S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln

Osterspazierfahrt 2011

Vom Eise befreit sind Flüsse und Bäche… Oder wie heißt es doch noch bei Goethe? Das war dieses Jahr maßlos zu übertreffen!

Um es vorweg zu nehmen: solches Segelwetter habe ich schon lange nicht mehr am Stück erlebt, schon gar nicht so früh im Jahr.

Wir haben die Saison mit zwei Wochen Osterferien begonnen.

Planung war nur, Richtung (westfriesische) Inseln zu fahren und möglichst nichts mit dem Motor zu erzwingen. Das Übliche eben.

 

 

Montag, 18.04.2011, 13.50 -17.10, Lelystad-Enkhuizen

 

NE 3-4, sonnig, aber der Wind ist noch kalt. Auf der südlichen Route, über Markermeer und durch das Naviduct.

Das Boot hat eine neue Genua bekommen, die muss ich erst kennen lernen. Erste Reinschiff-Aktionen sind auch fällig, das soll nach und nach immer wieder mal vorkommen während dieses Urlaubs. Das Boot ist ja während des Winters im Wasser geblieben und hatte noch nicht die übliche Grundpflege zum Saisonbeginn.


Wir schauen erst im Stadthafen, aber dort bilden sich schon deutliche Charterer-Päckchen, die Unruhe versprechen.


Also lieber in den Compagnieshaven, vielleicht ist ja unser Lieblingsplatz für Hafenkino noch frei. Wir haben Glück und liegen in der Ecke neben der Tankstelle, wo einem nichts und niemand entgeht. Wenn man will.

Aber zuerst natürlich ein Stadtrundgang und schauen, ob es etwas Neues gibt.

 

 

Dienstag, 19.04.2011, 11.20-16.40, Enkhuizen-Stavoren

 

Eigentlich hatten wir Lemmer angedacht, für dortige Segler haben wir noch diverse Sachen an Bord. Der Wind dreht von östlichen 3 aber immer nordöstlicher und lässt weiter nach. Nach zweieinhalb Stunden drehen wir deshalb ab Richtung Stavoren. 2 Meilen vor Stavoren ist es vorbei mit Wind, dafür Sonne satt. Wir motoren in die Außen-Marina.

 

 


Ein richtiger Sommertag, ideal zum unterwegs Boot putzen.

 

 

Mittwoch, 20.04.2011, 12.00-14.20, Stavoren-Hindeloopen

 

Kein Ziel, einfach mal sehen, wie weit wir Richtung Watt kommen.

 

Wir starten bei S 1-2, aber diese Böen lassen bald nach und einer Stunde und stattlichen anderthalb Meilen darf der Motor ran. 40 Minuten später haben wir zumindest wieder die Wasser kräuselnden S 1-2, also Motor aus und nur mit der Genua segeln wir bis unmittelbar vor Hindeloopen.

 

Auch im Hylperhaven ist unser Lieblingsplatz gerade noch frei, mit Blick auf die Hafeneinfahrten.

Wieder ein purer Sommertag mit Sonnenbränden an allen möglichen Stellen.

Der einheimische Schafnachwuchs hat nicht auf Ostern gewartet.

 

 

 

Donnerstag, 21.04.2011, 11.15-17.25, Hindeloopen-Oudeschild

 

Jetzt hängt es von den Gezeiten ab, wann und wo wir hin fahren. Das und der zu erwartende schwache Nordostwind bringt uns zu der Entscheidung durch die Schleuse bei Kornwerderzand nach Texel zu fahren.

Der Wind ist erst schwach östlich. Anderthalb Meilen vor und eine halbe Stunde hinter der Schleuse müssen wir motoren. Gegen 14.00 sind wir durch die Schleuse und genießen den Schiebestrom der Ebbe. Durch ihn kommen wir auch bei NE 2 gut genug voran, um bis vor die Hafeneinfahrt segeln zu können.

Auch der erste Seehund des Törns kommt uns beäugen.

Ein tückischer Tag für die Haut, durch leichte Dunstigkeit unterschätzte man die Kraft der Sonne.

