S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln

Inselurlaub 2017

Dieses Jahr wollen wir uns so gut es geht nach dem Wetter richten und möglichst ein paar nordfriesische Inseln besuchen. Mehr Planung gibt es nicht.

Ich habe den guten Vorsatz, annähernd tägliche Blogbeiträge zu liefern. Dies hier ist die chronologische Zusammenstellung davon.



Fr., 21.07.2017, 11.30 – 16.30

Termunterzijl – Borkum

Die Wetterberichte sind sich nicht einig, aber jedenfalls sollte der Wind irgendwie halbwegs passen.

Um halb zwölf fahren wir los und nutzen die Ebb-Strömung. Es ist gerade genug Wind, um segeln zu können. Manchmal braucht es dafür Geduld und wir sind fast in Versuchung, den Motor zu Hilfe zu nehmen. Wir haben Sonne satt, morgen werden wir sehen ob wir uns genügend eingecremt haben. Oft müssen wir die Segel als Schmetterling fahren, also eines nach jeder Seite. Damit kann man das bisschen Wind am besten nutzen, wenn es genau von hinten kommt.

Auf halber Strecke wird die niederländische Gastlandflagge eingeholt, wir werden die nächsten Wochen wahrscheinlich in deutschen Gewässern sein.

Kurz vor vier bergen wir vor der Zufahrt nach Borkum die Segel und eine halbe Stunde später sind wir im alten Marinehafen fest. Im Vereinshafen war kein Platz mehr frei. Der Wind hat zugenommen, jetzt,  wo wir ihn nicht mehr brauchen.

Dadurch ist es etwas unruhig im Hafen, während wir bis fast elf Uhr draußen sitzen.

Sa., 22.07.2017

Inseltag

Wir gönnen uns einen faulen Tag und packen noch nicht einmal die Fahrräder aus. Stattdessen fahren wir nachmittags nur für ein paar Stunden mit der Inselbahn in den Ort und mischen uns unter die Tagestouristen.

Der Strand ist zunehmend schlickig geworden.

Spätnachmittags wird das Wetter über Holland schon unfreundlicher.

Wir machen, dass wir wieder zum Boot kommen.

So., 23.07.2017

Borkum – Juist

Um 09.00 fahren wir los, drei Stunden vor Hochwasser. Wir müssen über zwei flache Stellen und wollen kurz vor dem dortigen Hochwasser auf Juist sein.

Der Wind ist südwestlich 3-4, dass ist optimal. Von Anfang an können wir bequem nur mit der Genua segeln. Etliche andere Boote sind vor uns. Borkum verabschiedet uns mit einem schwachen Regenbogen.

Das Wetter ist eher grau als blau, aber warm. Leider gibt es immer mal einen kurzen Schauer.

Das Borkumer Wattfahrwasser ist verlegt worden.

Es führt jetzt dicht am Ostende der Insel vorbei, so dass man die Seehunde fast mit dem Handy fotografieren kann.

Die Tonne F 12 ist verlegt worden. Als geringste Wassertiefe hatten wir um 09.45, also gut zwei Stunden vor Hochwasser, 1.4 m.
Auf der Osterems legt der Wind etwas zu und schiebt uns zügig nach Juist. Um 11.45 machen wir fest. 20 Minuten vor Hochwasser haben wir in der Box 2,1 m Tiefe. Das klingt gut,  aber der Hafen fällt bei Niedrigwasser trocken. Ein Schild vor der Hafeneinfahrt weist ausdrücklich darauf hin.

Selbst Kimmkieler mit geringem Tiefgang sacken nicht an allen Liegeplätzen ein.

Auf Juist wollen wir gerne ein paar Tage bleiben.

Inseltag

 

Mo., 24.07.2017

Wettermäßig der bisherige Tiefpunkt dieses Sommers. Den ganzen Tag bleibt es grau und schwachwindig. Manchmal nieselt es etwas, aber die meiste Zeit gibt es einen minimalen Niederschlag, der den Begriff Regen nicht verdient. Das hält uns nicht davon ab, Radtouren zu machen.

Vor allem die Domäne Bill ist ein Muss, die hatten wir beim letzten Besuch nicht geschafft.

Am frühen Abend gibt es eine Stunde Sommer,  dann geht es grau weiter.

Der Hafen ist im Vergleich zum Saisonbeginn gleichmäßiger tief bzw. untief.

Die Schlickschicht wird offenbar weiterhin dünner, was für manche Boote unangenehme Überraschungen mit sich bringt.

Der Abend verabschiedet sich optimistisch.

Inseltag

 

Di., 25.07.2017

Vormittags ist es freundlich, dann zieht es sich zu. Der Wind ist, wie vorhergesagt, nördlich 5. Im Hafen merkt man davon weniger, er liegt im Schutz der Insel. Wir bleiben heute noch hier, weil Nord 5 völlig ausreicht, um es im Seegat zwischen Juist und Norderney sehr ungemütlich zu machen! Mittags gibt es einen kräftigen Schauer, der die Leute fluchtartig vom Strand vertreibt.

Danach bleibt es grau mit zeitweilig diesem Nicht-wirklich-Regen. Prima Wetter für einen Strandspaziergang. Trotz des starken Windes fliegt der Sand nicht,  der Vorteil gründlicher Bewässerung.

