S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln

Sommerurlaub zwischen Lelystad und Dover

Sommerurlaub, 13.06. – 03.07.2009

 

Grobe Zielvorstellung war England gewesen. Im Idealfall direkt rüber von der holländischen West- zur englischen Ostküste und dann gegen den Uhrzeigersinn die Küsten lang zurück bummeln. Voraussetzung sollte sein, dass es absehbar stressfrei möglich ist, also eine halbwegs stabile passende Wetterlage.

Plan B war, die holländische und belgische Küste runter nach England zu bummeln und dort die Ostküste hoch und quer rüber zurück.

Plan C (der eigentlich fast immer eintritt) war, das Beste aus den vorgefundenen Bedingungen zu machen.

Absehbares Streckendieseln sollte nicht vorkommen und England sollte jedenfalls erreicht werden.

 

 

Lelystad – Amsterdam, 23 sm, 10.30 – 17.15 h

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Sommerwetter, immer weniger Wind, erst jeden Hauch nutzen, nach 4 sm geht gar nichts mehr, also Dieseln bis zum Sixhaven. Fängt ja gut an…

 

 

Amsterdam – Scheveningen, 40 sm, 10.25 – 22.40 h

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Keine 24 Stunden gleich bleibender Wind in Sicht, auch die weiteren Aussichten wenig nützlich. Der erste lange Schlag über See soll Appetit nach mehr machen, muss also mühelos und angenehm sein! Plan A wird deshalb schon mal gestrichen.

Morgens etwas Regen, im Zijkanaal G getankt (preisgünstig, auch sonntags geöffnet). Schwacher SW, kein Segeln im Noordzee-Kanal möglich.

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Draußen SW 2-3, dann 2, dann 1-2, dann auch noch Gegenstrom. Also nach 36 sm zähneknirschend Motor an. Bis dahin schönes Segeln, konnten Ziel fast anliegen.

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Brav mit Funkanmeldung in Scheveningen eingelaufen, irgend einen Platz gesucht, weit hinten im Hafen.

 

Scheveningen – Stellendam, 35 sm, 07.50 – 17.45 h

Keine Leistungen in Anspruch genommen kein Hafenmeister in Sicht, Boot von den aktuellen Baustellen zugestaubt. Früh los, Frühstück unterwegs. Strom gegenan, Segelversuche wegen zu wenig Wind erfolglos. Also doch erst dieseln, in Scheveningen wollen wir keinesfalls hängen bleiben. Nach 14 sm endlich Segeln, eine Stunde später auch Schiebestrom.

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Querung der Maasmündung mit Funkanmeldung und problemlos, aber viel „Baustellenverkehr“. Ständig sieben Baggerschiffe an der Arbeit, die immer wieder queren.

Die Behördenboote sind mit Yachten beschäftigt, die versuchen, den alten Querungs-Korridor zu fahren und von der neuen Situation noch nichts mitbekommen haben.

Nach 22 sm beschließen wir, nach Stellendam abzubiegen und einen ersten Schlenker durch Zeeland zu machen. Also Aufkreuzen gegen den Ebbstrom, SW 2-3, immer mehr Sonne. Kurz vor der Schleuse reicht der Wind wieder nicht mehr, also Motor für zwei Meilen an. Marina Stellendam, abends Gewitter und Regen, heftig und ausdauernd, kratzt uns nicht mehr.

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Stellendam – Colijnsplaat, 43 sm, 11.15 – 22.20 h

Endlich von Anfang an segeln, W 4-5, später NW 4, unter Segeln unter der Haringvlietbrug durch ( halber Meter Luft), Motor nur für Volkeraak- und Krammersluis. Nachmittags SW 4, viel Sonne und Berufsverkehr. Abends W 3.

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Funkkontakt mit Zeelandbrug wegen Durchfahrthöhe klappt nicht, also unter Motor ganz vorsichtig drunter her getastet, zentimeterweise und spannend.

Der Pegel zeigte etwas über 12 m, unsere Masthöhe ist 12.6 m. Hat geklappt.

Die restlichen zwei Meilen bis Colijnsplaat habe ich dann auch nicht mehr auf Segeln bestanden…

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Colijnsplaat – Breskens, 35 sm, 11.05 – 18.05 h

 

Die letzte Möglichkeit zur direkten Überfahrt nach England wegen des Wetters abgehakt, weiter nach Süden. Durch die Roompotsluis raus, S 4-5 und herzhafte Drücker, später SE 3-5. Fahren rund Walcheren, durch das Fahrwasser dicht unter Land.