Im Hafen ist noch nicht viel los. vielleicht halb voll.

 

 

 

Freitag, 22.04.- Sonntag, 24.04.2011, Texel

 

Richtige Sommertage! Tagsüber deutlich über 20 Grad, nachts 13-15 Grad, schlappe Winde aus nordöstlichen Richtungen.

Zu den anderen Inseln weiter zu fahren würde motoren bedeuten. Außerdem werden Vlieland und Terschelling per Aushang beim Hafenmeister bald als voll gemeldet.

Ab Samstag ist auch Oudeschild voll, etwa 30 Boote machen im Fischereihafen an Fischerbooten fest. Ein Hafenmeister düst mit dem Schlauchboot herum und sortiert schon frühzeitig, für wen noch eine Lücke im Yachthafen ist.

Wir nutzen die Tage für ausgiebige Radtouren und Bummeln.

 

Das einzige wirklich ganz junge Osterlamm ist etwas exotisch.

Sogar eine kleine Einlage Strandurlaub an der Nordseeseite in de Koog ist dabei.

Dort könnte man denken, im Juli oder August zu sein.

Erstaunlich, wie viele Menschen so schnell auf dieses Traumwetter reagiert haben.

 

Osterfrühstück

 

Sonntag habe ich allmählich wieder Hummeln im Hintern, aber jetzt warten wir auch noch, bis die Massen auf dem Rückweg sind.

 

 

Montag, 25.04.2011, 07.00-15.30, Texel-Vlieland

 

Wir haben uns für die Außenroute entschlossen. Wieder mal östliche, auf NE drehende Winde und die Gezeiten lassen das ansprechender erscheinen.

Um sieben geht es mit dem letzten ablaufenden Wasser los, um die Südspitze von Texel rum und auf der Nordseeseite wieder nach Norden. Wind östlich 2-3, nach drei Stunden, wie versprochen auf Nordost gedreht. Die Strom- und Gezeitenplanung haut prima hin. Erst eine halbe Meile vor dem Hafen von Vlieland bekommen wir Gegenstrom und müssen motoren.

Im Laufe des Tages hatte der Wind noch ein bisschen auf 2 abgenommen und weiter nach Norden gedreht. Ab den Eiergronden waren zwei, drei Kreuzschläge nötig und um die Ostspitze von Vlieland mogele ich mich dicht unter Land herum.

Wieder mal Sonne satt, aber der Wind arg frisch.


Der Hafen und die Insel sind jetzt herrlich leer.

 

 

Dienstag, 26.04.2011, Vlieland

 

 

Hafentag, das muss auf Vlieland einfach sein! Radtouren, spazieren gehen, bummeln. Wieder sonnig mit kaltem Wind, der jetzt mit 5-6 aus Nordost kommt.

Dass der Lkw des Vliehoors-Express auch Gedichte in den Sand fährt war mir noch gar nicht aufgefallen.

 

 

 

Mittwoch, 27.04.2011, 12.30-15.45, Vlieland-Harlingen

 

Die Windvorhersagen für die nächsten Tage sind etwas unkomfortabel, mit Hang zu Starkwind aus der Nordostecke. Also machen wir, dass wir eine günstige Gelegenheit nutzen und mit N5 und halb bedecktem Himmel nach Harlingen kommen.

Von da aus soll uns Starkwind aus dieser Richtung egal sein. Wir wollen zurück und da wird es mehr oder weniger Rückenwind sein. Subjektiv also als eine Windstärke weniger empfunden und als zügiger Antrieb immer gerne genommen.

Die erste Meile haben wir schon Gegenstrom, also nächstes Mal eine halbe Stunde früher los. Wenn ich dann noch daran denke…

Wir fahren durch die Tjerk Hiddes Schleuse und dann gleich an steuerbord in den Vereinshafen. Da hat sich viel getan, die Aufteilung ist neu gemacht.