Überhaupt, das Wetter könnte natürlich besser sein. Wenn man aber sieht, wie in den letzten Tagen das Binnenland absäuft und wie der Sommer insgesamt bisher war, gibt es keinen Grund zum Klagen. Später am Nachmittag wird es wieder freundlich und der Wind lässt nach.

Juist – Norderney, 11.40 – 14.25


Mi., 26.07.2017

Von Insel zu Insel ist es nur ein Katzensprung. Mit NW 3-4 segeln wir bei Sonnenschein gemütlich nach Norderney.

Der Hafen ist, der Jahreszeit entsprechend, natürlich proppenvoll.

Nachmittags treffen wir eine Freundin mit ihrer Familie, die hier Urlaub machen.

Wie stellen fast, dass in diesen Tagen auf Norderney allerhand los ist. Am Nordseestrand gibt es jeden Abend eine musikalische Veranstaltung.

An diesem Abend ist es ein Konzert der Gruppe Silbermond. Am Strand vor dem eigentlichen Veranstaltungsgelände feiern und picknicken hunderte oder mehr gut gelaunter Menschen.

Die Musik bekommt man dort genau so gut mit wie in der Arena und die Stimmung ist einfach toll. Reichlich Buden mit allen möglichen Ess- und Trinkangeboten sorgen dafür, dass Hunger oder gar Durst umgehend befriedigt werden können.

Wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, zumal für die nächsten Tage immer viel Wind angekündigt ist.

Inseltag

 

Do., 27.07.2017

Vormittags ist es bedeckt, aber warm. Nachmittags lockert die Bewölkung auf.  Wind W 4-5, abends abnehmend 3.

Wir machen das übliche Inselprogramm, Radtour, Ortsbummel, ein bisschen am Boot basteln. Es ist immer ein gutes Zeichen wenn die Tage umgehen wie nichts.  Urlaub eben.

Abends treffe ich mich mit meiner alten Freundin und wir versacken in der Milchbar. Genau genommen eher davor, denn die Milchbar ist ein angesagter Ausschank auf der Uferpromenade. Drinnen sitzt man nur, wenn es regnet. Besonders zum Sonnenuntergang versammelt sich hier gefühlt halb Norderney, um ihn in Handys und Kameras festzuhalten.

Wie das so ist wenn man jemanden ein paar Jahre nicht gesehen hat, man quasselt stundenlang und trotzdem hat man sich hinterher gerade mal das Nötigste erzählt. Auf dem mitternächtlichen Rückweg stelle ich fest, dass Handys auch hervorragend als Fahrrad-Beleuchtung taugen.

Inseltag


Fr., 28.07.2017

Wind West 5-6, schönes sommerliches Wetter. Lange geschlafen,  diverse Stadt -, Strand- und Promenadenbummel. Im Hafen gibt es dank des Windes kaum Kommen und Gehen von Booten.

Am Strand muss man nur ein kleines Stück gehen und hat den Strand schon fast für sich.

Abends kurz zum Mark Forster-Konzert geradelt. Jetzt wissen wir auch, wie der klingt. Wir müssen gestehen, den Namen vorher noch nie gehört zu haben.

Inseltag


Sa., 29.07.2017

Nachts nimmt der Wind zu, morgens SSW 6-7 und zeitweise Regen.

Davon laden sich entschlossene Menschen nicht abschrecken. Auf Norderney gibt es nämlich ein kleines Standesamt am Strand, stilecht in einem alten Badewagen.

Auch die mittlerweile üblichen Schlösser dürfen natürlich nicht fehlen.

Wir entspannen und genießen das Strandleben aus zweiter Hand. Selbst in der Sonne liegen ist nicht so unsere Leidenschaft.

Diese Ständer am Strand sind sehr praktisch, um Kleidung und Taschen einigermaßen sandfrei zu halten.

Auf der Promenade gibt es ebenfalls Strandkörbe,  noch sandsicherer.

Dort gibt es auch verwinkelte Backsteinmauern mit Bänken. Sie schützen vor dem Wind und speichern wunderbar die Sonnenwärme, so dass es auch abends noch lange gemütlich ist.

Inseltag


So., 30.07.2017

Ein sonniger und windiger Tag,  wie mittlerweile gewohnt. Noch einmal lange Strandspaziergänge.

Die Möwen scheinen wieder besonders dreist zu sein. Sie observieren potenzielle Opfer geradezu.

Im geeigneten Moment dann der Zugriff.

Auffallend ist, dass sich immer mehr Dohlen und Krähen dieser Art der Verköstigung anschließen. Manchmal schmarotzen sie nur, manchmal fliegen sie direkt mit den Möwen zusammen. Nicht umsonst gelten sie als besonders intelligente und lernfähige Vögel.

Nachmittags und abends schauen wir uns noch einmal das Treiben auf dem Event-Gelände an. Unter anderem versucht eine Krankenkasse, Kinder und Erwachsene aufwändig für mehr Bewegung zu motivieren.

Abends spielt Santiano, für die meisten Besucher offenbar der Höhepunkt der Woche.

Noch ein Rückblick nach Juist.

Norderney – Helgoland,  07.10 – 18.00


Mo., 31.07.2017

Wir fahren eine gute Stunde nach Hochwasser los. Das Wetter ist komfortabel,  S 3-4, halb bewölkt und sonnig.

