S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln

Osterurlaub 2014

 

Zwei Wochen Osterurlaub gibt es dieses Jahr. Wir wollen die Saison möglichst mit einem Besuch auf ein oder zwei Inseln beginnen. Vorauszusehen sind aber auch etliche Hafentage, denn wir wollen Etliches am Boot machen, vor allem das Cockpit umgestalten.

Der alte Kompass soll weg und an diese Stelle der Plotter kommen. Ein neuer Kompass soll dafür über dem Niedergang eingebaut werden. Dort wird ein Platz frei, weil das Bedienteil des Autopiloten weg kommt. Das Bedienteil des neuen soll in die Rückenlehne der Ducht, in Reichweite des Rudergängers.
Der alte Autopilot (ST4000) soll gegen einen zeitgemäßen (EV-100) ausgewechselt werden.
Zu dem Plotter gibt es noch ein AIS, mit abschaltbarem Transponder.
Grundgedanke ist, alle wichtigen  Bedienungselemente in Reichweite des Rudergängers zu haben. Der Kompass soll nahe der der normalen Sichtachse sein, so dass der Rudergänger nicht mehr nach unten sehen muss. Er ist für uns beim alltäglichen Segeln viel wichtiger als der Plotter.

Das alles soll im Rahmen des Urlaubs erledigt werden. Es sind Arbeiten, zu denen ich im Winter nicht gekommen bin. Außerdem steht natürlich noch Putzen und Polieren von Rumpf und Aufbauten aus.

 

Sa., 12.04.14, Ketelhaven – Stavoren, 29 sm

P1030592Morgens dichter Nebel, gegen 10.00 klart es auf und ist schön sonnig. Noch schnell den jährlichen Ölwechsel und 12.40 los.

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Mit WSW 3 und milden Temperaturen kommen wir komfortabel voran. Gegen 15.00 hat es sich zugezogen und der Wind zugenommen bis W 5. Kurz vor 18.00 machen wir in der Buitenmarina Stavoren fest.

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Natürlich ist sofort ein Gang durchs Dorf fällig. Wir wollen uns den Stand der Dinge an der neuen Schleuse ansehen. Und vor allem noch Pommes mit Kibbeling essen, da freuen wir uns seit zuhause drauf. Der neue Supermarkt ist fertig, die Schleuse auch schon fast. Rundherum ist allerdings noch alles Baustelle. Am 8. Mai soll offizielle Eröffnung durch den König sein, bis dahin muss es anders aussehen!

 

So., 13.04.14, Stavoren – Makkum, 14 sm, 14.50 € (alles inkl)

11.00 los, Groß mit beiden Reffs im Hafen gesetzt, Genua leicht gerefft gleich davor und ab mit NW 5 Richtung Norden. Frühes Reffen gehört zu den guten Vorsätzen dieser Saison.
Kurz darauf kommt eine Windwarnung für IJsselmeer und Markermeer: W-NW 6.
Nach zwei Stunden sind wir vor Makkum. Eigentlich hatten wir eher an Harlingen als Tagesziel gedacht, aber der Riggtrimm gefällt mir für viel Wind nicht gut genug. Alles etwas zu schlabbrig.

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Also segeln wir unter Genua bis in den Stadthafen hinein, wo wir unnötig heftig festmachen.

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Abends dreht der Wind auf NW, so dass wir keinen Schutz mehr durch die große Werfthalle haben. Stattdessen haben wir den Wind genau von vorn, ungeschützt direkt vom Watt her. Spätabends sind es 7-8, manchmal 9. Im Hafen steht ein richtiger kleiner Seegang, die Kämme der Wellen werden vom Wind weggerissen.

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Die Steganlagen und Pfähle wirken sehr marode, ich habe kein rechtes Zutrauen und keine Ruhe. Die Leinen habe ich gedoppelt, trotzdem können wir nachts einige Zeit nicht schlafen.
Genau das richtige Ambiente um in Wilfried Erdmanns erster Solo-Weltumsgelung zu lesen.  Für morgen beschließen wir einen Hafentag.

 

Mo., 14.04.14, Hafentag

Morgens NW 7, bis in den frühen Nachmittag immer wieder kurze heftige Schauer. NW 6-7 bleibt den ganzen Tag.
P1030635Der Blick durch die Hafenausfahrt „vor die Tür“ bestätigt unseren Entschluss zum Hafentag,
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Nachmittags können wir endlich einen langen Spaziergang machen.

Das Glas der Positionslampe ist weg, offenbar nachts von einer schlagenden Leine abgeschlagen.