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Einmal für eine paar Minuten den Motor zusätzlich (mit Motorkegel!) an, um den dort ernst zu nehmenden Tonnenstrich während einer Begegnung mit Berufsverkehr halten zu können. Ansonsten schönes Segeln, wie meistens Kreuzen.

Durchziehen zu einem belgischen Hafen haben wir uns wegen der nächtlichen Ankunft verkniffen. Noch…

 

Breskens – Oostende, 40 sm, 10.20 – 18.15 h

WNW 3, nachmittags, WSW 4, sonnig. Die meiste Zeit guten Strom, segeln dicht unter Land und schauen uns die Strände an. Für mich jede Menge Kindheitserinnerungen. Alles vollgebaut mittlerweile. In Höhe von Oostende erwischt uns ein 6er-Drücker. Bei der Gelegenheit stelle ich fest, dass etwas mit unseren Reffs nicht stimmt, wir können nicht reffen. Der starke Wind steht durch, schnell baut sich auch Welle auf.

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Deshalb fahren wir nicht weiter (Nieuwpoort war angedacht) und laufen nach Oostende ein. Machen im Jachtdok fest, mit dem Heck an einer Mooringtonne, mit dem Boot zum ersten Mal. Kurze Absprache und Vorbereitung, dann klappt es trotz Querwind problemlos.

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Oostende, Hafentag

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Oostende – Dover, 75 sm, 08.45 – 00.40 h

 

NW 4-5. noch gute Welle, 1 – 1½ m. Bedeckt, zeitweilig drohende Wolkenfronten. Hangeln uns in etwa an den Tonnen entlang zwischen der belgischen Küste und den Flämischen Bänken durch. Mittags WNW 3-4, nachmittags immer mehr rückdrehend und auffrischend, W-SW 4-5, bewölkt. Dünkirchen bis Calais Aufkreuzen im Fahrwasser. Viele Tonnen wirken verrottet, wenn man die holländischen gewöhnt ist. Einmal war die Farbe nicht mehr erkennbar, rostbraun eben…

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Eigentlich hatten wir als Tagesziel schließlich Calais beschlossen. Aber die Abkürzung über die Flachs geht wegen Seegang nicht und der Schlenker durch die korrekte Anfahrt wäre noch zehn Meilen. Der Wind hat so schön gedreht und zugenommen, also ideale Bedingungen, gleich nach Dover rüber zu segeln. Für die nächsten Tage sind eher schlappe Winde angedroht. Die Crew ist einverstanden, obwohl wir gerade noch über das „es reicht, fahr mal rechts ran-Gefühl“ beim Segeln gesprochen hatten.

Wir fahren einen Kringel, um einem chinesischen Frachter seine Lotsen-Abgabe zu erleichtern. Dann gehen wir auf Kurs zum Verkehrstrennungsgebiet. Ungewöhnlich, wir haben keine konkreten Begegnungen. SW 3-4, es klart schön auf. Mit einer sechs vor dem Komma rauschen wir nach England.

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Unter der englischen Küste ist leider Schluss mit dem Vergnügen. Über zwei Knoten Gegenstrom, trotz Motor eine lahme Veranstaltung. Dover Port Control ist wieder sehr freundlich und lässt uns durchs Hafenbecken abkürzen. Das Granville-Dock ist auch schon offen und eine passende Box frei.

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Dover, Hafentag

 

Man könnte auch Wandertag sage, wie so oft bei uns…

Schönes Wetter, mal sonnig, mal bewölkt, wenig Wind.

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Dover – Ramsgate, 19 sm, 09.50 – 14.05 h (also auch fast ein Hafentag…)

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Bei Port Control abgemeldet. E 4, sonnig. Erst ein langer Schlag südwärts, um den mitlaufenden Strom zu packen und Ramsgate mit einem Schlag anliegen zu können. Nach zwei Meilen ist der Strom zu spüren.

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Dann Sightseeing-Segeln unter der schönen Kreidefelsen-Küste lang. Mittags NE 2 und über zwei, manchmal fast drei Knoten Schiebestrom, sonnig. So stark hatte ich die Strömung hier gar nicht in Erinnerung.