Von dem vielen Wind der letzten Tage ist zunächst in Küstennähe nur ein halber Meter Wellenhöhe übrig geblieben. Wir segeln längs der Küste und schauen uns die Strecken unserer Strandwanderungen noch einmal von See her an.

Allmählich nehmen die Wellen auf einen Meter zu. Gegen 14.00 sind wir bei der berühmten Tonne TG 9, das ist der Punkt, an dem man Richtung Helgoland abbiegen darf. In dem Gebiet kommen die Routen der Berufsschiffe von und nach Ärmelkanal, Jade, Weser und Elbe zusammen. Dementsprechend wird es da schon mal knubbelig mit viel und unübersichtlichem Verkehr.  Zusätzlich sind zwischen diesen Routen dort noch Reeden, also Gebiete,  wo die großen Schiffe ankern. Also eine Gegend, die man zügig hinter sich bringen sollte. Da der Wind sich immer mehr hängen lässt nehmen wir deshalb den Motor zu Hilfe. Leider muss er für den restlichen Weg laufen. Es steht eine Dünung,  die uns den letzten Vortrieb aus den Segeln schaukelt. Nur das Groß bleibt als Stützsegel stehen. Schade um den schön begonnenen Segeltag. Bald kommt Helgoland in Sicht.

Dreimal hören wir über Funk Hilferufe von Booten mit Motorproblemen. Wir sind jedes Mal zu weit entfernt, sie werden vom Rettungskreuzer und seinem Tochterboot nach Helgoland geschleppt. Der Hafen ist ungewohnt leer, so haben wir ihn selten gesehen.

Wir gehen bei einem Boot längs, das abends ablegt und haben von da an einen hervorragenden Logenplatz am Steg.

Der Abend klingt kitschig schön aus.  Wieder einmal können wir bis in die Nacht draußen sitzen.

Inseltag


Di., 01.08.2017

Der Tag fängt so an, wie der letzte aufgehört hat.

Schönes Sommerwetter, Wind 3, vormittags Südost, nachmittags West.
Wir machen einen Einkaufsbummel, was hier für uns längst nicht mehr zum Standardprogramm gehört. Dabei sehen wir die üblichen Motive.

Am späten Nachmittag,  wenn der letzte Touri-Dampfer abgelegt hat,  ist Helgoland wieder schön.

Dann gibt es die obligatorische Runde ums Oberland, wo man die Basstölpel, Lummen und Alke nah genug für Handy-Fotos sieht.

Um diese Zeit ist Helgoland mit am reizvollsten.

Man sieht mal andere Facetten der Insel.

Der Hafen ist auch heute nicht viel voller geworden.

Übrigens, vielleicht für den einen oder anderen interessant: Bernd, seines Zeichens Hausmeister der Apartments am Hafen und Betreiber von Dusche und WC, spricht mich an. Er zeigt mir den Werkzeugkeller, den er neben den Sanitäranlagen eingerichtet hat. Der soll bedürftigen Seglern zur Verfügung stehen. Gegebenenfalls erforderliche Spezialwerkzeuge kann er besorgen.

Helgoland – Wyk, 10.15 – 21.05


Mi., 02.08.2017

Wir wollen heute nach Amrum oder Föhr segeln. Es sind drei Tage mit viel Wind angesagt. Um dort ab dem Rütergat einlaufenden Strom zu haben fahren wir erst 10.15 los. Es ist bedeckt mit ab und zu einem der Minutenschäuerchen, Wind SW 3. Ab Mittag wird es zunehmend sonnig und der Wind rafft sich zu 3-4, später 4 auf. Leider kommt er genau von achtern und deshalb kreuzen wie vor dem Wind, um beide Segel voll zu halten. Nach einiger Zeit nehmen wir das Groß weg, um direkten Kurs auf die Ansteuerung halten zu können. Nach zwei Stunden setzen wir es im Rütergat wieder. Erst in Höhe des Leuchtturms von Amrum entschließen wie uns, nicht dort einzulaufen und den stillen Abend bis Föhr zu genießen.

Der Wind lässt nach auf 2-3, aber mittlerweile schiebt der Strom mit. So darf ich mit durchhängenden Schoten bis vor Wyk segeln, ohne Motorunterstützung. Ich liebe solche langen ruhigen Ankünfte.

Wieder einmal mit dem letzten Licht laufen wir ein.

Passenderweise heißt das Hafenrestaurant „Klein-Helgoland“.

Inseltag


Do., 03.08.2017

Vormittags SW 5-6, nachmittags 6-7. Wetter freundlich durchwachsen, wenige Minutenschäuerchen. Genau das richtige Wetter,  um sich Wyk und die nähere Umgebung anzusehen. Der kleine Stadthafen bietet für Yachten nur wenige Liegeplätze.

Gleich parallel zum Strand ist die Haupteinkaufs- und Konsumzone.

Unter anderem treffen wir auf einen Hutladen mit tausenden von Kopfbedeckungen und einem kompetenten Inhaber. Vergleichbares haben wir selbst in Großstädten noch nicht gefunden.

Dänisch anmutende Seitenstraßen.

Brunnen sind für Kinder zum Spielen gedacht und nicht mit Verbotsschildern gepflastert.

