S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln

Sommerurlaub 2018

 

Urk

Di., 24.07.2018

Der erste Urlaubstag führt uns von Lemmer nach Urk, nur eben um die Ecke. Wir sind mit Freunden verabredet, die mit ihrem Boot aus Richtung Amsterdam kommen.

Es ist ein tropischer Tag, in diesem fantastischen Sommer nichts Besonderes. Der Preis dafür ist an vielen Tagen wenig oder kein Wind. Heute fängt es mit SW 2 an. Nach zwei Stunden wird es weniger, aber das Boot bewegt sich noch.
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Nach einer weiteren Stunde hilft auch die ganze Geduld nicht mehr, der Wind ist weg. Stattdessen bringt der Tag wieder mal eine Insektenplage.
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Unsere Freunde treffen wir punktgenau vor der Hafeneinfahrt und machen zusammen an der Kade fest.

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Sie kennen Urk noch nicht, so wird es eine kleine Ortsbesichtigung, die im Restaurant De Kaap bei gutem Essen endet. Wegen Personalmangel gibt es nur eine reduzierte Karte, aber die Qualität hat darunter nicht gelitten.

 

Enkhuizen

Mi., 25.07.2018

Wir segeln heute zusammen los und wollen unterwegs schauen, welches Ziel sich anbietet.

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Zunächst ist es eine dreiviertel Stunde lang Enkhuizen. Es ist heiß, etwas dunstig, NW 2-3. Wassertemperatur laut Centrale Meldpost 24.2 Grad. Wir kommen nicht gut voran, so macht das keinen Spaß. Wir verabreden einen Zielwechsel, es soll Stavoren sein. Nach anderthalb Stunden rafft der Wind sich zu NW 3-4 auf. Wir machen einen erneuten Zielwechsel, jetzt doch Enkhuizen. Nun sind die Bedingungen prima, wir können bis vor den Buitenhaven segeln.

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Nachmittags Shopping, ja, sogar ich! Hosen gekauft, kurze. Ich hatte noch nie so viele kurze Hosen wie in diesem Sommer. Abends probieren wir das Schlauchboot von Noit Docht aus. Ganz nett, aber zumindest mit lärmendem Zweitaktmotor ist so etwas keine Option für uns.

 

Stavoren

Do., 26.07.2018

Wir segeln ohne festes Ziel los, grobe Richtung Norden.

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Wieder tropisches Schlappwindsegeln.

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Winde aus wechselnden Richtungen mit kaum nennenswerten Stärken bringen uns schließlich nach Stavoren, in den Stadthafen.

Unweit der legendären Frau von Stavoren gibt es jetzt auch den zur Legende gehörenden Fisch. Krass weniger künstlerisch, dafür als Spielplatz nutzbar.

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Es gibt noch ein paar aktive Fischkutter in Stavoren und liebevolle Nachbauten der alten Fischereifahrzeuge, der Staverse Jollen.

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Es ist erstaunlich wenig los.

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Abends machen wir uns Gedanken, wie es weitergehen soll. Wir entschließen uns, seeseitig an den Inseln vorbei zu fahren, wahrscheinlich in einem durch bis Norderney. Das bedeutet eine Nachtfahrt.

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Nachts gibt es Gewitter. Kein Wunder, nachdem es bis spät abends über 30° warm war.

 

Den Oever

Fr., 27. – 29.07.2018

Ost 3, tropisch, träges Segeln nur mit der Genua nach Den Oever. Wir liegen in der Marina.

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Diesen Knopf in der Dusche lieben wir, ohne ihn würde man selbst beim Duschen schwitzen. Die Schwalben räumen gründlich mit unserem Spinnenbestand auf.

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Zwei Hafentage, während wir auf gute Bedingungen für die Nachtfahrt warten. Für Nachtfahrten haben wir die Vereinbarung, dass möglichst nur unter moderaten Umständen gefahren wird. Viel Wind, Gewitter und Regen sind angesagt. So trifft es auch ein. Genau so etwas verstehen wir nicht unter guten Bedingungen.

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Wir fahren mit den Rädern zum Waddenhaven, der außerhalb der Schleuse liegt. Uns interessiert, was dort mittlerweile an Versorgung geboten wird.

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Offenbar gibt es Strom und Wasser an den Stegen, aber keine sanitären Einrichtungen.

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Sonnabend wollen wir im legendären Hafenrestaurant Dikke Bries essen, aber es ist voll.

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Wir reservieren für Sonntag.

Dikke Bries ist ein überregional bekanntes Restaurant. Nicht nur wegen der guten Küche, sondern auch wegen der kuriosen Gestaltung des Interieurs.

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Morgen wollen wir los.

Den Blutmond kriegen wir gerade noch mit. Aus seiner Sicht wirken wir durch das Mückennetz wohl etwas gerastert.

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Texel

Mo., 30.07. – Mi., 01.08.2018

 

Wir starten zu dem langem Schlag längs der Küste. Angenehme Bedingungen sind vorhergesagt. Es ist wieder heiß, SO 2-3, dann SW 3. Schönes Segeln mit Schiebestrom. An Den Helder vorbei segeln wir durch das frühere Fahrwasser Molengat, mit gebührender Vorsicht. Diese Strecke versandet von Jahr zu Jahr mehr und wir kennen die tatsächlichen Tiefen nicht zuverlässig. Ist aber harmlos, als geringste Tiefe treffen wir nahe Hochwasser 4.8 m an.

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Seewärts von Texel finden wir allerdings fast keinen Wind mehr. Es steht noch eine alte Dünung von den windigen Tagen zuvor. Das lässt das Boot unangenehm torkeln, Segel und Baum schlagen. Purer Verschleiß ohne Gegenleistung. Wir versuchen, weiter draußen mehr Wind zu finden oder dichter unter Land Seewind zu packen. Beides klappt nicht. Die Prognosen gehen mittlerweile auch in Richtung Schlappwind. Nach anderthalb Stunden beschließen wir, abzubrechen und umzuplanen.

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Unter Motor fahren wir nach Oudeschild. Texel ist gut geeignet, ein bisschen Zeit zu verbringen. Der Hafen ist gestrichen voll. Wir gehören zu den letzten, die in der hintersten Ecke noch ein Plätzchen als Dritte im Päckchen finden.