Nachts nimmt der Wind etwas ab auf NW 5-6.

 

Di., 15.04.14, Makkum – Oudeschild, 27 sm, 26.50 € (alles inkl.)

Morgens noch Windwarnung N 6 für das Gebiet Harlingen, das in den nächsten Tagen unser Revier sein soll.

Um 09.00 fahren wir unter Motor los, grobe Richtung Harlingen. Ab der Schleuse wollen wir die letzte auflaufende Gezeitenströmung nutzen.

Bis wir durch Schleuse und Brücke sind ist es 10.30. Wir setzen Groß und Genua doppelt gerefft und schauen, ob wir damit gen Harlingen kommen. Es stellt sich aber bald heraus, dass schon Gegenstrom läuft. Wir rollen die Genua nach zwanzig Minuten weg und lassen den Motor mitlaufen. Gegen NNW 6 und Strom an zu knüppeln macht aber keinen Spaß, nicht viel mehr als drei Knoten über Grund bei einem fiesen Hack. Also besinnen wir uns auf unsere bewährte Flexibilität und drehen um Richtung Texel. Da haben wir schönes Segeln mit sieben bis acht Knoten! Mittags nimmt der Wind ab auf N 5, ist aber kalt. Handschuhe sind beim Steuern nicht verkehrt. Mehr oder weniger hoch am Wind und mit dem Strom im Rücken kommen wir so gerade ohne Kreuzen aus.
Es ist so gut wie kein Verkehr, am ehesten noch Schiffe der braunen Flotte. 13.55 sind wir auf Texel, in Oudeschild.

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In der Marina sind wir das vierte Boot. Die Preise sind wieder erhöht, dafür wurden nach den SEP-Keys jetzt auch die Code-Karten abgeschafft. Alles ist jetzt inklusive. Das Hafenbüro ist nur eine Stunde am Tag besetzt. Wir kaufen ein, gehen spazieren und arbeiten am Boot.

 

Mi., 16.04.14 Hafentag

P1030695Vormittags trauen wir unseren Augen nicht: wir sind das einzige Boot im Hafen! Das habe ich hier noch nie erlebt.

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Wie vorhergesagt wird es ein sonniger Tag mit wenig Wind. Mit den Falträdern fahren wir nach Den Burg zum Bummeln und De Koog zum Strand.
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Abends kommt eine Kollegin von Regine mit ihrer Familie zu Besuch.

 

Do., 17.04.14, Oudeschild – Vlieland, 32 sm, 26.50 € plus 50 ct. Duschen

Wir wollen heute Richtung Vlieland, um den SW-Wind mitzunehmen. In den Tagen darauf soll er nördlicher wehen.

Windwarnung S-SW 6.

08.45 los, faules Genuasegeln bei SW 5, die Route via Scheurraak und Omdraai, also binnen durchs Watt. Da bildet sich auch bei viel Wind nicht viel Welle aus, es ist zu flach dafür. Erst zwischen Vlieland und Terschelling werden wir ein bisschen was auf die Nase kriegen.
Mittags legt der Wind zu auf SW 6. Die Betonnung im Scheurrak hat sich fast nicht verändert, die im Omdraai liegt deutlich weiter östlich als letztes Jahr. Fast alle Boote drehen ab Richtung Terschelling, bevor das Wasser knubbelig wird. Wir segeln hoch am Wind bis unter die Westergronden und machen dann noch einen Schlag Richtung Vlieland. Das Groß bleibt unten. Ich möchte bei der Gelegenheit sehen wie sich da Boot unter diesen Bedingungen beim Kreuzen nur unter gereffter Genua verhält. Mittlerweile sind es reichlich 6 und ein bis anderthalb Meter Welle.
Das klappt gut, beruhigend für den Notfall. Nahe der Tonne ZS 1 macht es keinen Sinn mehr, Genua weg und Motor an. Gegen die Strömung und diesen Wind ist für uns kein Kreuzen nnach Vlieland möglich, selbst wenn wir uns das antun wollten.
Strom und Starkwind kommen aus der gleichen Richtung, gegenan. Ich fahre mehr in Landnähe, in der Hoffnung, dort weniger Gegenstrom zu haben. Aber von wegen! Trotz 5.1 kn Speed stehen wir laut GPS auf der Stelle, das habe ich hier noch nie erlebt. Mehr als vier Meter Wassertiefe, also hängen wir auch nicht fest. Ich schwenke ab ins tiefere Fahrwasser und wir kommen wieder voran. Vor der Hafeneinfahrt sind es „nur“ noch 3.7 kn Querstrom, aber das kennen wir. 14.05 laufen wir ein.
WP_20140419_002Im Hafen ist kaum etwas los. Wir legen bei dem Querwind bequem an der Leeseite einer Doppelbox an und ziehen uns dann zur Luvseite rüber. In den Leinen zu hängen finden wir komfortabler als in die Fender gedrückt zu werden.
Ich sehe später, dass es laut der Windfinder – Statistik sogar von halb elf bis drei durchgehend satte Windstärken waren. So viel war mir das gar nicht vorgekommen.
Vlieland ist noch im Winter – Modus, nur die Damen – Keramik geöffnet, Hafenmeister nur zwei Stunden am Tag im Büro.