Der Yachthafen ist ansprechend und geräumig.

Inseltag


Fr., 04.08.2017

Vormittags SW 6, sonnig,  nachmittags SW 6-7, abwechselnd bewölkt und sonnig, seltene Minutenschäuerchen.

Heute schauen wir uns die anderen Orte der Insel an. Wegen des Windes haben wir uns Pedelecs gemietet.

Die Energieversorgung unterwegs ist hervorragend.

Schon in den Außenbezirken von Wyk sieht man das, was uns Einheimische schon erzählt hatten: die ansatzweise Syltisierung von Föhr. Schöne teure Häuser und Ortsteile, die nicht ständig bewohnt sind. Immobilienpreise jenseits von gut und böse. Angeblich schwappt diese Entwicklung seit einigen Jahren von Sylt herüber.

Auch dieses Problem hat Föhr mit Sylt gemeinsam.

Föhr hat keinen ausgeprägten Inselcharakter, darin erinnert es uns an Texel oder teilweise Terschelling. Landwirtschaft prägt derzeit noch weitgehend das Bild. Angeblich ist Föhr die einzige norddeutsche Insel, die sich noch selbst ernähren könnte. Die Orte ähneln sich sehr, auch die neu gebauten nobleren Häuser. Immerhin passen sie so in die Landschaft und offensichtlich ist das einheimische Handwerk gut im Geschäft.

Die ursprünglicheren Ortsteile und Häuser wirken schon dänisch, sicher ein geschichtliches Erbe. Schließlich gehörte die Insel lange zu Dänemark.

Blick auf die Halligen.

Wyk – Wittdün, 12.20 – 1500


Sa., 05.08.2017

Heute wechseln wir die Insel. Nach Amrum ist es nur ein Katzensprung, sieben Seemeilen. Gegen W 4-5, dann SW 5, machen wir das unter Motor.

Eine dreiviertel Stunde vor dem Ziel fragt mich Regine, warum Wasser hinten aus dem Boot spritzt. Das kann nur die automatische Bilgenpumpe sein, also Wasser im Boot! Ich flitze runter und nehme die Bodenbretter hoch. Tatsächlich, da schwappen immer noch zig Liter herum, die nicht im Bereich dieser Pumpe sind. Ich pumpe sie mit einer anderen Pumpe ab. Regine hat derweil die Geschmacksprobe gemacht und ruft mir zu, dass es eindeutig Süßwasser ist. Beruhigend, wenigstens keine undichte Stelle nach außen hin! Mit dieser Info finde ich schnell einen abgerutschten Schlauch am Warmwasserbereiter. Also halb so schlimm. Der Tank war noch ungefähr halb voll, also hat die Druckwasserpumpe etwa 200 Liter Wasser ins Boot gepumpt. Ich lege alles provisorisch trocken. Im Yachthafen von Wittdün finden wir gleich einen tollen Platz, an der Hafeneinfahrt mit Blick auf die Halligen.

Erste Maßnahme ist natürlich das weitere Trockenlegen des Bootes mit allen Ecken und Winkeln. Zum Glück ist es warm und windig, ideale Bedingungen zum Trocknen.

Danach machen wir einen ausgiebigen Spaziergang um Wittdün herum.

Der Hafen fällt bei Niedrigwasser ziemlich trocken.

Gleich gegenüber, wo Rettungskreuzer und Tonnenleger liegen, ist es wesentlich tiefer, offenbar mindestens zwei Meter.

Davon darf man sich nicht täuschen lassen! Seit ein paar Jahren hat der Yachtclub einen langen Schwimmsteg, so dass lange Leinen und Fenderbretter nicht mehr nötig sind. Es gibt aber auch noch die alten Boxen im südlichen Bereich.

Der Boden ist offenbar weicher Schlick,  Kielboote sacken problemlos ein.

Inseltag


So., 06.08.2017

W 4-5, der Wind ist etwas kühl, meist sonnig.

Ein frischer Sommertag,  wir lüften die Bilge noch einmal. Es scheint aber alles trocken zu sein. Regine macht den Waschtag, der traditionell etwa zur Urlaubshälfte fällig ist.

Wir erkunden per Rad den Südteil der Insel mit Süddorf und Nebel. So heißt ein Örtchen, die Sicht ist tadellos.

Besonders die alte Kirche in Nebel hat es uns angetan.

Die Kirche und ihren Friedhof werden wir uns noch gründlicher ansehen.

Für den Abend haben wir Karten für ein kleines klassisches Konzert im Norddorf.

Geworben wurde dabei mit einem Shuttle-Service ab dem Fähranleger. Pünktlich sind wir dort und warten. Dann trauen wir unseren Augen nicht: Shuttle-Fahrzeug ist die Straßen – Bimmelbahn der Insel. Mit so wenigen Insassen haben die Anhänger einen Fahrkomfort, der stark an Wind gegen Welle bei Stärke 6 erinnert. Gemächlich zuckelt dieses Fahrzeug über die Insel, aber wir kommen an.

Die Veranstaltung ist gut besucht und entspricht unseren Erwartungen. Zurück geht es wieder mit demselben Gefährt.

Inseltag


Mo., 07.08.2017

Prächtiges Sommerwetter, Wind S, nachmittags SW 4.