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Texel hat den besten Spielplatz, den ich an einem Yachthafen kenne.

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Die Deicherhöhungen sind noch im Gange.

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Am Dienstag machen wir wattseitig hin und dann weiter binnen zurück eine Radtour.

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Dabei kommen wir zufällig durch das Dorf Oosterend. Irgendwie war uns das bei früheren Texel-Aufenthalten entgangen. Dabei ist es unbedingt einen Besuch wert.

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Der Wein ist sogar echt.

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Am Mittwoch folgt die Radtour durch den westlichen Teil der Insel.

An der Wattseite werden unkonventionelle Maßnahmen für den Hochwasserschutz vorbereitet. Man will eine künstliche Dünenlandschaft mit Lagune herstellen.

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Die Kirche in Den Hoorn.

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Wir besuchen auf dem Rückweg Den Burg, wo gerade ein angenehm wenig kommerzieller Künstlermarkt stattfindet. Was natürlich nicht heißt, dass die Künstler kein Geld für ihre Werke haben wollen.

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Gleich neben dem Trubel gibt es ruhige schattige Ecken.

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Morgen fahren wir über die Staande Mast Route weiter. Wenn schon motoren, dann lieber binnen. Da gibt es mehr zu sehen und es ist nicht so frustrierend.

 

Burdaard

Do., 02.08.2018

Heiß, kein nennenswerter oder gar nutzbarer Wind, Sommer 2018 eben.

Wir motoren nach Harlingen. Immerhin schiebt die Gezeitenströmung.

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Die Fahrt ist ereignislos, aber zumindest abwechslungsreicher als Motoren auf See.

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Die Muschelfischer sind mehr Bauern und Züchter auf See als Fischer im eigentlichen Sinne.

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Derartige Quallen werden wir in diesem Sommer überall antreffen, auch in der Ostsee.

In Harlingen schleusen wir in den Harinxma-Kanal.

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Längs der Kanäle sieht man immer wieder interessante Beiträge zum Thema Schöner Wohnen. Vor allem die Häuser mit eigenem Liegeplatz haben es uns natürlich angetan.

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Eingangs von Leeuwarden bleiben wir vor einer Brücke hängen. Wegen des Berufsverkehrs werden von 16 bis 18 Uhr die Brücken nicht bedient. Wer die Höhe seines Bootes sehr genau kennt ist gut dran und kommt weiter.

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Danach geht es durch Leeuwarden hindurch ungewohnt hakelig weiter. Vor jeder weiteren Brücke gibt es eine kleine Wartezeit, das klappt normalerweise wesentlich geschmeidiger.

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Durch die kleinen Verzögerungen kommen wir aus dem Zeitplan. Die Brücken werden nur bis 20 Uhr bedient und bis dahin wollen wir in einem Yachthafen sein. Die holländischen Yachtfahrer vor uns scheinen Ähnliches vorzuhaben. Sie geben plötzlich viel Gas und kommen außer Sicht. In dem winzigen Ort Burdaard kommen wir um 20.05 h an die letzte Brücke, die uns vom Yachthafen trennt. Pech, zwei rote Lichter sind an, d.h. die Brücke wird nicht mehr bedient. Wir machen mitten im Ort fest, hinter der holländischen Yacht. Sie haben es auch nicht geschafft, obwohl sie rechtzeitig an der Brücke waren. Bald erscheint der Hafenmeister, der auch Brückenbediener ist. Es entspannt sich eine Diskussion, denn seiner Meinung nach endet seine Dienstzeit schon um 19 Uhr, trotz der anders lautenden offiziellen Angaben. Als Kompromiss können wir kostenlos liegen und eigentlich ist der Platz auch schöner als im Yachthafen.

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Lauwersoog

Fr., 03.08.2018

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Morgens fahren wir sobald wie möglich weiter. Im malerischen Dokkum machen wir anderthalb Stunden Mittagspause, bummeln und kaufen ein bisschen ein. Es ist wieder ein tropischer Tag.

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Danach geht es bei schönstem Wetter weiter durch die Kanäle.

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In Lauwersoog schleusen wir auf die Wattseite, um am nächsten Tag nicht von den Bedienungszeiten der Schleuse abhängig zu sein. Zufällig kommen uns unsere Freunde auf Noit Docht quasi in der Schleuse entgegen.

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Borkum

Sa., 04.08.2018

Wir fahren früh los und wollen das Ziel davon abhängig machen, was möglichst ohne viel Motoreinsatz geht. Es ist warm und schlappwindig, zeitweise auch windstill. Dann muss der Motor ran.

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Erst ab halb elf gibt es wenig, aber stabilen Wind, nordwestlich 2. Damit können wir bis in den Hafen von Borkum segeln. Wir bleiben im Offshore-Hafen. Uns reicht ein Platz im Päckchen, wir wollen ja nur übernachten. Im Vereinshafen ist nichts frei und das Schlickloch Port Henry indiskutabel.

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Für einen Cappuccino wandern wir rüber in den Vereinshafen. Bei der Gelegenheit geben wir auch den Duschenschlüssel ab, er ist immerhin 50 € Pfand wert. Wir werden künftig nicht mehr so oft auf Borkum sein.

 

Norderney

So., 05. – Mo., 06.08.2018

Auch heute geht es wieder früh los.

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Die Abfahrtzeiten werden hier nun mal von Gezeiten und Strömung diktiert. Mit der Ebbe wollen wir uns raus auf die Nordsee spülen lassen und mit der Flut in Norderney wieder rein. Zunächst ist es zwei Stunden sportliches Segeln, Kreuzen mit dem Strom bei NW 4-5. Dann lässt der Wind wieder nach und wir taumeln in der 1 ½ m-Dünung, die von stürmischem Wetter weiter draußen auf der Nordsee stammt. Für zwei Stunden muss der Motor wieder helfen, dann rafft der Wind sich allmählich auf.

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Vorbei an Juist und durch das Fahrwasser Schluchter segeln wir nach Norderney und finden sogar einen Platz am Kopf eines Stegs.

