S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln

Eher Eismeer als IJsselmeer

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Eigentlich ist für Sa., 23.03.13, der Krantermin geplant. Aber das winterliche Wetter macht einen Strich durch die Rechnung. Also wird der Termin auf den 28.03. verschoben. Wir mieten uns für die Woche vorher ein Ferienhaus, um es auf jeden Fall warm und gemütlich zu haben.

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Am 23. fahren wir nach Lemmer. Zuerst wollen wir natürlich sehen, ob die neue alte Plane gehalten hat. Alles klar, sie ist heil und hat das Boot geschützt. Auch sonst gibt es keine negativen Überraschungen.

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Nachts friert es deutlich, tagsüber beschert der starke (6-7) Ostwind Gefühlstemperaturen von fast 15 Grad minus. Der schon geraume Zeit andauernde Ostwind hat das Wasser hinter den Deichen steigen und außen in Lemmer sinken lassen. Für manche Boote reicht die Wassertiefe nicht mehr.

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Dieses erste Wochenende ist uns zu kalt zum Arbeiten. Wir fahren und gehen spazieren, sibirisch vermummt. Gute Gelegenheiten, um Freunde zu treffen.

Nachdem der Wind etwas nachgelassen hat, können wir täglich etwa zwischen elf und vier am Boot arbeiten. Schließlich scheint täglich die Sonne und hat schon deutlich Kraft.

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Am 27. ist das Boot äußerlich fertig und am 28. wird es tatsächlich gekrant. Wir stellen den Mast provisorisch, der Motor springt brav an und wir tuckern Richtung Lemmer. Die erste Brücke ist sogar besetzt und wir können gleich durch. Allerdings müssen wir dahinter 50 m lang Eisbrecher spielen. Mit ganz geringer Fahrt schleichen wir durch die geschlossene Eisdecke und drücken seitlich dekorative Eisschollen hoch, zur Begeisterung der Spaziergänger an Land.

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Dann geht es allerdings nicht weiter. Ich hatte vergessen, dass noch keine Saison ist und Durchfahrten vorher telefonisch angemeldet werden müssen. Nur dumm, dass wir noch keinen Funk und keinerlei Unterlagen an Bord haben. Also fahre ich ein Stück zurück und wir legen am Ufer an. Ich trabe zurück zur Brücke, da stand eine Telefonnummer dran. Damit kann ich uns anmelden und wir dürfen hinter zwei kleinen Rundfahrtschiffen her weiter fahren.

Schließlich haben wir auch die Schleuse hinter uns und fahren in den Jachthaven Lemmer. Da gibt es Landstrom inklusive und ein brauchbares offenes WLAN. Heizung ist derzeit schließlich das wichtigste Thema.

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Wir haben Glück, der Hafenmeister hat -eher unvorsichtig- die Wasserversorgung des Stegs geöffnet. Wir füllen rasch unseren Wassertank. Zunächst kommt ein Eiszapfen aus dem Schlauch, dann Eisschlamm und schließlich sogar Wasser.

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Die nächsten Tage ist es so, dass nachts die Wasserfläche zufriert, ab und zu verziert mit Schneeschauern.

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Tagsüber hat die Sonne Kraft genug, das Eis mehr oder weniger zu schmelzen. Also sind vorwiegend Arbeiten im Bootsinneren angesagt. Manche davon stehen schon lange auf der Liste der guten Vorsätze, also hat das Wetter auch etwas Gutes.

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Auch genüssliches Kochen kommt nicht zu kurz.

In Lemmer ist eine Wochenend-Veranstaltung mit allerhand Rundfahrt-Schiffen. Bei dem Wetter kommt aber kaum jemand.

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Die ursprüngliche Planung, einen Törn zu machen, ist kein Thema mehr. Es ist einfach zu kalt, wir müssen ja nichts.

Am Mittwoch, 03.04., gefällt uns das Wetter gut genug. Grad für Grad wird es allmählich weniger kalt. Morgens hat es sogar mal kein neues Eis gegeben.

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Also fahre ich los Richtung Urk. Regine fährt mit dem Auto dort hin. Angesagt ist Nordost 5-6, tatsächlich wird es eher 6-5. Raumschots, also herrliches Segeln bei Sonne satt.

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Obwohl ich nur die Genua gesetzt habe rafft Brynja sich zu ungeahnten Leistungen auf. Im Schnitt deutlich über sieben Knoten, immer wieder satt über acht. Ich traue erst meinen Augen nicht, aber Log und GPS sind sich einig. Das muss an dem neuen kürzeren Achterstag liegen, das Brynja vor ein paar Tagen bekommen hat.

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In Urk muss Regine sich beeilen, ich bin zu früh dran. Auch hier gibt es Strom inklusive, allerdings ist erst eine Keramik geöffnet. Das ist unser Bordausdruck für Sanitäranlage. Wir müssen jedes Mal um den halben Hafen traben. Abends gibt es lecker Fisch im De Kaap.

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Der nächste Tag ist wieder trüb grau und kalt. Also wieder keine Lust zum Segeln.

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Aber der Freitag macht wieder einen freundlicheren Eindruck. Wir segeln wenigstens noch nach Lelystad, ich will dort bei C-Yachts etwas fragen. Das Wetter ist freundlich durchwachsen. Von den versprochenen  4-5 Windstärken kommen allerdings meistens höchstens 3-4 bei uns an. In der Flevo Marina gibt es frischen Diesel und Wasser.

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Samstag segeln wir nach Urk, wo ich Regine absetze. Sie bringt das Auto nach Ketelhaven, ich das Boot. Das Wetter war zunächst wieder unentschlossen, hat sich dann aber zu einem Vorgeschmack von Frühling aufgerafft. Der Hafenmeister kommt gleich angeradelt und begrüßt uns.

Wir packen zusammen und Sonntag geht es mittags ab nach Hause. Schade, jetzt hat sich das Wetter gerade gemacht!

2 Kommentare zu “Eher Eismeer als IJsselmeer

  1. Sehr nett, klingt doch alles sehr entspannt (so, vom warmen Kamin aus).

    Gruß Klaus

  2. Schön beschrieben,
    ich hoffe für euch wird es die nächste Saison eher warm, dann kann ich nämlich auch mein Vorhaben durchführen.
    In großer Hoffnung
    Eberhard

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