Die letzte Ansteuerung von Ramsgate machen wir unter Motor. Mit 30 Grad Vorhalten wegen des jetzt quer setzenden Stroms krebsen wir rein. Brav um die Untiefen in der Hafeneinfahrt rum, machen in der West-Marina fest.

Der Rest des Tages ist wieder Wandertag.

 

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Ramsgate – Nieuwpoort, 71 sm, 10.40 – 02.15 h

Eine stabile Wetterlage hat sich gebildet. Ausnahmsweise sind sich alle Quellen einig, dass wir noch etliche Tage nordöstliche Winde der eher schlappen Art haben werden. Die Gezeitenströmungen setzen zu den für uns interessanten Zeiten vorwiegend südwärts. Dagegen kämpfen wir nicht an, Ostengland wird für uns dieses Jahr nicht stattfinden. Aber zunächst ist NE 3-4, später zunehmend 6, angekündigt. Also noch schnell wieder rüber zum Festland.

Es geht komfortabel mit NE 3 los, aber beim Überqueren der letzten Trennungsgebiete sind schon NE 5-6 daraus geworden. Schnell stehen zwei Meter Welle, eigentlich zu viel für diesen Wind. Da wird wohl eine Altwelle bei sein.

Diesmal hatten wir auch das übliche Maß an Begegnungen. Mal drosseln wir deutlich sichtbar die Geschwindigkeit, mal weichen die Frachter frühzeitig aus. Keine Probleme.

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Leider stellt sich bei Besichtigung bald heraus, dass wir diesmal nicht zwischen den diversen Flämischen Bänken durch zickzacken können. Ab 20 m Wassertiefe werden die Wellen ungemütlich. Ich versuche, eine Bank abzukürzen (Buiten Ratel). Etwa im Bereich der berüchtigten 10 m-Linie wird das Wellenbild aber so konfus, steil und etwas weiter kochend, dass wir umdrehen. Grundseen müssen wir nicht haben. Die Wassertiefen verringern sich sehr schnell bei Annäherung an die Sände. Das Ganze natürlich stark gerefft und mühselig kreuzend. Viel Platz haben wir nicht, auf der einen Seite die Bänke, auf der anderen die großen Schiffe.

 

Die Alternative, vor dem Wind nach Frankreich zurück zu laufen, wäre bei dem Wellenbild noch unangenehmer.

Wir umkreuzen also das Gebiet der Bänke nördlich, Ziel Nieuwpoort. Der Wind hat sich bei NE 6 plus Drücker eingependelt. Die Bedingungen sind nicht wirklich problematisch, es ist nichts Grenzwertiges. Aber auf so etwas haben wir gerade mal überhaupt keine Lust. Außerdem haben wir mit dem kurzen Kiel einen Wendewinkel wie eine Kogge bei diesen Bedingungen (ca. 120°). Jedenfalls, wenn man zügig und komfortabel segeln will.

Immer noch NE 6, sternenklar, es könnte so schön sein… Wenn wir nicht knüppeln müssten. Zuletzt noch an einer navigatorisch kniffligen Stelle den Motor dazu und dann rein segeln bis in den Hafenkanal von Nieuwpoort. Die Befeuerung ist dort etwas trügerisch. Wenn man das rote Licht des Leuchtturms nördlich der Hafeneinfahrt und die grünen Lichter der „Ampel“ südlich der Hafeneinfahrt mit den eigentlichen zuständigen Lichtern verwechselt, macht man unfreiwillig Strandurlaub. Die Diskussion hatten wir während der Annäherung, denn Orientierung im Dunkeln ist immer wieder ein Erlebnis.

 

Nieuwpoort, Hafentag

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Erholung aus gegebenem Anlass, Wandertag

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Nieuwpoort – Oostende, 23 sm, 11.00 – 15.30 h

Mit NE 3-4 und Strom gegenan geht es los. Mittags NE 4, dann NE 5, dadurch trotzdem zügiges Kreuzen. Nachmittags NE 4-5 und endlich schiebt der Strom, aber wir haben heute beide keine rechte Lust und laufen in Oostende ein.

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Oostende – Zeebrugge, 19 sm, 11.50 – 16.45 h

Im Hafen werden wir noch eben vom Zoll kontrolliert. Nett und freundlich, alles ok.