Wir machen eine ausgiebige Radtour um die ganze Insel und schauen uns die Strände auf der Nordsee – Seite an. Ein Traum für Liebhaber von feinsandigen und sehr breiten Stränden!

Das Publikum knubbelt sich auch hier an nur wenigen Stellen.

Blick auf Sylt.

Die Wattseite wirkt fast ostsee-artig.

Auch Verkaufsstände auf Vertrauensbasis, wie im ländlichen Dänemark,  gibt es.

Am späten Nachmittag stürzt Regine mit dem Rad. Zunächst sieht man nur ein paar Abschürfungen. Wir kaufen noch ein und gehen im Hafenrestaurant essen. Unbedingt anzuraten, aber meistens ist Reservieren zu empfehlen!

Regines Handgelenk schwillt immer mehr an und schmerzt höllisch. Wir kühlen und bandagieren die Verletzung, auch ein schickes Dreieckstuch aus dem Verbandskasten kommt zum Einsatz. Die Nacht übersteht sie mit Hilfe von Ibuprofen und auf dem Sofa. Ich googele schon mal den zuständigen Arzt für morgen.

Zwei-Insel-Tag


Di., 08.08.2017

Die Nacht war nicht so gut. Gleich morgens gehen wir zu der einzigen Ärztin in Wittdün. Überraschung, sie praktiziert nicht mehr. Also den Arzt im Nachbarort angerufen, Termin gemacht, mit dem Bus hingefahren. Diagnose: Handgelenk wahrscheinlich gebrochen, mit viel Glück „nur“ verstaucht. Das kann nur durch Röntgen geklärt werden, wofür es aber auf Amrum keine Möglichkeit gibt.

Der Arzt macht uns einen Termin in einem Krankenhaus auf Föhr. Also mit dem Bus zur Fähre, ab nach Föhr und ins Krankenhaus. Mit dem eigenen Boot hätte es zu lange gedauert.

Ungewohnte Perspektive.

Schließlich der Befund, dass das Gelenk verstaucht ist. Der Arm muss eine Woche geschient und geschont werden. Wo wir schon mal da sind machen wir noch einen Stadtbummel und kaufen das leckere Brot in einer urwüchsigen Bäckerei mit einer originellen Omi.

Unsere Crewstärke ist jetzt beträchtlich reduziert. Den Rückweg mit Anlaufen und Erkunden kleiner verträumter Häfen schminken wir uns mal ab, außerdem ist Schongang angesagt!

Ach ja, Wetter war natürlich trotzdem. Warm, dünne Wolkendecke mit selten direkter Sonne. Genau das Wetter, bei dem die Neuankömmlinge abends übel verbrannt sind und nicht wissen, woher. S 3, abends S4. Ab dem Abend Regen und zunehmender Wind.

Inseltag


Mi., 09.08.2017

W 6-7, aber tolles Sonnenwetter dabei. Ich bin ausgiebig mit dem Rad unterwegs, Regine passt auf das Boot auf. Man muss sie zwingen, sich zu schonen. Fällt ja auch schwer bei dem tollen Wetter!

Ich schaue mir einige Plätze noch einmal genauer an. Da ist zum Beispiel nochmal die alte Kirche in Nebel mit den sogenannten sprechenden Steinen.

Dabei handelt es sich um alte Grabsteine mit ausführlichen Inschriften. In der Regel handelt es um Lebensbeschreibungen, die manchmal geradezu anekdotisch wirken.

Neben manchen dieser Steine gibt es Täfelchen mit QR-Codes, die Übersetzungen und Erläuterungen der Inschriften enthalten. Eine tolle Idee.

Die Insel gefällt uns einfach gut! Hier werden wir noch öfter sein. Besonders wenn wir hören, wie es sich auf den ostfriesischen und niederländischen Inseln zur selben Zeit knubbelt.

Morgen soll wenig Wind sein,  da könnten wir vielleicht rüber zur Hallig Hooge und übermorgen allmählich Richtung Heimathafen aufbrechen. Wenn die Wetterprognose halbwegs so bleibt. Und das ist in letzter Zeit nicht oft so.

Wittdün – Hooge, 12.30 – 15.00


Mi., 10.08.2017

Heute wollen wir zur Hallig Hooge. Mittags segeln wir los und sind gegen drei da.

Der Hafen ist klein, man muss durch ein viereinhalb Meter breites Sieltor.

Zu unserer Überraschung ist der Hafen praktisch voll. Etwa zwanzig Boote liegen schon da. Wir machen erstmal am Liegeplatz des Fischkutters fest und orientierten uns. Liegen bleiben können wir da nicht, er wird nachts zurückerwartet. Für unsere Größe ist einfach kein Platz. Die Atmosphäre hier ist toll. Alle interessieren sich, kümmern sich, sind hilfsbereit. Das erlebt man leider nur noch selten. Ein Segler bietet uns spontan an, dass er seinen Liegeplatz am Steg aufgibt, uns dorthin lässt und dann bei uns längsseits geht. Andersherum wäre nicht gut, weil sein Boot deutlich kleiner und leichter ist als unseres. Diese Aktion wird auch sofort umgesetzt, so lange noch genug Wasser im Hafen ist.

