S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln

Überführung als Osterurlaub

Wir hatten das Boot diesen Winter op Urk im Wasser gelassen. Und kaum etwas daran gemacht. Den Osterurlaub nutzen wir nun dazu, um Brynja wieder nach Termunterzijl zu überführen. Dazu haben wir ab dem 08. April zehn komfortable Tage Zeit.

Zunächst bringen wir ein Auto nach Termunterzijl und fahren dann nach Urk.

Wir finden Brynja trocken und nur leicht verschmutzt vor. Der Motor springt auf die erste Umdrehung ohne jeglichen Rauch an, so soll es sein!
Das Wetter ist im April natürlich fast noch mehr als sonst der bestimmende Faktor. Noch ist es meist sonnig und gar nicht so kalt. Es gibt sogar eine Art Strandleben. DSC00023-2
Urk ist proppenvoll mit Plattbodenschiffen, die sogar die lange neue Kade mit Zweier- und Dreierpäckchen ausfüllen.DSC00033 An Bord scheinen vor allem deutsche Jugendliche zu sein, gefühlt fast alle Norddeutsche, die gerade frisch konfirmiert wurde. Trotz der Menge sehr junger Leute bleibt es ungewohnt ruhig und diszipliniert. DSC00024-2

Für die traditionelle wochenendliche Lärmerei sorgen die einheimischen Jugendlichen, wie immer, selbst.
Es sind noch vergleichsweise wenige Yachten unterwegs.

Beim abendlichen Spaziergang stellen wir fest, dass die IJsselmeermücken dieses Jahr besonders früh starten.

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Die vermissen wir außerhalb des IJsselmeeres am wenigsten!

Der Wind passt zwar überhaupt nicht, aber wir wollen los und das erste Tagesziel ist Hindeloopen. Wir können uns im Hylperhaven aussuchen, wo wir liegen wollen. DSC00049

Hindeloopen ist noch fast im Winterschlaf. Es hat sich kaum etwas geändert, was einen Teil seines Charmes ausmacht.

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Die Fischbude in dem Airstream-Anhänger hat zum Glück schon geöffnet und wir kommen zu den zweitbesten Pommes dieses Urlaubs.

Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Makkum, das ist nur ein Katzensprung. Wir liegen direkt am Kanal im Vereinshafen.

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Mittlerweile ist es sehr windig geworden und dieser Wind ist bissig kalt. DSC00058

Die meisten Leute sind offenbar darauf vorbereitet und laufen in Wintersachen rum. Die Strandgegend ist noch verwaist.

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Es ist noch mehr Wind angekündigt und den wollen wir lieber in einer größeren Stadt abwettern. Deshalb geht es Tags darauf weiter nach Harlingen. Wie immer liegen wir im besonders geschützten Hafen des Vereins.

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In Noorderhaven und Zuiderhaven hätten wir sowieso nicht gekonnt, weil die Brücke über die Zufahrt dorthin gerade ausgewechselt wird.

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Die Halteleinen in der Schleuse sind frisch ausgewechselte Handschmeichler.

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Der angesagte Starkwind kommt tatsächlich und bringt immer wieder Regenschauer mit. Wir haben es uns mit dem Refleks-Ofen gemütlich gemacht und der sorgt auch gleich für heißen Apfelsaft mit Calvados, unsere Lieblings-Alternative zu Grog und Pharisäer.

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Am Hafentag gibt es das traditionelle Labskaus.

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Und natürlich Spaziergänge durch diese schöne Stadt.

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Der Folgetag sieht uns auf dem Weg nach Ameland, auf der direkten Route via Kimstergat, Vingegat und Vaarwater van de Zwarte Haan. Ich habe den Eindruck, dass die Fahrwasser dieses Jahr tendenziell etwas tiefer geworden sind. Im Hafen von Ameland sind wir eines von zwei Passanten-Booten.

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Der Hafen ist dieses Jahr in erster Linie Baustelle, mit erheblicher Lärmbelästigung. Die Liegepreise wurden deshalb gesenkt. Zusätzlich sind jetzt mehrere Wassertaxis am Yacht-Steg stationiert. Sie bringen und holen Crews von und zu Offshore-Arbeitsstellen. Unüberhörbar haben sie starke Motoren mit minimaler Geräuschdämpfung. Statt richtig festzumachen hängen sie sich an nur eine Leine und lassen sich von laufenden Motoren und Jet-Antrieben gegen den Steg drücken. Das darf auch durchaus eine halbe Stunde andauern und wir liegen entsprechend unruhig. Vielleicht soll so unauffällig noch ein bisschen Schlick aus dem Hafen gespült werden. Wir gehen zu Fuß einer Runde durch den Ort und machen am nächsten Tag, dass wir weiterkommen. Ameland in dieser Form müssen wir nicht haben, das werden wir vorerst auslassen in dieser Saison.
Das hier könnte das charakteristische Foto für diesen Urlaub sein: schön, aber kalt.DSC00119

Zum Glück kann man sich nach Belieben aufwärmen.

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Der Hafen von Schiermonnikoog ist an diesem Freitag zum ersten Mal in diesem Jahr geöffnet. Trotzdem hat das Wetter bei den meisten Wassersportlern wohl noch keine Stimmung aufkommen lassen. Außer uns ist nur ein niederländisches Boot im Hafen und viel mehr werden es auch nicht. Die Hafenmeisterin begrüßt und verabschiedet uns jeweils auf dem Steg.

Das Fahrwasser ist eng, gewunden und wenig tief, wie gewohnt.
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Der flachste Abschnitt ist im Bereich der Linkskurve, R 12 – R 18.
Zusätzlich ist die grüne Fahrwasserseite vor und im Hafen mit dünnen Holzstecken markiert, die eine grün gestrichene Spitze haben. Bei Hochwasser sind sie nur schwer zu erkennen

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und vermutlich von begrenzter Lebensdauer.