Für die nächste Woche sind weiter nordöstliche Winde versprochen, viel Hitze, Gewitter.

N 4, sonnig, dunstig. Schlechte Sicht kann ja bei der zunehmenden Hitze nicht ausbleiben…

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Erst Gegenstrom, dann N 4 und 1.5 kn Schiebestrom. Prächtige Bedingungen! Aber die Crew findet heute keine Einstellung zum Segeln und wir haben ausgemacht, dass so etwas Ausschlag gebend ist.

Trotzdem bin ich erst mal leicht angesäuert…

Wir laufen nach Zeebrugge rein, auch das noch.

 

 

Zeebrugge – Breskens, 21 sm, 10.30 – 18.15 h

Ersten Auslaufversuch zusammen mit vielen anderen schon im Hafen abgebrochen: Nebel. Zurück an den Meldesteiger. Ab und zu versucht jemand sein Glück, kommt aber wieder zurück. Nur ein paar Boote mit Radar gehen raus, aber auch davon scheint die Verkehrszentrale nicht wirklich begeistert zu sein. Zäher Nebel, verdichtet sich immer wieder mal.

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13.45 h neuer Auslaufversuch. Diesmal ist der Hafen gesperrt. Ein Flüssiggas-Tanker wird rangiert. Fünf Schlepper und ein Polizeiboot sind damit beschäftigt.

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Also Auf- und Abkreuzen unter Groß im Hafenbecken. 14.35 h endlich Auslaufen. Wenig Wind und der von achtern, dabei ne alte Welle = dösiges Geschaukel. Ab 16.00 h wenigstens satten Schiebestrom. Und wieder mal Sonne satt.

Abends Nebel.

 

 

Breskens – Veere, 13 sm, 10.10 – 14.40 h

Segel vor der Hafeneinfahrt gleich gesetzt, Sicht gut drei Meilen, NW 2-3, sonnig.

Zehn Minuten später: 200 m Sicht, viel Aufregung im Revierfunk. Wir verkrümeln uns erst mal, segeln auf die Reede. Da ankert nur ein Frachter.

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Segeln nur unter Groß ganz langsam gegen den Strom und warten auf bessere Sicht. Die schwankt erst mal zwischen 200 und 800 m. Hatten erst den Motor mitlaufen lassen, aber ohne ist angenehmer. Segeln allmählich weiter nach Osten, wo sich das Fahrwasser gabelt und wir die beiden relativ schmalen Arme schneller überqueren können. Nach einer guten Stunde reißt der Nebel auf und wir queren mit 6-7 Knoten und Querstrom zügig die Fahrwasser, landen gleich im Hafen von Vlissingen. Dann noch etwas lästiges Kanalfahren bis Veere, machen in der Kanal-Marina fest.

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Abends auch hier dichter Nebel.

 

Veere – Zierikzee, 20 sm, 11.00 – 16.40 h

Morgens Nebel, halten uns offen, ob wir weiter fahren.

Dann 2 sm Sicht und nördlicher Wind 1-2. Für am Wind sollte das reichen, seit wir die Klappschraube haben. Segeln das Veerse Meer ostwärts, Zandkreeksluis, danach nördlich 3, sonnig. Nachmittags NW 3, dann N 3. Unter Segeln unter der Zeelandbrücke durch, kennen wir ja jetzt schon. Machen in Zierikzee fest. Schönes sommerliches Jeden-Windhauch-fangen-Segeln. Abends Nebel.

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Zierikzee – Willemstad, 24 sm, 11.15 – 18.50 h

NW 2, später 3-4, zuletzt NE 4-5, sonnig. Schönes Segeln. Mehr Sonne braucht kein Mensch!

Bei dem allnächtlichen Nebel können wir erst mal vergessen, eine Nacht durch zu ziehen. Staande Mast Route will ich aber auch nicht.

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Willemstad – Stellendam, 21 sm, 09.30 – 17.00 h

Erst NE 2-3, aber bald NE 0-1, in Böen 2. Zum Glück ein leichter Schiebestrom. Bikini-Segeln, die Crew lässt sich mitschleppen. Nachmittags hat der Wind ein Einsehen, erst NW 3-4, dann 4-5. Rauschefahrt, Sonne satt.