Als wir unser Schwert hochziehen reißt das Schwertfall (ein 5 mm-Drahtseil) und das Schwert rauscht in den Schlick. Also schnell die zig Schrauben der Verkleidungen und Deckel des Schwertkastens lösen und nachsehen,  was zu machen ist. Gefühlte tausend Schrauben später sieht es wie eine gemütliche Werkstatt aus (Zitat Regine). Das Schwert wiegt 400 kg, da ist nicht mal eben etwas zu zaubern. Es stellt sich heraus, dass wir warten müssen, bis das Schwert beim Trockenfallen hoch gedrückt wird. Das klappt auch und ich sichere es mit einer Kette, hoffentlich hält das! Stellen im Schwertkasten, die ich nicht einsehen kann, fotografiere ich mit dem Handy. Das funktioniert gut. Bis das Handy mir aus der Hand rutscht und in Wasser und Schlick verschwindet. Musste ja passieren. Das Gerät ist angeblich wasserdicht, aber wirklich hilft das jetzt auch nicht mehr. Also,  Erreichbarkeit erst mal nur noch über die Tablet-Nummer.

Zum Fotografieren bin ich, wie man sieht, erst bei Sonnenuntergang gekommen. Von den Fotos, die ich vorher mit dem Handy gemacht habe, reden wir mal nicht…

Das Liegen in diesem Hafen ist durchaus etwas speziell. Die Empfehlung, den Mast mit einem Fall zum Land hin abzuspannen, hat offensichtlich tieferen Sinn!

Fr., 11.08.2017


Halligtag

Vormittags wandern wir ein wenig über die Hallig, im Rahmen von Regines guten Schonungs-Vorsätzen natürlich. Die Halligen muss man selbst gesehen haben. Wir kennen sie bisher nur aus diversen Medien.

Die Stromkästen werden bei entsprechendem Wasserstand hochgekurbelt.

Die Topografie des Hafens sollte man bei Niedrigwasser kennen, um eine Vorstellung zu haben, wo man wie liegen kann. Oder eben besser nicht.

Die Stimmung und die Eindrücke vor Ort sind noch einmal anders. Künftig werden wir zum Beispiel Filme darüber mit anderen Augen sehen. Jedenfalls perfekte Orte, um sich gnadenlos zu erholen.

Das Abspannen der Boote mit Fallen geht durch dafür überall vorgesehene Pfähle problemlos.

Einen Plattfisch bekommt nicht einmal ein Kormoran durch den Schlund.

Der Rest des Tages geht für mich vor allem mit Arbeiten am Boot schnell rum. Das Schwert ist hoffentlich gut gesichert.  Statt 80 cm haben wir jetzt eben etwa 110 bis 120 cm Tiefgang. Auf der Hallig gibt es sogar WLAN, allerdings im Tempo früherer Modems. Zu der Atmosphäre hier passt das sogar. Vormittags war es sonnig mit kaum Wind, nachmittags etwas mehr Wind und Bewölkung. Der Hafen hat sich geleert. Abends werden die Vorrichtungen für das alljährliche Schleusenfest aufgebaut.

Wir werden wohl morgen noch hier bleiben, der Wind zieht an und kommt auch noch aus der falschen Richtung.

Sa., 12.08.2017


Halligtag

Morgens pfeift es aus Südwest und am Vormittag regnet es durchgehend mehrere Stunden. Vor allem für die Seekajak-Fahrer nicht das pure Vergnügen.

Das Boot liegt nun etwa einen Meter vom Steg entfernt und mit 14° Krängung, quasi am Hang der Kuhle, die unser Rumpf in den Tagen vorher gemacht hatte. Beim Segeln würde einen das gar nicht stören, am Steg fühlt man sich wie kurz vorm Umfallen. Aber nach ein paar Stunden ist ja alles wieder gut.

Wir schauen uns zu Fuß die Umgebung an. Das ist unverkennbar die Kirchwarft.

Die Schleusendurchfahrt ist tatsächlich ziemlich schmal. Und eher spärlich gepolstert.

Nach den Spuren sind Durchfahrten mit Kontakt nicht ungewöhnlich.

Die drei bunten Segel sind Strandkatamarane, die anlässlich des Schleusenfestes zu Besuch gekommen sind, außen rum.

Pünktlich gegen halb zwei bessert sich das Wetter, rechtzeitig zum Schleusenfest. Es weht zwar noch mit 4-5, aber es bleibt weitgehend trocken. Das Fest besteht im wesentlichen aus einer Opti-Regatta innerhalb des Hafens. Die Boote werden sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen gesegelt.

Gewicht und Körpergröße machen es den Großen nicht ganz einfach,  diese Bootsklasse ist schließlich für die Jüngsten konzipiert.

Die Stimmung ist bestens, es läuft alles ehrgeizig, aber unverkrampft.

Besonders respektabel finden wir die Kinder, die völlig abgeschlagen und chancenlos sind. Einige sind von dem Wind eigentlich überfordert und den Tränen nah. Obwohl ihnen zugerufen wird, dass sie einfach zum Start zurück segeln sollen lassen sie es sich nehmen, mit vielen Anläufen doch die Wendemarke zu umrunden. Dass manche Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs sind, gehört dazu. Die Kinder werden zwar lautstark gecoacht, aber nicht so unter Druck gesetzt wie man es von manch anderer Veranstaltung kennt.

