stattgefunden hat.

IMG_2764 1300

IMG_2770 1300

IMG_2771 1300

IMG_2772 1300

Überhaupt lohnt sich hier oft ein Blick zu den Giebeln.

IMG_2754 1300

IMG_2711 1300

IMG_2734 1300

IMG_2732 1300

IMG_2742 1300

IMG_2715 1300

Die Integration neuer Bebauung in das alte Stadtbild hat auch hier durchweg gut geklappt.

IMG_2598 1300

IMG_2777 1300

Eine der größten Kirchen der Stadt und diese kleineren wurden säkularisiert und werden nun höchst weltlich verwendet.

IMG_2746 1300

IMG_2735 1300

IMG_2740 1300

IMG_2741 1300

Als Beispiel weniger begeisternder Architektur kann man selbst von hier aus die riesigen Wohntürme in Almere sehen, weit entfernt auf der anderen Seite des Markermeeres.

IMG_2602 1300

Der ehemalige Fluchthafen vor den Stadtwällen ist heutzutage Vereinshafen.

IMG_2596 1300

Die frühere Gefängnishalbinsel ist jetzt ein Ort für Kultur, Museum und Pflege alter Schiffsbautraditionen.

IMG_2686 1300

IMG_2677 1300

IMG_2683 1300

Die große Marina Grashaven liegt gleich neben der Altstadt.

IMG_2663 1300

Es fällt uns nicht schwer, in Hoorn noch einen Hafentag anzuhängen.

IMG_2614 1300

IMG_2616 1300

IMG_2652 1300

IMG_2656 1300

IMG_2660 1300

IMG_2670 1300

IMG_2720 1300

 

Wieder nach Lemmer

Es ist soweit, wir müssen erstmal zurück. Ein paar Tage im Enkelmodus, dann ein bisschen schnöder Alltag.

Nachts und den halben Vormittag bläst es noch mit SW 6, dann lässt es etwas nach. Wir fahren mittags los, sobald das Boot vom nächtlichen Regen abgetrocknet ist.

20190530_075312 1300

Weil wir sowieso den größten Teil der Strecke vor dem Wind fahren müssen wird es bequemes Genuasegeln.

Wir schleusen durch das Naviduct in Enkhuizen. Das ist eine Kombination von Schleuse und Aquaduct, weltweit erstmalig. Bei einem Aquaduct wird eine Straße unter einem Wasserweg her geführt, die Bezeichnung ist in Deutschland nicht üblich.

Das Naviduct wurde in einem speziell dafür angelegten Polder gebaut.

Technisch interessant, aber praktisch ist wichtiger, dass der starke Wind quer zur Schleusenkammer weht. Die Schleusenkammer ist 125 m lang und 12.5 m breit. Da passen also viele Boote rein. Reinfahren können aber immer nur zwei nebeneinander. Die Boote dahinter müssen abwarten, bis die davor festgemacht haben. Dieses Abwarten ist vor der Schleusenkammer bei dem starken Querwind nicht ganz einfach, das Festmachen in der Schleuse für manche auch nicht. Insgesamt eine leicht chaotische Veranstaltung, aber es gibt keine größeren Schäden. Das eigentliche Schleusen geht dann schnell.

20190530_144350 1300

Am Ausgang des Krabbersgats gibt die Besatzung einer Segelyacht mit den Armen Notsignale. Sie treiben auf eine Untiefe zu und wir wollen sie in den Hafen schleppen. Als wir die Genua geborgen haben und wieder bei ihnen sind bekommen sie den Motor in Gang, alles ist gut.

Wir haben noch ein paar Stunden schönes Segeln und sind eigentlich viel zu schnell am Ziel.

vlcsnap-2019-06-05-07h40m19s630.png

vlcsnap-2019-06-05-07h40m45s653.png

Jawohl, Lemmer hat auch richtig maritime Seiten!

vlcsnap-2019-06-05-07h42m09s531

Bei der Einfahrt nach Lemmer sehen wir in dicken Päckchen Skutjes liegen. Da wird wohl wieder eine der traditionellen Regatten mit diesen alten Schiffen anliegen.

vlcsnap-2019-06-05-07h42m23s645.png

vlcsnap-2019-06-05-07h42m44s399.png

Offenbar hat die Saison begonnen, alles ist fest in deutscher Hand. Das ist genau das Lemmer, wie wir es nicht mögen.

20190530_195836 1300

20190530_200138 1300

20190530_210909 1300

20190530_211630 1300

Trotzdem gönnen wir uns zum Abschluss die traditionelle Pizza.

20190530_202932 1300

Unvermeidlich, dass man dabei auch soziologische Studien betreibt und Gesprächsfetzen auffängt. Ein bisschen wie Mallorca oder ähnliche Biotope. Aber interessant ist es schon, zumal wir natürlich ganz anders sind…

Am nächsten Morgen fahren wir nach Hause, aber im Juli geht es weiter.

 

Hier ist das Video zum Törn:

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.