Sommerurlaub 2009 - -254

 

 

Stellendam – Amsterdam, 77 sm, 07.15 – 02.00 h

Wollen mit dem letzten ablaufenden Wasser aus Stellendam raus, dann mit dem gekippten Strom längs der Küste nordwärts. Danach mal sehen.

So geht es auch. NE 3, sonnig. Gegenwind mit Sonne scheint diesen Urlaub der Standard zu sein… Zum Queren der Maasmündung musste der Motor mit ran. Danach nordöstliche Winde um 2, Sightseeing-Segeln die Strände lang.

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Ab 15.20 h mühsames Kreuzen gegen Strom und NNE 2. Luvgewinn ca. 1.8 kn…

Strömung ist unter Land (< 6 m Tiefe) deutlich schwächer, wollte ich immer schon mal in Ruhe ausprobieren.

 

Kurz vor acht springt der Wind plötzlich um, ist drückend warm und riecht nach Land, um nicht zu sagen Landwirtschaft. Gleichzeitig frischt er auf, E 4-5. Und schon können wir Ijmuiden fast anliegen, pfeif auf den Gegenstrom!

Mit dem letzten Licht fahren wir durch IJmuiden in den Nordzeekanal, kommen durch die Schleuse sofort durch. Wir wollen durchziehen bis nach Lelystad. Im Gebiet der Häfen und in Amsterdam ist die Orientierung mit den vielen überstrahlenden Lichtern gar nicht so einfach. Mitten in Amsterdam plötzlich Blaulichter, stoppende und rangierende Berufsschiffe! Vollsperrung wegen der Suche mit Tauchern nach einem Ertrunkenen. Vorher hatte mir jemand von der Brücke eines Frachters aus schon etwas zugerufen, sein Holländisch hatte ich aber nicht verstanden. Nach einiger Zeit kommt eine Barkasse der Hafenbehörde in unsere Nähe und spricht uns über Funk direkt an, teilt uns die Lage mit. Nach einer dreiviertel Stunde, wir wollten uns im Museumshaven gerade eine vorübergehende Möglichkeit zum Festmachen suchen, ist der Spuk vorbei. Der Stau löst sich auf. Wir haben keine Lust mehr und fahren in den Sixthaven.

 

Amsterdam – Lelystad, 22 sm, 09.20 – 14.55 h

Morgens gleich weiter, teilausgeschlafen. Nach Oranjesluis und Brücke so bald wie möglich wieder Segel gesetzt, NNE 2-3. Drückend heiß, sonnig, dunstig, das riecht nach Gewitter. Ab etwa 13.00 h viertelstündlich Extra-Wettermeldungen und Securite’s: Extreme Gewitterfront überquert langsam Holland, Wind bis 9, Hagel, überschwemmungsartige Regenfälle, derzeit 200 Blitze/min.

Bald kann man die Front sehen, sie holt uns ein. Wir bereiten alles vor, den Trick „Gewitter auf dem IJsselmeer“ kenne ich zur Genüge und habe Respekt davor. Ab 14.00 h sieht es richtig fies aus, nur noch wenig Wind. Genua weg, Motor an, mal etwas mehr Gas als sonst, vielleicht schaffen wir es noch. Denkste! 14.15 h SW 6-7, heftiger Regen. Mit den ersten nahen Blitzen Groß auch weg. Gerade noch rechtzeitig in der eigenen Box. Das Gröbste ist uns aber erspart geblieben.

Die Warnungen dauern noch den ganzen Nachmittag an. Hat auch sein Gutes, so wird ordentlich Salz vom Boot gespült!

 

Sommerurlaub 2009 - -286

 

Fazit:

Toller Urlaub, diese Jahreszeit hat sich bewährt.

18 Segeltage und nur drei Hafentage, über 600 sm, da kann ich auch nicht klagen.

Die typischen Bedingungen waren wohl: Sonne satt und Gegenwind, aber den in brauchbarer Dosierung. Was will man mehr?

Es war für uns der erste Urlaub, in dem wir und das Boot richtig zusammen funktionierten, das braucht einfach seine Zeit.

Zeeland werden wir uns noch mal mehr in Ruhe ansehen, vor allem auch die kleinen Anlegeplätze und Ankermöglichkeiten. Aber wir empfinden es dort als etwas eng und überlaufen.

Ansonsten war fast überall noch wenig los. Südlich von Breskens waren wir meistens fast das einzige deutsche Boot.

 

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