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Am nächsten Tag bleiben wir noch hier. Kollege Martin und seine Frau Silke machen Urlaub auf der Insel und besuchen uns. Deren Bootsbesichtigung hatte bei früheren Gelegenheiten immer wieder nicht geklappt.

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Natürlich ist es wieder ein heißer Sommertag.

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Das Gras ist fast überall von der Sonne verbrannt.

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Nur lebenswichtige Stellen wie auf den Golfplätzen wurden mit viel Aufwand grün gehalten.

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Unter Kultur versteht man hier traditionell den Sundowner an der Milchbar und für eine andere Klientel das Kurkonzert.

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Wangerooge

Di., 07. – Mi., 08.08.2018

Am nächsten Tag fahren wir kurz vor Mittag weiter Richtung Osten, ohne festes Tagesziel. Wir kreuzen gegen ONO 3, es ist heiß, aber nicht mehr drückend.

Langeoog lassen wir an Steuerbord liegen.

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Um halb sechs sind wir an der Ansteuerungstonne für Spiekeroog. IMG_0827 1300
Es ist aber so herrliches Segeln, dass wir noch nicht aufhören mögen. Ein kurzes Rechnen ergibt, dass wir Wangerooge noch schaffen können, akkurat bei Hochwasser. So klappt es auch, ohne motoren zu müssen. Wieder einmal laufen wir mit dem letzten Licht ein.

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Am nächsten Tag bleiben wir im Hafen. Es ist vormittags schön und sehr warm, nachmittags windig, SW 6, Böen bis 8. Dabei weitgehend sonnig, schönes Wetter für Radtouren und ausgiebige Strandspaziergänge.

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Morgen soll der Wind vorübergehend nachlassen und abends stark zunehmen. Die folgenden Tage sollen stürmisch werden. Diese Zeit wollen wir lieber auf Helgoland als auf Wangerooge verbringen.

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Die beiden Wahrzeichen von Wangerooge, die Jugendherberge im Backsteinturm und der markante Leuchtturm.

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Helgoland

Do., 09. – So., 12.08.2018

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Am Vormittag fahren wir eine Stunde vor Hochwasser los. Rechnerisch müssten wir genau das Wetterfenster bis zum späten Nachmittag nutzen können.

Über den Schifffahrtswegen der Großschifffahrt sieht man bei dem ruhigen Wetter einen permanenten Streifen gelben Dunstes. Es erinnert mich an die Dunstglocke über dem Ruhrgebiet vor 40 Jahren. Man ist wohl aufmerksamer geworden, was überall aus den Schiffsschornsteinen geblasen wird, seit man die Hintergründe der Problematik kennt.

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Leider ist mit östlichen Winden um 2 bis 3 nicht viel los. Trotzdem kommt bald Helgoland in Sicht.

Manchmal sehe ich in den mit Guano bedeckten Felsen ein archaisches Gesicht, etwa wie die Moai der Osterinseln.

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Wir sind kurz vor der Insel, als hinter uns eine Regenfront aufkommt. Also Segel runter und Motor an. Um vier sind wir vor dem Südhafen, die ersten Tropfen fallen.

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Wir wollen diesmal aber in den geschützteren Nordost-Hafen. Eine Viertelstunde später machen wir dort fest. Mittlerweile schüttet es und ist ordentlich windig. Trotzdem krabbeln einige Segler aus ihren Booten und helfen uns, wir werden alle klatschnass.

Um an Landstrom zu kommen brauchen wir fast 50 m Kabel. Der direkte Weg führt über diese Leiter. Auch für den indirekten Weg über die steile Rampe sollte man bei Niedrigwasser festes Schuhwerk tragen.

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Der Wind nimmt stark zu und nachts ist Sturm. Wir sind froh, dass wir geschützt liegen, im Hafen ist aber viel Schwell. Ich fädele in die Festmacherleinen Ruckdämpfer ein, das war eh längst überfällig.

Am nächsten Vormittag weht es immer noch mit W 7, Böen bis 10. Tagsüber lässt es etwas nach, wird aber immer wieder starkwindig und nachts ist wieder Sturm. Auch Gewitter kommen vor. Im großen Südhafen liegen nur wenige Boote, die ordentlich durchgeschaukelt werden.

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Im Vereinshafen gibt es nach dem Crash der Fähre vor etlichen Monaten deutlich weniger Liegeplätze. Die verbliebenen sollte man aufgrund der Unterwasserhindernisse sehr vorsichtig ansteuern.

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Die Börteboote müssen am nächsten Tag Regatta fahren. Das Sondermodell ist sicherlich für die Getränkeversorgung zuständig.

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Wieder schönes Wetter zum Spazierengehen.

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Auch am Sonnabend gibt es immer wieder kurze Schauer. Es bleibt starkwindig, aber dabei wird es schön und sonnig. Die Bäderschiffe ankern wegen des Wetters vor dem Nordost-Hafen und die Passagiere werden in diesen Hafen ausgebootet.

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Am frühen Abend ist die Börtebootregatta. Hört sich toll an, macht aber nicht viel her. Die Boote fahren einen Viereckkurs zwischen der Hauptinsel und Düne. Das Boot mit dem stärksten Motor gewinnt eben.

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Wichtiger, gerade auch für die Einheimischen und ihre Gäste, scheint aber etwas anderes zu sein. Alle müssen ordentlich nass werden, dafür ist sehr geeignetes Wetter. Und anschließend muss ausgiebig gefeiert werden, mit Livemusik und vielen Getränken.

Wie machen endlich unseren beliebten Abendspaziergang ums Oberland.

An manchen Stellen sieht man noch die Reste des alten Rundweges. Wegen der Abbrüche muss er immer weiter weg von der Kante verlegt werden.

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Die Basstölpel faszinieren immer wieder.

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Auch am Sonntag regnet es ab und zu leicht, der Wind nimmt ab. Wir fahren endlich mal mit der Fähre rüber zur Düne. Das schieben wir schon seit Jahren vor uns her.