Von dort aus in die Innenstadt ist auch nicht weiter als aus der Noordergracht, so dass sich gleich ein Stadtbummel anschließt. Es fallen sogar mal drei bis neun Tropfen Regen, nichts was man ernsthaft als Feuchtigkeit bezeichnen könnte.

 

 

Donnerstag, 28.04.2011, 09.10-14.45, Harlingen-Hindeloopen

 

Der erste graue Morgen dieses Urlaubs!

Zunächst wieder durch die Schleuse, eine halbe Stunde später stehen die Segel. NE 3-4 und bedeckter Himmel, der Sommer macht eine kleine Pause.

Noch ein Stündchen später beginnt es aber, wieder aufzureißen und der Wind schlafft ab auf NE2-3.

In Kornwerderzand können wir bis unmittelbar vor die Schleusen segeln, wir sind fast allein. Allerdings müssen wir auch über eine Stunde warten. Erst als Regine provozierend mit Kochen anfängt, wird die Schleusenampel sofort auf rot-grün geschaltet. Zwischendurch werden wir von der Marechaussee kontolliert. Sie wollen aber nur die Ausweise sehen, scheint mehr eine Ausbildungsveranstaltung für Rekruten zu sein.

Der Wetterbericht droht die ganzen Tage mit Schauergefahr einschließlich möglichem Hagel, Gewitter und Starkwind-Böen. Davon haben wir allerdings nichts gemerkt.

Um halb eins sind wir nach anderthalb Stunden endlich durch die Schleuse. Wir beschließen, südwärts zu segeln solange wir Lust haben. Daraus wird dann wieder ein Besuch in Hindeloopen, in unserer Stamm-Box.

Ab Mittag war es wieder ein Sommertag, auch der Wind wärmer, aber schlapper.

Abends konnte man, wie meistens in diesem Urlaub, „bis in die Puppen“ draußen sitzen. Eine Decke über den Beinen reichte.

 

 

Freitag, 29.04.2011, 12.10-18.10, Hindeloopen-Lemmer

 

Jetzt wird es aber Zeit, nach Lemmer zu kommen. Schließlich haben wir da noch einiges abzuliefern.

Perfekter Wind, östlich um 5, Sonne satt, Prachtsegeln. Ab dem Vrouwezand kreuzen wir dementsprechend großräumig und reffen etwas.

Im Bereich der Rotterdamse Hoek nutzen wir etwas höhere Wellen und 6 Windstärken, um mal eine Viertelstunde Beidrehen in verschiedenen Nuancen auszuprobieren.

Klappt ganz gut, ist aber noch optimierbar.

Erst mal geht es aber weiter, die Segelbedingungen sind herrlich!

Für die letzte Viertelstunde werfen wir den Motor an, es geht in der Fahrrinne genau gegen den Wind.

 

Wir wollen mal einen neu eröffneten Yachthafen im Außenbereich von Lemmer ausprobieren. Man liegt sehr geschützt dort, die sanitären Anlagen sind noch nicht völlig fertig. Allerdings hat es den Charme eines Industriegebietes. Lemmer ist natürlich, wie so oft, proppenvoll.

 

 

Samstag, 30.04.2011, 13.50-18.15, Lemmer-Lelystad

 

Vormittags eben einkaufen und ein vergeblicher Besuch beim Segelmacher. Es ist Königinnentag und er hat deswegen geschlossen. Dafür ist Lemmer ein einziger Trödelmarkt, wie jedes Jahr zu diesem Termin.

Zu viel Trubel für uns. Mit den Rädern machen wir unsere Liefertour nach Iselmar und zum Gemeindehafen. Dank einiger winziger Schwätzchen sind wir dann allmählich knapp in der Zeit, aber wir haben ja Express-Wind.

Der bläst uns ganz gemütlich nach Hause, meistens Ost um 5, anfangs häufig, später seltener 6er Drücker. Faule Genua-Segelei, ich will auch unter diesen Bedingungen ein bisschen damit rumprobieren.

Wir können fast bis in die Schleuse segeln, sind nach zehn Minuten durch und gönnen uns auch den Rest motorfrei.

Wieder satt Sonne, herrliches Segeln.

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