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Hier die Kurve direkt vor der Hafeneinfahrt, wo es auch noch einen einzelnen roten Stecken gibt. Wie man sieht nicht ohne Grund.

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Nahe Hochwasser ist noch Wasser im Watt

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und ein paar Stunden später ist es weg.

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Diese Insel enttäuscht uns nicht, hier ist alles wie es sein soll. Nicht umsonst ist sie von den niederländischen unsere Lieblingsinsel. Als einzige und sehr positive Veränderung fällt uns auf, dass die Busse jetzt Elektroantrieb haben.

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Eingangs des Ortes gibt es immer noch die besten Pommes des Urlaubs und auch mein Lieblingsantiquariat hat schon die Bücher draußen stehen. An windgeschützten Stellen kann man schön in der Sonne sitzen und sich von Raubvögeln belauern lassen.

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Am Strand sind die Aktivitäten noch überschaubar. Im Ort ist etwas mehr Leben.

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Eine angenehme Überraschung ist das Hafenrestaurant. DSC00172

Es bietet eine kleine feine Karte und erstklassiges Essen zu moderaten Preisen. Allerdings hat sich das herumgesprochen und man sollte reservieren.

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Hier könnten wir es noch ein paar Tage aushalten, aber die Zeit drängt. Weil die Gezeiten nicht gut passen wollen wir binnen weiter, über die Stande Mast Route bis Delfzijl.

In Lauwersoog schleusen wir nach binnen. Wie fast die ganzen Tage ist es windig und arg kalt, aber das Wetter zu schön, um viel Zeit unter Deck zu verbringen. Auch auf den Binnen-Wasserstraßen sind wir so gut wie allein. Bis zum Abend schaffen wir es nach Garnwerd und machen vor der Brücke fest.

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Endlich mal wieder Doppelrot, das kennen wir ja schon. Vorsichtshalber erkundige ich mich über Funk, wie es mit unserem Weiterkommen am nächsten Tag aussieht. Tatsächlich, Ostermontag werden die Brücken in Groningen nicht bedient.

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Wir fahren soweit wie möglich und landen wieder vor “unserer” Zernikebrug, doppelrot natürlich. DSC00200-2

Es ist noch früh am Tag und wir machen uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt. Das ist mal eine ganz andere Perspektive als mit Boot oder Fahrrad.

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Die meisten Geschäfte haben geöffnet und auf dem großen Platz vor der Kornbörse findet ein interessanter Kunsthandwerk-Markt statt.

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Ab und an werden wir von einem kurzen Schauer in ein Geschäft getrieben. Groningen ist nie langweilig und der Tag geht schnell rum. Der Rückweg kommt uns schon kürzer vor als der Hinweg und wir finden drei weitere Boote an unserem Steg vor.

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Morgens um sieben sind die Stege noch leicht überfroren, aber das taut rasch weg.

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Wir trödeln, fahren nicht gleich um neun los und tanken noch im nahegelegenen Jachthaven. Das rächt sich. Erst bleiben wir an einer Eisenbahnbrücke hängen, die wegen eines verspäteten Zuges mit ihren Öffnungen aus dem Takt kommt.

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Dann kommen wir 11.20 an die erste Innenstadt-Brücke. Ihre Lichter sind gar nicht eingeschaltet. Auf Nachfrage erfahren wir über Funk, dass der Brückenwärter noch an einer anderen Brücke ist. Wir hören ein Gespräch zwischen ihm und der Zentrale mit, in dem die Rede von seiner Mittagspause ist.

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Kurz vor zwölf erscheint er, sagt uns nicht all zu freundlich, dass bis eins Mittagpause ist und lässt ein einzelnes Boot auf Gegenkurs durch. Dann geht er. Regine nutzt die Zeit zum Einkaufen. Um eins erscheint der Brückenwärter und jetzt dürfen wir weiter.

Wir sind drei Yachten und ein großes Plattbodenschiff der Universität Groningen. Der Brückenwärter muss diesen kleinen Konvoi von Brücke zu Brücke durch die Innenstadt auf dem Fahrrad begleiten. Er lässt sich viel Zeit damit und steht an den geöffneten Brücken dann mit dem Rücken zu den Booten. Aus irgend einem Grund scheint er nicht seinen besten Tag zu haben. Das große Uni-Schiff hat durch die Verzögerungen Probleme mit dem Manövrieren in den engen Grachten.

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So etwas kennen wir gar nicht von holländischem Brücken-und Schleusenpersonal. Normalerweise sind diese Leute sehr freundlich und professionell. Kaum kommt man vor einer Brücke in Sicht wird sie schon rot-grün geschaltet, d.h. die Öffnung vorbereitet. Wir sind immer wieder begeistert davon.
Dieser Mensch ist aber lediglich für die Brücken in der unmittelbaren Innenstadt zuständig und danach funktioniert wieder alles gewohnt reibungslos und freundlich. DSC00230
Die Fahrt von Groningen bis Delfzijl ist langweiliges Kanalfahren, genau gegen den eisigen Wind.
In Delfzijl schleusen wir wieder ins Salzwasser und von da aus ist Termunterzijl schon in Sichtweite.
Auch hier ist noch nichts los, nur ausgerechnet in unserer Doppelbox hat ein großes Boot ziemlich unglücklich festgemacht. Wir parken im zweiten Anlauf rückwärts ein, so geht es gerade.

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Mittlerweile ist es schon Abend und wir müssen noch nach Urk, das zweite Auto holen und dann nach Hause. Dort kommen wir nachts an und nach ein paar Stunden darf ich schon wieder zur Arbeit fahren.

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