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Tönning

Mo., 13.08.2018

Heute sind nur noch östliche Winde um 3. Wir fahren morgens um sieben los, es ist bedeckt und warm. Unterwegs fängt der Autopilot an zu spinnen und ist praktisch nicht mehr nutzbar. Von St. Peter-Ording und den Nachbarorten sehen wir im Dunst nicht viel.

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Gegen halb zwei sind wir am Eidersperrwerk, die Brücke wird sofort geöffnet. Das ist ja wie in Holland! Hinter dem Sperrwerk kommt uns ein Ausflugsdampfer entgegen und der Kapitän fordert seine Fahrgäste auf, uns lautstark zu begrüßen. Das machen die mit Begeisterung, was für ein netter Empfang! Hinter dem Sperrwerk geht es scharf um die Ecke. Mit so viel Kabbelwasser und Querstrom hatten wir gar nicht gerechnet, hier sollte man nicht zu knapp motorisiert sein. Bald wird es ruhiger, nur die Strömung begleitet uns noch bis weit ins Hinterland.

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Zwei Knoten scheinen normal zu sein. Das ist beim Warten vor Brücken oder Schleusen nicht angenehm, vor allem bei viel Wind und wenn dieser möglichst noch aus einer anderen Richtung kommt als die Strömung.

Kurz vor drei machen wir in Tönning fest. Der Hafen ist viel kleiner und enger als wir uns vorgestellt hatten, er fällt so gut wie trocken.

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Aber es ist richtig puppig in Tönning und wir begegnen nur netten Leuten.

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Der Fischladen am Hafen war uns schon auf Wangerooge von Seglern empfohlen worden und sie haben nicht zu viel versprochen. Wir decken uns mit leckeren Sachen für die nächsten Tage ein.

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Abends essen wir in einem Restaurant mit Blick auf unser Boot.

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Eider (Süderstapel)

Di., 14.08.2018

Heute können wir erst kurz vor drei los. Wir müssen wegen der Gezeiten warten, bis genügend Wasser da ist. Das Eidersperrwerk wird nur bei Sturm geschlossen, ansonsten können Ebbe und Flut weiterhin bis weit ins Hinterland wirksam bleiben. An der Einmündung zum Hafen kommen wir soeben durch, es ist noch arg flach.

Dann kommt gleich die erste Brücke. Vier Windstärken plus über zwei Knoten Strom drücken uns in Richtung Brücke. Lichtzeichen, ob mit einer Öffnung der Brücke zu rechnen ist, gibt es nicht. Eine Ansprechbarkeit über Funk ist nicht gegeben, ein Platz zum Festmachen während des Wartens fehlt auch. All so etwas ist man aus Holland als selbstverständlich gewöhnt. Hier werden wir uns wieder umgewöhnen. Sportboote sind hier nicht wirklich vorgesehen, es gibt keine Infrastruktur dafür. Undenkbar, dass eine große Schleuse nur für ein popeliges Sportboot bedient wird. Oft gibt es nicht einmal geeignete Poller in den Schleusen, aber irgendwie geht es natürlich trotzdem. Bei den unebenen Wänden der Schleusen sind Fenderbretter keine schlechte Idee. 

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Vor den nächsten Brücken haben wir nur wenig Wartezeit, die hinter Friedrichstadt öffnet sogar sofort. Von dort an haben wir nur noch einen halben Knoten Schiebestrom. Friedrichstadt schlabbern wir diesmal, ich kenne es von früher. Wir sehen nur die Kirchtürme im Vorbeifahren.

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Dann kommt die Schleuse Nordfeld. Sie trennt die gezeitenabhängige Tideneider von der Binneneider mit gleichmäßigem Wasserstand. Vor dieser Schleuse kommen Strömung und Wind diesmal  aus unterschiedlichen Richtungen. Zunächst ist uns nicht klar, wie das Schleusen hier vor sich geht. Dann entdecken wir mitten im Wasser einen Eisenpfahl, daran ein senkrechter Draht und ein Schild. An dem Draht soll man ziehen, wenn man geschleust werden will, aber nur einmal!

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Eine Möglichkeit, dort mal eben festzumachen gibt es nicht. Wer denkt sich so etwas aus? Wir suchen zunächst die versteckte Kamera. Beim Bedienen des Drahtes, selbstverständlich nur einmal, verlieren wir auch noch einen Bootshaken. Das Schleusen klappt zügig, aber erst nachdem ich dem Schleusenbediener 10 € Obulus gebracht habe. Er sitzt in einem Büro, von dem aus er nur Sicht nach innen auf die Schleuse hat, nicht nach außen. Sinnige Architektur…

Wir fahren noch zwei Stunden weiter und warten die ganze Zeit auf die besonders romantischen Abschnitte der Eider. Die müssen woanders sein oder unsere Maßstäbe sind durch Friesland verdorben. Wir finden es etwas eintönig.

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Mag sein, dass auch das durchwachsene Wetter zu dem Eindruck beiträgt.

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Immerhin gibt es hier Seeadler!

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Wir übernachten in Süderstapel und den kleinen Hafen können wir uneingeschränkt empfehlen. Freundlicher Empfang, prima Sanitäreinrichtungen und hier, mitten in der Pampa, sogar sehr gutes Wifi.

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Rendsburg

Mi., 15.08.2018

Kurz vor zehn geht es weiter. Wir fahren über die relativ breite baumgesäumte Eider durch Bauernland.

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Auf der nächsten Brücke ist eine Baustelle, die erst mal abgeräumt werden muss, bevor die Brücke für uns bedient werden kann.

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Die Seeadler bleiben tatsächlich die einzige Abwechslung. Man könnte hier lediglich ankern, Landgänge außerhalb der kleinen Anlegestellen von Vereinen und Campingplätzen sind nicht vorgesehen. Außer, wenn man Ankern so definiert:

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Immer wieder versuchen wir zu segeln, aber das klappt hier nicht, zu viel Abdeckung durch den dichten Baumbestand.

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Um drei sind wir in der Gieselauschleuse

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und kurz darauf im Nord-Ostsee-Kanal.

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Er wird allenthalben von Wohnmobil-Plätzen gesäumt.

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Am Abend machen wir hinter Rendsburg in der Schreiber-Marina fest.

