S.Y. Brynja´s Blog

Schlendern unter Segeln

…zu unserem Segeln sowie einige Bemerkungen zu weiteren Themen

Windgeschwindigkeiten werden bei uns -wenn überhaupt- an Deck gemessen und mit anderen Eindrücken abgeglichen. Dadurch haben wir schon mal eine Windstärke weniger als offiziell im Masttopp gemessen. Schlecht für Theke, Internet und Aprés-Segeln, aber gut für eine entspannte Crew… Außerdem interessiert kein Höchstwert, sondern die typische Windstärke eines Tages oder Zeitabschnittes. Gleiches gilt für Wellenhöhen, Bootsgeschwindigkeiten usw.

So gesehen ist es bei uns meistens ein bisschen langweilig…

Ach ja, die Ausstattung des Bootes ist für heutige Begriffe kärglich, was Technik angeht. Ordentliche Leinen sind mir z.B. wichtiger als unterwegs online zu sein. Aus Charter-Zeiten weiß ich, dass man alle vorhandene Technik auch nutzt. Schließlich ist man verspielt und die technischen Möglichkeiten sind verführerisch.

Aber abgesehen davon, dass mehr und vernetztere Technik auch mehr Anfälligkeit und Abhängigkeit von Strom bedeutet, hat es für mich auch andere Aspekte.

Auch die überbordenden Informationsmöglichkeiten zum Thema Wetter werden oft überschätzt. Abgesehen davon, dass die wenigsten von uns mit diesen Informationen wirklich etwas anfangen können… Natürlich ist die 5-Tage-Prognose eine feine Sache für die Planung. Die Reihenfolge der vorhergesagten Ereignisse wird auch meistens stimmen, nur der Zeitpunkt nicht unbedingt. Dafür sollte man nach wie vorher ein wenig Wolken und Wetter lesen können.

Man fühlt den Wind nicht mehr, sondern liest ihn von den Instrumenten ab. Der Abstand zum eigentlichen Segeln und zur Natur wird immer größer. Der Weg ist nicht das Ziel, sondern so und so viel Meilen zu machen und Häfen abzuhaken. Strömung ist keine Frage der Routenplanung sondern des mehr Gasgebens, wenn sie gegenan steht.

Keine Frage, GPS und mittlerweile auch elektronische Seekarten möchte ich z.B. nicht mehr missen, aber ohne war es anspruchsvoller. Eine Insel zu treffen war beispielsweise ein ganz anderes (Erfolgs-) Erlebnis. Es war spannender, in einen großen Hafen oder hindurch zu müssen und sich erst mal zurecht zu finden. Ohne Motor oder mit einem, den man bewusst nur als Hilfsmotor ansieht, ist man ganz von selbst sehr bewusst unterwegs, bei Planung und Durchführung.

Ein bisschen davon will ich mir erhalten, bei allem Komfortbedürfnis. Und die -gerade auch zeitliche- Investition in Technik soll möglichst gering bleiben. Wenn ich möglichst schnell und sicher, mit möglichst wenig Kontakt zu Wind und Wetter, übers Wasser fahren will kann ich auch gleich die Fähre nehmen…

Ich weiß, das ist gegen den Strom und jeder mag für sich ganz Anderes beim Segeln finden. Wat den eenen sin Uhl is, dat is den annern sin Nachtigall…

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