Überhaupt sind die Stimmung, die Hilfsbereitschaft und der Umgang miteinander hier einfach toll. So etwas haben wir schon lange nicht mehr erlebt, das ist allgemein eher unüblich geworden.

Zwischendurch ist der Wasserstand zu sehr gestiegen,  „Land unter“ light sozusagen.

Das Schleusentor muss geschlossen werden, was hier noch in gemeinsamer Handarbeit geschieht.

Ein weiterer Höhepunkt ist das Tauziehen zwischen routinierten aber auch spontan gebildeten Mannschaften jeden Alters.

Essen und Trinken kommen nicht zu kurz. Die freiwilligen Helfer sind unermüdlich und lassen sich auch von einem Schauer nicht beeindrucken,  „wir sind ja nicht aus Zucker“. Das Grillgut und die Torten verdienen ausdrücklich besondere Erwähnung!

Hier gefällt es uns,  nicht zuletzt wegen der Menschen, so gut, dass wir mit Sicherheit ausführlicher wiederkommen werden. Durch Regines Verletzung sind wir nicht so mobil wie sonst und haben lediglich erste vielversprechende Eindrücke bekommen.

Hooge – Helgoland, 07.40 – 16.00


So., 13.08.2017

Heute beginnt endgültig die Rückfahrt. Wir fahren mit dem ablaufenden Wasser los, damit es uns schön zügig durch das Schmaltief auf die offene See schiebt. Der Wind bleibt stabil um NW 4, auf offener See ist noch anderthalb Meter Welle. Es ist bewölkt, manchmal sonnig,  der Wind ist ungewohnt kühl.

Ein letzter Blick auf die Perlenkette der Halligen.

Der Hafen von Helgoland ist schon wieder ungewohnt leer.

Wir werden hier, wenn es nicht zu lange dauert, auf passenden Wind warten. Auch auf dem Rückweg möchten wir möglichst wenig motoren müssen.

Inseltag


Mo., 14.08.2017

Sonne satt! Wind: für uns unbrauchbare SW 4. Das reicht,  um Schwell im Hafen zu hervorzurufen. Die auslaufenden Boote bekommen an der Hafenausfahrt unerwartet Hochsee-Gefühle.

Das ist nettes Frühstückskino, aber bald ist der Hafen fast leer.

Beim Bummeln auf dem Oberland sehen wir eine Armada von Booten Richtung Helgoland streben, die meisten von der Elbe her.

Nach dem ersten Gang über die Insel sieht es beim nachmittäglichen Cappuccino schon anders aus. Eben so, wie man es hier kennt.

Später werden es noch ein paar mehr. Unter anderem läuft ein großes Boot mit Aero-Rigg ein, von den Aufbauten her könnte es Brynjas große Schwester sein.

Abends machen wir unseren üblichen Spaziergang um das Oberland.  Dann ist meistens eine besondere Stimmung.  Diesmal spielt irgendwo eine Frau sehr gekonnt Akkordeon. Keine Shanties oder ähnliches, sondern ruhige, zur Stimmung passende Stücke. Dazu trägt der Wind von weitem, aber deutlich den heiseren Ton der Heulboje herüber.

Die Hummerfischer holen ihre Fangkörbe ein.

Nicht alle Vögel überleben den Nestbau mit Fischer-Müll.

Wie gehen mal einen anderen Weg, die etwa 250 Stufen runter zum Strand an der Jugendherberge.

Von dort hat man weniger gewohnte Perspektiven.

Im Hafen ist es ruhig geworden.

Wir sitzen bis nach elf draußen, ein wunderbar warmer Sommerabend.

Inseltag


Di., 15.08.2017

Wind südlich 4, nachmittags nur Schlappwind, abends NW 3.

Heute ist ein besonders fauler Tag. Vormittags ist es sonnig bewölkt, nachmittags zugezogen, aber mutschig warm. Wir wollen eigentlich rüber zur Düne, können uns aber nicht aufraffen. Erstmals sehen wir das Gefährt für die Inselrundfahrt, im Börteboot-Look. Geschmackssache, so etwas haben wir bisher auf Helgoland nicht vermisst.


Nachmittags sprechen uns die Leute vom Nachbarboot an. Sie haben eine für sie zu große Menge Steakfleisch gekauft und bieten uns die Hälfte an. Wir sind zwar nicht die großen Fleischesser, aber es sieht so gut aus, dass wir nicht widerstehen können. Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass Regine mit ihrem Arm noch nichts machen kann und die diffiziele Aufgabe der Zubereitung an mir hängen bleibt. Wie ging das bloß noch?

Ich brate heute nur die Hälfte des Fleisches, den Rest gibt es morgen. Das Zittern hat sich gelohnt,  auch die kritischsten Crewmitglieder sind begeistert.

Das hätte ich mir gar nicht zugetraut,  hoffentlich wird es nun nicht der Regelfall. Dieses Fleisch ist aber auch bestens!

Der abendliche Spaziergang führt traditionell wieder um das Oberland.

Helgoland – Spiekeroog, 07.10 – 17.40


Mi., 16.08.2017

Für heute ist halbwegs passender Wind vorhergesagt, es geht weiter. Vorbei an der Heulboje, die uns die letzten Abendspaziergänge akustisch untermalt hat, segeln wir Richtung Ostfriesische Inseln.