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Kiel

Do., 16. – Fr., 17.08.2018

Heute fahren wir nur noch die drei Stunden bis zur Schleuse Kiel-Holtenau. Es ist nichts Interessantes los auf dem Kanal, nur kleine Schiffe. Die Geschäfte der Lürssen-Werft mit dem Bau von Mega-Yachten scheinen gut zu gehen, dieses Schätzchen ist bescheidene 111 Meter lang.

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Die Nähe des Herbstes merkt man an erstem bunten Laub und britischen Booten auf dem Rückweg zu ihrer Insel.

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Im Flemhuder See sehen wir jetzt Festmacher-Pfähle für Yachten, man muss nicht mehr ankern.

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Die Schleuse kostet uns nur eine halbe Stunde.

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Gegen zwei machen wir im Sportboothafen Kiel-Düsternbrook fest. Wie dürfen direkt unter dem Hafenmeisterbüro liegen bleiben. Ein schöner Sommertag, wir sitzen bis in die Dunkelheit draußen.

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Am nächsten Tag bleiben wir in Kiel, wieder Sommer, nur nachmittags zwei Stunden leichter Regen. Ich packe die Fahrräder aus, wir schauen uns die Stadt an, kaufen einen neuen Bootshaken und ergänzen unsere Vorräte.

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Damp 

Sa., 18.08.2018

Um neun segeln wir los.

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Wieder Sonne satt und zunächst eher schwacher SW-Wind. In der Höhe von Laboe, wo das Fahrwasser am engsten ist, müssen wir Slalom zwischen Angelkähnen fahren, die mit Vorliebe im betonnten Fahrwasser ihrem Gewerbe oder Hobby nachgehen.

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Auf der Kieler Förde scheint das zur Folklore zu gehören, genau wie die nicht selten rücksichtslosen Fähren. Das hatten wir von einheimischen Seglern schon gehört.

Außerhalb der Förde legt der Wind zu, erst 3, dann 4-5, perfektes Segeln! Schade, in Damp sind wir mit Sue verabredet, sonst wären wir noch lange weiter gesegelt.

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Sue ist vorwiegend einhand mit ihrem 8 m-Segelboot unterwegs und fast am Ende ihres Urlaubs. Abends kommt sie an Bord und es wird etwas später.

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Damp ist von der Atmosphäre her eindeutig mehr Kurort als Hafen. Daran ändert auch der alte Dampfer nichts, der am Strand zur letzten Ruhe gebettet wurde.20180819_064757 1300

 

Marstal 

So., 19. – Mo., 20.08.2018

Wir fahren wieder ohne festes Ziel los. Erst mal ein Stück raus, dann grobe Richtung Norden. Nach drei Stunden beschließen wir, nach Marstal abzudrehen. Wir gönnen uns gerne den Luxus, Kurs und Ziel danach auszurichten, wie es sich gerade besonders angenehm segelt oder wie die Verteilung von Sonne und Schatten der Segel an Bord ist. In diesem wunderbaren Sommer ein wichtiges Thema! Es ist wieder angenehmes Segeln bis vor die Hafeneinfahrt, erst SW 3-4, später 2-3.

In Marstal stellen wir erstaunt fest, dass wichtige Attribute einer Hafenstadt mittlerweile fehlen. Keine Hafenkräne mehr, die man von weither ansteuern konnte, kein Schwimmdock mehr, sogar die Fähre wurde abgeschafft!
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Traditionell suchen wir uns eine Box aus, für die unsere Heckleinen zu kurz sind und müssen hurtig Leinen zusammenknoten.

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Der Montag ist Hafentag. Wir schauen uns die Stadt an. Sie scheint uns weniger maritim zu sein als früher, dafür werden die typischen alten Häuser mehr betont. IMG_1372 1300IMG_1373 1300IMG_1374 1300IMG_1375 1300IMG_1376 1300IMG_1377 1300

Es passt gut zum Ortsbild, dass Marstal gerne von alten Schiffen angelaufen wird.

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Das maritime Museum ist offenbar erweitert worden, das schauen wir uns ein anderes Mal an. Dafür braucht man schon einen Tag.

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Am Museumskai liegt einer der letzten beiden alten „Caroliner“ von kurz nach dem 2. Weltkrieg. Das waren Küstenfrachter, zu ihrer Zeit wichtig für die Region.

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Auch diesem Projekt kann man nur die Daumen drücken.

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Die Einheimischen sind aus grundsätzlichen und praktischen Gründen überhaupt nicht glücklich über den Wegfall der Fährverbindung. Es gibt Pläne für eine neue Schnellfähre, aber die Umsetzung steht noch in den Sternen. Manche Einwohner von Marstal benutzen nur die Fähre, die den Namen ihrer Stadt trägt, wo sie nun schon gezwungen sind, von Ærøskøbing aus zu fahren. Ob dieses Trotzes ist man ein bisschen an den Roman „Wir Ertrunkenen“ erinnert.

Natürlich darf auch der Spaziergang zu den Strandhäusern nicht fehlen, touristisch vielleicht der bekannteste Teil von Marstal.

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Mit diesem Job, als Steinfischer, wurden in den letzten hundert Jahren viele alte Schiffe verschlissen. Es gibt in Dänemark einen großen Bedarf an quasi Großgeröll, das die Eiszeiten zurück gelassen haben. Mit diesen kleinen Findlingen werden Küstenbefestigungen und Hafendämme gebaut.

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Noch weitere alte Schiffe sind auf dem Weg nach Marstal.

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Ærøskøbing 

Di., 21. – Mi., 22.08.2018

Nach Ærøskøbing ist es nur ein Katzensprung. NW 3 und Sonne sind perfekte Voraussetzungen für kommodes Kreuzen. Das sehen auch einige der Traditionsschiffe so.

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Wir segeln die Abkürzung Richtung Bredholm und dann in etwa das Mørkedyb-Fahrwasser. Hier kommt uns der zweite der überlebenden Caroliner entgegen.

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Zweieinhalb Stunden tolles Segeln, dann sind wir leider schon da. Ærøskøbing wollen wir aber diesmal nicht auslassen.