 

Karfreitag, 18. bis Sonntag, 20.04.14 sind Hafentage

Ostern verbringen wir auf Vlieland. Karfreitag bringt vormittags N6, den restlichen Tag N 5.
Der Samstag hat NE zwischen 4 und 6 zu bieten.
Sonntags sind es ONO 5, nachmittags 6.

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P1030978Meistens ist es sonnig, Sonntag sogar schön warm. Wir fahren viel Rad, genau genommen zu viel. Außerdem kommen wir endlich zu den langen Strandwanderungen, auf die wir uns den ganzen Winter gefreut hatten. WP_20140418_009
Der Hafen bleibt vergleichsweise leer. Die ganzen Segler, die angekündigt hatten, Ostern traditionell auf Vlieland zu verbringen, bleiben aus. WP_20140418_007
Nur die Fähre bringt ganze Schübe von Tagesgästen.
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Auch die Schiffe der braunen Flotte haben sich nicht abschrecken lassen. Einige von ihnen bieten ganz großes Hafenkino beim Einlaufen.
Der Spitzenreiter bricht seinen Einlaufversuch zwei Mal ab. Dann bügelt er beim dritten Versuch vierkant in die Balkenkonstruktion der Hafeneinfahrt, kommt aber wieder frei. Beim weiteren Einfahren schafft er es sage und schreibe noch fünf Mal, anzuecken. Im Hafen verhindert der Hafenmeister mit seinem kräftig motorisierten Schlauchboot mehrmals, dass dieser Klipper andere Boote touchiert. Dann bugsiert er ihn noch, um ihm beim Rangieren zu helfen. Schließlich ist das Schiff längsseits bei einem anderen. Der Skipper wirkt völlig überfordert, hört aber nicht auf seinen Maat. Der ist zwar nicht so schön wie sein Boss, weiß aber wie es gehen müsste. Die Fahrgäste auf dem Schiff haben versteinerte Gesichter und selbst die Zuschauer sind fassungslos.
So etwas ist besonders ungewöhnlich, weil die meisten Schiffe der braunen Flotte mustergültig professionell geführt werden.

 

Ostermontag, 21.04.14, Vlieland – Harlingen, 18 sm, 13.50 € plus 50 ct. Dusche

Es wird Zeit, sich auf den Rückweg zu machen, bevor die angekündigten Schlappwind – Tage kommen.

10.00 los, NO 4, mittags mal ein Schauer mit NO 5-6. Heute ist deutlich mehr Verkehr, gute Test-Möglichkeiten für das neu installierte AIS.  Die Schiffe der braunen Flotte sind mittlerweile diejenigen, die am meisten kreuzen. Bei den „normalen“ Yachten scheint das immer mehr aus der Mode zu kommen. Die drei gelb betonnten Parallel-Fahrwasser für die Sportschifffahrt sind schon fertig ausgetonnt.
12.45 gehen vor Harlingen die Segel runter und zehn Minuten später warten wir vor der Tjerk-Hiddes-Sluis. Eine halbe Stunde später sind wir direkt dahinter im Hafen des HWSV.

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In einem kleinen Geschäft finden wir ein geniales Treibholz-Boot, das unser Wohnzimmer zieren wird.

Nachmittags gibt es Regen, abends nur noch kurze Schauer.

 

Di., 22.04.14, Harlingen – Hindeloopen, 17 sm, 12 €

Wir fahren erst spät los, den Gezeiten entsprechend. 14.40 sind wir durch die Schleuse, danach durchs Boontjes bei Wind und Strom schwach gegenan.
Für die Schleuse Kornwerderzand brauchen wir von  16.10 bis 16.50, da kann man nicht meckern. Danach ist endlich wieder Segeln möglich, allerdings bei müden SW 2.
Dafür ist es angenehm warm.
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P1040103Eine gute Gelegenheit, mit der Deckwasch-Pumpe das Boot zu entsalzen und zu putzen. Abends sind es nur noch bestenfalls 1 – 2 Windstärken, aber wir haben ja Zeit.
19.20 machen wir in Hindeloopen im von uns favorisierten Hylperhaven fest.