Wenn man sie hört ist Helgoland nicht mehr weit. In der Vor-GPS-Zeit war das erste Hören dieses Tones ein sehr beruhigender Moment.

Nach wenigen Meilen begegnet uns einer dieser riesigen Containerfrachter, die Eleonora Maersk.


Obwohl sie laut AIS mit sieben Knoten fährt sieht man weder eine Bugwelle noch Schraubenwasser.


Das ist wohl den gigantischen Abmessungen geschuldet,  400 m Länge und 56 m Breite, 13 m Tiefgang. Nur nach Augenschein hören wir nicht sagen können, ob sie fährt oder still liegt.

Vor den Mündungen von Jade, Weser und Elbe liegen wieder viele große Schiffe auf Reede.

Leider schläft hier der Wind allmählich ein. Also muss der Motor, den wir zum zügigen Überqueren der Dampfer – Autofahren zusätzlich laufen hatten, uns ohne Segel weiter bringen. Die See wirkt wieder wie bei der Augsburger Puppenkiste, schade.

Auf Spiekeroog gibt es denn zweiten Steakversuch, wieder erfolgreich. Dann noch schnell ein Rundgang durch das abendliche Dorf

Wegen der aggressiven Mücken bleiben wir diesmal nicht lange draußen sitzen. Erstmals in diesem Urlaub müssen wir den Eingang mit dem Mückennetz schützen.

Spiekeroog – Norderney, 08.45 – 14.30


Do., 17.08.2017

Der Tag fängt gut an, mit Spiegeleiern im Steakfett von gestern Abend.

Der Wind ist SSW 3, wir können ganz ruhig segeln.

Die flachste Stelle in der Otzumer Balje haben wir zwei Stunden nach Hochwasser zwischen den Tonnen OB 2 und 4 mit 2.0 m.

Gegen Mittag beginnt es zu regnen, erst dezent und später ausgeprägt und bis nach vier Uhr anhaltend. Erstmals in diesem Urlaub sind wir länger unter Deck.

Andere segeln sportlicher, aber auch nasser.

Bei der Annäherung nach Norderney muss man besonders auf die Fähren achten, am besten deren Funk auf Kanal 73 mithören.

Uns kommt eine Fähre entgegen, die zunächst eine Abkürzung fahren will, dann aber zweimal mit Hartruder Kringel fährt. Es sieht etwas abenteuerlich aus. Schließlich folgt sie doch dem betonnten Fahrwasser. Beim Anlegen gibt es, wie so oft, sechs Windstärken von der Seite, aber immerhin einen bequemen Platz an Steg.

Auf Norderney ist bei dem Wetter nicht viel los.

Norderney – Termunterzijl


Fr., 18.08.2017

Heute geht es auf die Zielgerade. Es regnet nicht, ist aber diesig. Der Wind ist mit SW 4-5 genau gegen uns.

Im Osterems – Fahrwasser ist immer noch die Baustelle, es sieht nach Kabelverlegung aus.

Ein sogenanntes Guard – Schiff passt auf, dass andere Schiffe der Arbeitsstelle nicht zu nahe kommen.

Wir schaffen es mit unserem ungewissen Tiefgang und laufen kurz vor Mittag fest. Trockenfallen ist zwar Routine für uns, aber hier treffen sich leider gerade zwei Strömungen und das gibt konfuse strubbelige Wellen.


Also nix mit allmählich und dezent aufsetzen, wie gewohnt. Stattdessen rumpelt es wegen des teilweise heraushängenden Schwertes zwei Stunden lang mächtig.
Schließlich liegen wir ruhig und ich erkunde zu Fuß, wie wir liegen.
Dann trage ich den Anker zu der Stelle, von wo ich das auflaufende Wasser erwarte. Durch den festen Sanduntergrund ist Schwert weiter hoch gedrückt worden als vom Schlick der Hallig. Deshalb schraube ich den Schwertkasten wieder auf und arretiere das Schwert in der neuen Och-Stellung. Wir haben ja Zeit. Gegen fünf ist wieder genug Wasser da zum Weiterfahren. Auf der Westerems bekommen wir noch ein Wettergeschenk, wir können die restliche Strecke segeln.

Erstmals geht wieder eine Gastlandflagge hoch.

Dräuender Regen zieht hinter uns vorbei, sieht aber schön aus.

Mit dem buchstäblich letzten Licht laufen in Termunterzijl ein. Die Markierung der Fahrrinne hat sehr gelitten, auf der grünen Seite sind fast nur noch Stengel vorhanden. Für nicht Ortskundige ist die Anfahrt bei schlechter Sicht so nicht zu empfehlen.

Nachts regnet es ordentlich und beim Aufstehen müssen wir feststellen, dass es nur 13 Grad kühl ist. Das sind wir gar nicht mehr gewöhnt.

Bald erfahren wir von „Zurückgebliebenen“, dass wir mächtig Glück mit dem Wetter gehabt haben. Zuhause war es oft überhaupt nicht sommerlich gewesen.

Ein Kommentar zu “Inselurlaub 2017

  1. Pingback: Beiträge vom Sommerurlaub 2017 | S.Y. Brynja´s Blog

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