Eine Meile vor dem Hafen hat ein großes Kreuzfahrtschiff geankert. Die letzten Passagiere werden gerade mit Booten zurück an Bord gebracht. Dann fährt das Schiff weiter. Immer wieder sieht man die obligatorische Rauchfahne.

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Wir machen im Stadthafen fest, er ist fast leer. Hier in der Ostsee endet die Hauptsaison viel früher als in Holland.

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Eine erste Runde durch den Ort zeigt, dass sich erfreulicherweise wenig verändert hat.

Die Fähren haben ein neues Farbdesign bekommen.
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Die Werft, wo früher Blümchen und Werner ihre Boote gebaut und verchartert haben, ist jetzt umgebaut und als aktive Museums- und Erlebniswerft in Gang gekommen.

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Alle Busse auf Ærø sind jetzt uneingeschränkt kostenlos! Das ist doch mal eine gute Idee, um auch Bootstouristen aus dem unmittelbaren Umfeld der Häfen heraus zu locken. Es lohnt sich, die Insel hat so viel Schönes zu bieten.

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Der Mittwoch ist Waschtag, die große Version einschließlich Bettwäsche. 20180822_112411 130020180822_102206

Wir versuchen, ein Paket zu verschicken. Das geht mit dem Automaten im Supermarkt oder – viel netter – mit Hilfe der freundlichen Damen im Café Blauwbaer. Muss man bloß erst mal finden, von außen und auch innen deutet nichts auf einen GLS-Shop hin.
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Kleine Impressionen aus Ærøskøbing:  ein einheimischer Roller, ein pragmatisches Verkehrsschild, ein ortstypischer Türspion, ein liebevolles Entenhausen, ein dänisches Wort, das im Deutschen einfach süß klingt.
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Nachmittags gibt es selbstgemachten Blaubeerkuchen.20180821_134041 1300

Drei von solchen Heimwehr-Schiffen sind im Hafen angekommen. Sie werden wohl Absicherung und gegebenenfalls Seenotdienst bei der Regatta übernehmen.IMG_1578 1300Dieser schöne Schoner war in seinem ersten Leben Hafenschlepper in Danzig.

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Am Wochenende wird der Stadthafen gesperrt, wegen einer Regatta der nicht ganz so schlichten Art mit über hundert teilnehmenden Booten.

 

Søby 

Do., 23. – Sa., 25.08.2018

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Wir verkrümeln uns nach Søby. Mit wenig Wind bummeln wir ausgiebig die Küste entlang.
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Es ist zunächst leicht diesig, aber warm. Nachmittags wird es sonnig und windiger.

Wir probieren erstmals unseren Furlström aus, ein großes buntes Vorsegel. Fabelhaft, mit den Leistungen bei so wenig Wind sind wir sofort einverstanden!20180823_104807 130020180823_104836 130020180823_111101 130020180823_112849 1300

Søby hängt wirtschaftlich offenbar mittlerweile ganz vom Hafen ab. Er wurde sogar etwas erweitert.

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Grillhütte und daneben der Spielplatz sind dänisch perfekt.
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Nachts hat es geregnet und auch tagsüber wird es noch ein paar Tropfen geben.
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Viele Geschäfte stehen mittlerweile leer.
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Die neue Elektrofähre Ellen liegt zwar im Hafen, ist aber noch nicht fertig.
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Zum Glück gibt es noch den gut sortierten Supermarkt und den Bäcker mit seinen leckeren Sachen. Und immer noch die vertrauensvollen Verkaufsstände am Straßenrand. Mittlerweile oft mit der Möglichkeit, per Handy zu bezahlen.
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Mit dem Bus fahren wir nach Ærøskøbing um uns das Regattatreiben anzusehen. So eine Art maritimer Zoobesuch, bloß mit Leuten.
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Als erste kommen natürlich die richtigen Rennboote rein.20180826_064535 130020180825_135059 130020180825_142607 130020180825_142610 1300
Nach und nach wird es richtig voll.
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Danach genießen wir die Ruhe in Søby .
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Wir entschließen uns spontan, nicht weiter in der dänischen Südsee herumzustochern. Stattdessen wollen wir nach Hamburg segeln und vielleicht noch Insa und Klaus von ihrem Umzug ablenken. Neugierig sind wir natürlich überhaupt nicht. Übermorgen soll richtig schlechtes Wetter sein, viel Wind und Regen. Das könnte man für die langweilige Nord-Ostsee-Kanalpassage nutzen.

 

 

Kiel 

So., 26. – Mo., 27.08.2018

Das Wetter ist zunächst freundlich durchwachsen, W 5 sorgt für zügiges Vorankommen trotz bequem gereffter Segel.

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Dann kommen von Westen Regenwalzen auf und schnell näher.

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Viermal erwischt es uns, der Wind frischt bis Stärke 8 auf. Gewitter sind auch enthalten und Starkregen. Nach drei Stunden ist das Theater vorbei und eine Viertelstunde lang ist gar kein Wind mehr. Dann gibt es erst W 3, dann 7-er Böen, um sich schließlich bei 6 einzupendeln. Damit kommen wir gut voran und sind am späten Nachmittag im Yachthafen Kiel-Stickenhörn. Immerhin bleibt es jetzt trocken.
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Am nächsten Tag bleiben wir im Hafen. Es gibt S 6-7 und viel Regen. Das ist uns zu ungemütlich für die Kanalfahrt. Nachmittags ist es für drei Stunden sonnig. Wir wandern nach Holtenau, lösen schon mal das Kanal-Ticket und kaufen ein.
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Liegeplatz Gieselau – Schleuse 

Di., 28.08.2018

 

Es geht gegen neun los, gegen halb elf werden wir aber erst geschleust.

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Über Mittag wird es mal für zwei Stunden sonnig, dann zieht es sich wieder zu, bleibt aber trocken. Unterwegs sehen wir zum ersten Mal ein Eichhörnchen durch den Kanal schwimmen.

Bisher kannte ich das nur von Rehen.

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Wir übernachten vor der Gieselau-Schleuse. Ruhiger als hier kann man kaum liegen. Gab es diese sauberen und gut betreuten Toiletten eigentlich früher schon?
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Glückstadt 

Mi., 29.08.2018

Kurz nach acht fahren wir weiter und haben um eins die Schleuse Brunsbüttel hinter uns.