 

Mi., 23.04.14, Hafentag

Vormittags sehr warm, fast heiß. Nachmittags einzelne Schauer, aber warm bleibt es.

Die Mutter aller Arbeitstage! Wir tüfteln mühsam aus, wie der alte Autopilot installiert und verkabelt war. P1040114_SWas wir davon nicht mehr brauchen können bauen wir aus. Dann wird der neue Autopilot eingebaut. Wir klotzen bis 22.00 durch, damit wir es hinter uns haben. Schließlich sieht alles gut aus und funktioniert in der Box auch. So was nennt sich Urlaub…

 

Do., 24.04.14, Hindeloopen – Warns, 9 sm, 10 €

Morgens erst mal dichter Nebel.
WP_20140424_00212.20 los, kaum Wind. Nach einer Stunde geben wir auf, Motor an, Segel runter. Schließlich wollen wir erste Eindrücke vom Autopiloten kriegen! Es scheint alles zu funktionieren, aber bei weitem nicht mit der erwarteten Präzision. Wir führen das Setup durch, einigermaßen. Danach wird es besser.
14.15 schleusen wir durch die Johan Friso-Sluis, die alte Kammer. Danach tanken wir und fahren weiter nach Warns. Dort wollten wir im Hafenrestaurant der Marina  Stormvogel Essen gehen. Reingefallen, hat um diese Jahreszeit nur Freitag bis Sonntag auf…
P1040118Aber Warns ist auch ein guter Startpunkt, um mit den Falträdern nach Bakhuizen zu fahren. Dort ist unser Lieblings-Bootsladen, wo wir eigentlich immer fündig werden. Diesmal natürlich auch. Vor allem finden wir da den passenden Kompass, das letzte fehlende Teil für unsere Cockpit-Baustelle!
Danach hatten wir genug Bewegung für diesen Tag. Es war warm gewesen, kurzärmeliges Wetter, ein richtiger Sommertag. Abends gab es mehrere Stunden lang starke Gewitter mit heftigem Regen.

 

Fr., 25.4.14, Warns – Enkhuizen, 18 sm, 17.19 €

Morgens fahre ich allein nochmal mit dem Rad nach Bakhuizen. Ich kaufe noch einige Kleinteile, für die ich Muster vom Boot brauche.
Mittags fahren wir los, eine Stunde später sind wir durch die Schleuse. Diesmal war es die neue Schleuse.

P1040119P1040120P1040121Wirklich schön gemacht und mit dem seitlich versetzten Zugang schön geschützt angelegt.
WP_20140426_012Los geht es mit faulem Genuasegeln bei SW 4, später SW 3 und bei der Zufahrt nach Enkhuizen bleibt der Wind fast ganz weg. Kurz nach drei machen wir im Stadthafen (Buitenhaven) fest, an einem unserer Lieblingsplätze gleich an der Hafeneinfahrt.
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Spätabends gibt es wieder heftige Gewitter und viel Regen. Hier ist die Vegetation noch viel weniger weit als zuhause.

 

Sa., 26.04.14, Enkhuizen – Ketelhaven, 24 sm

11.30 los, Sonne satt, S 3. Diese bequemen Bedingungen halten leider nicht vor. Im weiteren Verlauf zieht es sich zu, der Wind ist unregelmäßig schwach zwischen südlich und immer mehr östlich, nachmittags auch mal 3-4.
An der Ketelbrug kann AIS erstmals ernsthaft seine Qualitäten beweisen. Es zeigt uns einen entgegen kommenden Tanker, der –für uns verdeckt- angebügelt kam und dem wir genau unter der Brücke begegnet wären.
P104018418.20 werfen wir für die letzten drei M eilen den Motor an. Es sieht im Südwesten nach Regen aus und wir wollen die Segel noch trocken weg packen.
19.00  ist dieser Urlaub zu Ende.

 

Aufgefallen ist mir in diesen zwei Wochen, wie zutreffend die Wetterberichte waren. Vorwiegend haben wir KMI und Windfinder (natürlich nur die Superforecast) beobachtet.
Natürlich waren es auch denkbar einfache Bedingungen, ein Frontdurchgang nach dem anderen.

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