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Wir fahren elbaufwärts, Südost 4-5 ist leider genau die falsche Windrichtung. Wir sind überrascht, wie wenig ausgeprägt hier der Wind gegen Strom-Effekt ist (4–5 gegen 2 kn Strom). Da geht es auf der Ems zwischen Borkum und Dukegat viel heftiger zur Sache.
Zum Übernachten haben wir uns Glückstadt ausgeguckt. Der große Binnenhafen ist nur von zwei Stunden vor Hochwasser bis Hochwasser zugänglich. Ansonsten bleibt das Tor zu, damit der Hafen nicht leerläuft. Also bleiben wir im Außenhafen, um zeitig wegzukommen. Für den weiteren Weg elbaufwärts wollen wir natürlich die Flutströmung nutzen.
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Hamburg 

Do., 30.08. – So., 02.09.2018

Kurz vor Niedrigwasser fahren wir los und steuern gleich elbaufwärts. Da gibt es eine enge flache Stelle zwischen der Insel Rhinplate und dem Festland bei Glückstadt. Wir schätzen, dass wir da so gerade durchkommen. Nach kurzer Zeit sehen wir vor uns eine andere Yacht, die offensichtlich festsitzt. Eine andere hält sich in der Nähe. Das müssen wir nicht auch haben und drehen um. Der Weg um die Rhinplate herum ist zwar weiter aber sicher, wir haben hier keine Ortskenntnisse. Auf der Elbe ist es ruppig, etwa ein Meter Welle, NW 5. Nach einer Stunde wird es ruhiger und mehr flussartig, NW 3. Insgesamt schönes Segeln mit Kreuzen vor dem Wind und deutlichem Schiebestrom.

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Im Hmburger Hafen kommen wir uns mit unserem Bötchen unwichtiger und mickriger vor als auf der Nordsee bei Sturm. Ist wohl auch so.
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Bald  kommt die Elbphilharmonie in Sicht. Die letzte halbe Stunde müssen wir motoren, weil unsere Versorgungsbatterie leer ist. Da stimmt etwas nicht mit.
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Im Cityhafen so zentral zu liegen hat schon was! Der Hafenmeister ist sehr aufmerksam, weist uns sofort einen Platz zu und hilft beim Anlegen. Hier liegt man in Doppelboxen mit stabilen Seitensteigern.
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Allerdings gibt es im Hafen immer wieder einzigartigen Schwell.
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Die nächsten drei Tage sind schön und sonnig, abends ist zu Füßen der Elbphi Open Air-Konzert, also Open Viewing-Direktübertragung auf einen 16 qm-Bildschirm. Das wird die nächsten Tage so bleiben.
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Samstagabend ist Saisoneröffnung der Elbphi, natürlich wieder direkt übertragen. Die Stimmung ist hier einfach toll.
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Das Terminal für die Passagierschiffe ist noch nicht fertig, aber offenbar für einzelne Schiffe schon nutzbar.

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Ein legendäres Geschäft mit trotzdem günstigen Preisen.
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Samstagabend ist Saisoneröffnung der Elbphi, es ist noch voller als sonst. Ich muss mein Bier in Sicherheit vor den drängelnden Massen bringen.
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Hamburg hat sogar einen Weinberg, von dem man eine schöne Aussicht hat.
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Am Sonntag ist Demo zum Thema Mittelmeer, Schleuser usw. Dank der Absperrungen haben wir den Kern der City für uns.
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Glückstadt 

Mo., 03.09.2018

Wir fahren gegen halb elf mit einsetzender Ebbe los. Erst nach zwei Stunden sind wir hinreichend aus den diversen Landabdeckungen heraus und können segeln. Auf der Elbe ist weniger Verkehr als wir erwartet haben.

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Kurz nach drei machen wir wieder in Glückstadt fest.

Das geplante Treffen mit Klaus fällt allerdings aus, er hat sich bei einem Unfall verletzt.

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Jetzt ist offensichtlich auch noch Feuchtigkeit im Display des Autopiloten. Ich zerlege es komplett, schlimmer kann es ja nicht mehr werden. Nach dem Trockenlegen und Zusammensetzen zeigt das Display natürlich nichts mehr an. Dafür sind alle Funktionen des Autopiloten wieder da, besser sogar als zuvor.

 

 

Cuxhaven 

Di., 04.09.2018

Wieder geht es mit der Ebbe los, bei schwachem Wind. Nach zwei Stunden schläft der Wind ganz ein und wir müssen motoren. Heißer Sommertag.
Für diesen Text könnte ich mir eigentlich einen Textbaustein machen, Kürzel: Sommer 2018.

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Außen am Kai vor dem Yachthafen  liegt ein Kabelleger. Er sorgt dafür, dass der Strom aus den vielen Windparks in der Nordsee auch an Land und ins Netz kommt.
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Spiekeroog 

Mi., 05.09.2018

Wir tanken noch eben. Das ist in diesem Sommer öfter als sonst nötig. Dann geht es gleich links um die Ecke und elbabwärts. Na ja, so richtig wie ein Fluss wirkt das hier nicht mehr. Die Elbe ist ein paar Kilometer breit. Es ist heiß, wenig Wind, das Übliche. Dank des Furlström-Segels kommen wir noch ganz gut vom Fleck. Das Segel ist toll, nur die richtige Handhabung müssen wir noch lernen.

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Übungen eines Marineschiffes zusammen mit Hubschrauber und Booten, machen es zeitweise etwas eng für uns, zumal beim Schmetterling-Segeln mit dem Furlström. Auf der einen Seite sind die Untiefen, auf der anderen die Marineeinheiten.
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Nach fünf Stunden ist die Batterie wieder leer. Die letzte Stunde motoren wir und sind um acht auf Spiekeroog, mal wieder mit dem letzten Licht.
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Norderney 

Do., 06. – So., 09.09.2018

Um halb neun geht es weiter. Diesmal hält der Wind bis elf und es ist auch kein tolles Sommerwetter. Ab zwei regnet es auch noch, kurz vor drei sind wir im Hafen von Norderney. Er ist leer wie selten.

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Die nächsten drei Tage sind Hafentage. Gegen regelmäßig SW 5-6, in Böen 6-8, mögen wir nicht ankreuzen. Schon gar nicht bei Schauerwetter.
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Vereine und Clubs bestimmen jetzt, nach den Ferien, das Straßenbild.
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Für Strandsportler ist es tolles Wetter.
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Die Vegetation hat sich schon sichtbar erholt.
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Auch für stürmische Hochzeiten scheinen es gute Bedingungen zu sein.
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Lauwersoog 

Mo., 10.09.2018

Die weitere Wetterentwicklung verspricht viel Wind gegenan. Wir werden wohl auch den Rückweg wieder binnen über die Stande Mast-Route machen müssen.
Wir fahren zwei Stunden vor Hochwasser los, zunächst durch das Memmert-Fahrwasser auf der Wattseite von Juist.
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Dadurch können wir uns offenhalten, ob wir über das Osterems-Wattenhoch nach Delfzijl oder durch die Osteremsmündung nach Lauwersoog fahren. Die zweite Option bedeutet einen Tag weniger Kanalfahrerei, dafür entscheiden wir uns unterwegs. Außerdem schiebt der Strom auf der Wattseite von Juist mehr als auf der Seeseite. Der Nachteil ist, dass wir in der Osteremsmündung fiesen Hack haben, ordentlich Strömung gegen ordentlich Wind eben. Da muss man durch. Der Wind ist südwestlich 5, abends 4-5. Es ist schönes Segeln, obwohl wir den ganzen Tag kreuzen müssen. Wegen der schlechten Batterie lassen wir Autopilot und Kühlschrank aus. Letzterer hält die Temperatur auch ohne Strom einen Tag und Steuern macht unter diesen Bedingungen eh zu viel Spaß, um es dem Automaten zu überlassen.

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Lotsenübernahme vor der Emsmündung.
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Abends kommt über Funk eine Starkwindwarnung für SW 6. Vorher wollen wir im Hafen sein, denn danach soll der Wind noch weiter zulegen. Unterwegs werden wir vom Verkehrsposten Schiermonnikoog angesprochen, weil wir geringfügig außerhalb des Fahrwassers sind. Das ist noch weit außerhalb kritischer Stellen, aber toll, dass die so aufmerksam sind. Kurz vor Mitternacht laufen wir in Lauwersoog ein.

 

Leeuwarden 

Di., 11.09.2018

Morgens kommt doch tatsächlich der Hafenmeister und meint wohl, einen Zechpreller erwischt zu haben. Ich hatte aber am Automaten bezahlt, nur den Sticker nicht mehr rausgehängt. Der äußere Yachthafen wird mittlerweile vom inneren Yachthafen mit bewirtschaftet und kontrolliert.
Um halb elf schleusen wir nach binnen und haben selbst auf dem Lauwersmeer SW 6, Böen 8.  Einmal fahren wir uns am Rand des betonnten Fahrwassers kurz fest, trotz nur 1.30 Tiefgang. Wir beglückwünschen uns zu unserer Entscheidung, durch die Kanäle zu fahren. Es ist mutschiges feuchtes Wetter, manchmal auch dünner Regen.

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Kurz nach sechs machen wir in Leeuwarden in der Nordergracht fest, mitten in der Stadt. Der Regen wird etwas ernsthafter. Man liegt hier schön, aber die sanitären Einrichtungen sind ein Witz. Und man muss sie erst mal finden.
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Erste Herbstfarben tauchen beim Laub auf.20180911_192446 1300

 

Lemmer 

Mi., 12.09.2018

Endspurt. Na ja, von Spurt ist zunächst nichts zu merken. An allen Eisenbahnbrücken im Süden von Lauwersoog haben wir Wartezeiten. Aber die werden jeweils über Funk bekanntgegeben. So kann man sich entscheiden, ob man festmacht oder lieber herumdümpelt. Dass Eisenbahnbrücken starre Zeiten haben ist ja auch nachvollziehbar. Das Wetter ist bestenfalls freundlich grau, manchmal fallen ein paar Tropfen. Im Laufe des Tages bessert es sich.
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Jetzt können wir die Feinheiten an Infrastruktur genießen, die wir in Deutschland vermisst haben.
Brücken, die deutlich zeigen, dass sie gleich öffnen.
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Aquaducte, wo Brücken beseitigt wurden und die Straßen nun unter dem Fahrwasser her führen.
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Möglichkeiten, sich auch ohne Funk bemerkbar zu machen und sichere Anlegemöglichkeiten dafür.
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Immer wieder interessante Arten, zu wohnen.

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Mittags sind wir im Prinses Margriet-Kanal. Wo er durch Seen verläuft gibt es direkt neben dem Hauptfahrwasser sogenannte fietspaden (Fahrradwege). Das sind schmale, ebenfalls betonnte, Fahrwasser für Sportboote wie uns.
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Im Sneekermeer benutzen wir den fietspad auch, weil viel Berufsverkehr ist. Am Ende, als wir wieder ins normale Fahrwasser einscheren, kommen wir fest. Ein freundlicher Holländer, der mit einem stark motorisierten Arbeitsboot unterwegs ist, sieht das und schleppt uns frei.
Gegen fünf sind wir in Lemmer und füllen ein letztes Mal den Klompen (Holzschuh).
2018-09-12_171004(3)Eine halbe Stunde später hat uns der Heimathafen wieder. Jetzt wird das Wetter wieder schön und auch für nächste Woche sieht es gut aus.

 

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Es muss aber erst einmal reichen mit Urlaub, wir müssen zuhause unseren Umzug vorbereiten.


Aus gegebenem Anlass habe ich Erinnerungen zum letzten Sommerurlaub zusätzlich zur Chronik noch barrierefrei zusammengeschustert. Sinn der Sache ist die Verfügbarkeit für liebe Menschen, die nicht mehr so viel lesen können. Deshalb gibt es ein paar Erläuterungen für Nicht-Segler. Weil das Material nicht für diesen Zweck gemacht war sollte man keine hohen qualitativen Ansprüche haben. Vielleicht hat die eine oder der andere auch Spaß daran.

 

 

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